Die Entwicklungsphasen eines Kindes

Vom Baby zum Erwachsenen – Die rasanten ersten zwei Jahrzehnte im Leben eines Menschen

Der Tag der Geburt ist ein Wunder. Aber was in den darauffolgenden Jahren passiert, ist ebenfalls eine Zeit voller Mysterien. Aus einem kleinen, hilflosen Wesen wächst ein Mensch heran, dem – wenn alles gut läuft – die ganze Welt offen steht!

Entwicklung im Mittelpunkt

Forscher unterscheiden in dieser rasanten Zeit zwischen der biologischen, psychischen und sozialen Entwickelung. Alle drei Bereiche müssen Hand in Hand gehen, aber es gibt Phasen, in denen sich der Mensch hauptsächlich biologisch entwickelt, und dann gibt es wieder Phasen, in denen die psychische Entwicklung im Mittelpunkt steht.

Die soziale Entwicklung ist dagegen in vielen Zusammenhängen von der Umwelt abhängig.

Das Neugeborene

Bis zum 28. Lebenstag gilt ein Kind als Neugeborenes. Bei einem ersten Screening wird festgestellt, ob alles in Ordnung ist. Schwerwiegende Krankheiten können so sehr schnell festgestellt werden. Abgesehen davon dreht sich bei einem Neugeborenen alles um das Stillen und um die Verdauung.

Das Kind muss gut atmen und schlafen können und sollte außerdem zunehmen, wobei Neugeborene in den ersten Tagen nach der Geburt meist leicht an Gewicht verlieren. Nähe und Geborgenheit sichern eine gute Basis für die spätere psychische Entwicklung.

Der Säugling

Bis zum ersten Geburtstag ist das Kind ein Säugling. In dieser Zeit verlaufen die drei Entwicklungsbereiche – die biologische, die psychische und die soziale – parallel und äußerst intensiv. Während das Neugeborene nur hilflos im Bettchen liegt, kann das einjährige Kind stehen und oft auch schon laufen.

Säuglinge müssen zunehmen und wachsen. Was im normalen Bereich liegt, ist in Tabellen festgehalten.

Gleichzeitig lernt es aber auch, Menschen zu erkennen und Kontakt aufzunehmen. Das erste Lächeln bezaubert immer die ganze Familie! Es ist nicht nur hübsch, es ist auch ein Beweis dafür, dass das Kind einen nun erkennt. Parallel dazu lernt es in den ersten Monaten, den Kopf zu heben.

Im Alter von einem halben Jahr kann es meist selbstständig sitzen und gezielt greifen. Kurz darauf kann es sich umdrehen, krabbeln und hochziehen. Sehr viele Kinder machen um ihren ersten Geburtstag auch die ersten Schritte. Die Zeiten der Hilflosigkeit gehen ihrem Ende zu.

Das Kleinkind

Die Kleinkindzeit endet mit dem Schulalter und wird im Allgemeinen in die Zeit des Kleinstkindes (vor dem 3. Geburtstag) und in die Zeit des Vorschulkindes (vor dem 6. Geburtstag) eingeteilt. In diesen fünf Jahren lernt es alles, was für das spätere Leben von enormer Wichtigkeit ist. Zu den ersten, wackligen Schritten gesellen sich nun zahllose weitere. Das Kind wird in seiner gesamten Motorik immer sicherer und kann kurz vor Schuleintritt meist schon an langen Spaziergängen und an Sportfesten teilnehmen.

Auch die Motorik der Hände entwickelt sich zusehends. Wenn es anfangs nur grob greifen konnte, sind die Sechsjährigen in der Lage, Perlen auf einer Schnur aufzufädeln und einen Stift so zu halten, um damit gezielt zeichnen zu können.

Die Sprache entwickelt sich ebenfalls. Während das Kind am ersten Geburtstag gerade einmal ein oder zwei Wörter sagen kann, haben Sechsjährige bereits eine reiche Sprache. Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, lernen in dieser Zeit sogar zwei oder drei Sprachen – und alle auf dem gleich hohen Niveau. Die Psyche entwickelt sich ebenfalls, und aus niedlichen Babys werden nun eigenständige Persönlichkeiten. Es wird deutlich erkennbar, welche Charakterzüge das Kind hat.

