Verbrennungen und Verbrühungen bei Kindern – was tun?

Es besteht täglich die Gefahr, dass sich ein Kind verbrennt oder verbrüht. Z. B.  wenn das Kind am Frühstückstisch sitzt, plötzlich zappelig wird und eine volle Tee- oder Kaffeetasse umwirft und der heiße Tee oder Kaffee über das Ärmchen oder Händchen Ihres Kindes fließt. Es kommt auch vor, dass ein Kind auf eine heiße Herdplatte greift, einen vollen Kochtopf oder Wasserkocher herunter zieht, sich an einer heißen Pfanne, am Backofen, Grill, Kachelofen, offenen Kamin oder auch an einem offenen Feuer verbrennt,… Unfälle mit Heißem passieren immer wieder. Wenn sich Kinder verbrennen oder verbrühen ist schnelle, aber auch richtige Hilfe sehr wichtig. Um Verbrennungen und Verbrühungen oder auch andere Unfälle im Haushalt möglichst zu verhindern, sollten Sie Ihre Wohnung kindersicher machen.

Verbrennungen und Verbrühungen bei Kindern

 Verbrennungen und Verbrühungen bei Kindern - was tun?

Verbrennungen und Verbrühungen sind für Kinder gefährlich

Während eine Verbrennung oder Verbrühung bei Erwachsenen einfach nur schmerzhaft ist, kann sie bei Kindern schon lebensbedrohlich sein. Lt. Aussage eines Anästhesisten wird es bereits kritisch, wenn mehr als zehn Prozent der Hautfläche betroffen sind, bei Kleinkindern entspricht dies etwa einem Ärmchen. Unter Umständen reicht schon eine Tasse heiße Flüssigkeit um bis zu dreißig Prozent der Hautfläche eines Babys oder Kleinkindes zu verbrühen. Da die Haut von Kindern dünner ist als die von Erwachsenen reichen schon ein paar Sekunden Einwirkzeit, um eine schwere Verletzung zu verursachen.

Symptome einer Verbrennung oder Verbrühung

Auf jeden Fall hat das Kind starke Schmerzen. Wirkt die Hitze nur kurz ein, ist dies eine Verbrennung ersten Grades. Die betroffene Hautstelle rötet sich und schwillt evtl. an.
Wenn sich das Kind z.B. mit heißem Wasser verbrüht dreht es sich normalerweise um eine Verbrennung zweiten Grades, es bilden sich zusätzlich Brandblasen.
Verbrennungen dritten Grades liegen vor, wenn beispielsweise durch Feuer oder sehr große Hitze über lange Zeit das Gewebe zerstört wird. Hierbei sind zwar die Schmerzen oftmals weniger stark als bei leichten Verbrennungen, jedoch besteht das Risiko, dass dafür Atem- und Kreislaufstörungen dazukommen.

Wichtige Maßnahmen, wenn sich Ihr Kind verbrüht oder verbrennt

 Verbrennungen und  Verbrühungen bei Kindern - was tun?

Maßnahmen bei Verbrennungen und Verbrühungen

Nur wenn Sie mit Sicherheit wissen, dass Ihr Kind nur eine kleine Verletzung hat können Sie die Wunde selbst behandeln, wenn nicht sollten Sie schnellstens den Rettungsdienst anrufen. Auf jeden Fall die verletzte Hautfläche gleich kühlen. Fahren Sie nicht selbst mit Ihrem Kind ins Krankenhaus, sondern lassen Sie sich vom Rettungsdienst hinbringen, denn die Rettungssanitäter wissen, welche Klinik auf Verbrennungen und Verbrühungen spezialisiert ist. Teilen Sie den Ärzten auch gleich mit, ob Ihr Kind Rauch eingeatmet haben könnte.

Versuchen Sie ruhig zu bleiben und wenn Ihr Kind ansprechbar ist sollten Sie als erstes die verbrühten oder verbrannten Körperteile kühlen, indem Sie etwa zehn Minuten lang lauwarmes Wasser darüber laufen lassen, damit die Schmerzen gelindert werden. Sofern die Brandverletzung den gesamten Rumpf des Kindes betrifft, sollten Sie keine Kühlmaßnahmen vornehmen, weil das Kind sonst unter Umständen zu sehr auskühlen könnte.
Bei Verbrühungen ist es sehr wichtig, dass Sie dem Kind die Kleidung rasch, aber vorsichtig ausziehen (Kleidung evt. mit der Schere aufschneiden und nicht über den Kopf ziehen). Eingebrannte Kleidungsstücke lassen Sie an. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht friert, halten Sie es angenehm warm. Besonders Babys und Kleinkinder kühlen schnell aus. Beruhigen Sie das Kind und hüllen Sie es vorsichtig in eine leichte Decke ein. Sie dürfen keine Hausmittel wie Quark, Butter oder Mehl auf die Wunde geben, es besteht sonst die Gefahr, dass es zu Infektionen kommt.

Nachdem Sie die Brandwunde gekühlt haben können Sie die betroffene Stelle mit einer sterilen Kompresse aus dem Verbandskasten bzw. Erste-Hilfe-Koffer locker bedecken. Eine Brandblase sollte auf keinen Fall geöffnet werden, denn dadurch besteht Infektionsgefahr. Brandsalben können die Heilung der Wunde fördern. Eine Brandsalbe sollte aber nur nach Anordnung eines Arztes verwendet werden, wenn er sich die Wunde angeschaut hat.

Vorbeugung

  • Stellen Sie Heißes immer außer Reichweite von Kindern, ob heiße Getränke, heißes Essen, Wasserkocher, Teekanne, Kaffeekanne,… und nehmen Sie Ihr Kind nicht auf den Schoß, wenn Sie heißen Kaffee, Tee, Milch oder Kakao trinken.
  • Sichern Sie Ihren Herd mit einem Schutzgitter
  • Achten Sie immer auf die Wassertemperatur, bevor Sie Ihr Kind duschen oder baden.
  • Passen Sie auf, dass Ihre Kinder nicht in der Nähe des Grills oder einer Feuerstelle spielen. Um die Gefahr von Grillunfällen zu verringern oder zu vermeiden sollten Sie auf Brandbeschleuniger und Spiritus verzichten.
  • Lernen Sie Ihrem Kind den richtigen Umgang und die Gefahr mit Heißem und mit Feuer

 

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