Die soziale Entwicklung des Kindes in den ersten sechs Jahren ist dagegen vollkommen von der Umgebung ab hängig. Einzelkinder, die auch keine Kita besuchen, entwickeln ein anderes soziales Verhalten als Kinder mit Geschwistern oder Kinder, die schon frühzeitig eine Kita besuchen. Im Prinzip lernen jedoch alle Kinder in dieser Zeit, wie man mit anderen Menschen Kontakt aufnimmt.

All das führt dazu, dass die Sechsjährigen bei ihrer Einschulung bereit fürs Leben sind. Aus hilflosen Säuglingen wurden eigenständige, kleine Persönlichkeiten.

Das Schulkind

Als Schulkinder bezeichnet man üblicherweise Kinder ab dem sechsten Geburtstag bis zur Eintritt der Pubertät. Da die Pubertät zwischen dem elften und dem 15. Geburtstag einsetzen kann, ist dieser Zeitraum sehr individuell. Deshalb wird diese Zeit auch in die mittlere Kindheit (bis zum 10. Geburtstag) und die späte Kindheit (bis zum 14. Geburtstag) eingeteilt.

Die Entwicklung der einzelnen Kinder verläuft bis zum 14. Geburtstag sehr individuell. Äußere Einflüsse haben eine enorme Einwirkung auf die soziale und die psychische Entwicklung. Kinder, die gefördert werden, unterscheiden sich gewaltig von den Kindern, denen jede Förderung fehlt.

Körperlich ist die Entwicklung jedoch bei allen Kindern gleich. Nachdem der Kopf in der Kleinkindzeit bereits seine endgültige Größe erhalten hatte, wachsen nun die Beine und die Arme. Die ganze Optik des Menschen verändert sich deshalb, und der Kopf kann plötzlich viel kleiner wirken, weil er nicht mehr mitwächst. Alle Eltern wissen, dass Kinder in Schüben wachsen.

Manchmal passiert einige Monate gar nichts. Auf einmal scheinen von heute auf morgen alle Hosen zu kurz und alle Schuhe zu klein geworden zu sein.
Sprachlich lernt das Kind in der Schulzeit noch viele neue Wörter und drückt sich zu Beginn der Pubertät wesentlich differenzierter aus. Allerdings ist auch hier ausschlaggebend, wie sehr das Kind gefördert wird oder ob besondere Begabungen vorliegen.

Die Pubertät

Die Pubertät ist die Zeit der Geschlechtsreife und kann vom 11. bis zum 21. Lebensjahr verlaufen. Allerdings sind alle Zeitangaben sehr individuell. Mädchen kommen typischerweise früher in die Pubertät, als Jungs. In den siebten Klassen, wenn die Kinder zwischen 13 und 14 Jahre alt sind, ist der Unterschied oft sehr deutlich zu erkennen. Mädchen wirken in diesem Alter oft schon sehr „erwachsen“, während die gleichaltrigen Jungs noch das kindtypische Aussehen haben.

Die Pubertät wird vor allem durch die hormonellen Veränderungen im Körper geprägt. Außerdem erreicht das Kind – meist um den 17. Geburtstag – seine endgültige Größe. Allerdings gibt es auch Jugendliche, die dann um den 19. Geburtstag herum noch einen letzten Wachsschub bekommen und am Ende dann doch noch einmal zehn Zentimeter größer werden.

Der Körper der Jugendlichen verändert sich gemäß der hormonellen Umstellung. Die Geschlechtsmerkmale reifen, aus den Mädchen werden Frauen und aus den Jungen werden Männer.
Psychisch gilt die Zeit als Belastung. Einerseits gibt es die hormonellen Veränderungen, andererseits ist diese Zeit auch mit einem Abnabelungsprozess verbunden.

Die soziale Entwicklung der Jugendlichen ist weiterhin von der Umgebung abhängig, allerdings gibt es auch zahlreiche Jugendliche, die gerade in der Pubertät alles unternehmen, um sich von ihrer natürlichen sozialen Umgebung zu entfernen, weil sie eigene Wege gehen wollen.

Die Lebensplanung steht im absoluten Mittelpunkt!

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