Bettnässen bei Kindern – was tun?

Bettnässen bei Kindern kommt weitaus häufiger vor, als allgemein angenommen. Grund dafür: Es handelt sich nach wie vor um ein Tabu-Thema, über das niemand gerne spricht.

Doch eines vorweg: Es lässt sich kein genauer Zeitpunkt festlegen, ab dem ein Kind nachts „trocken“ sein muss. Wie Experten erklären, können bis zu zehn Jahre vergehen, bis Gehirn und Harnblase so weit aufeinander abgestimmt sind, dass die Kinder beim Druck auf der Blase nachts aufwachen und nicht erst, wenn das Bett bereits nass ist.

Diese Verknüpfung zwischen Gehirn und Harnblase entwickelt sich aber individuell verschieden. Trotzdem sprechen Experten bei Bettnässern über fünf Jahren von Enuresis, einer Entwicklungsverzögerung. Diese kommt dann zum Tragen, wenn Ihr Kind noch mindestens zwei Mal im Monat ins Bett macht.

Ursachen für das Bettnässen

Die Ursachen für das Bettnässen können vielfältig sein. Häufig sind sie seelischer Natur, etwa wenn das Kind mit der Trennung der Eltern umgehen muss, unter starkem Stress steht oder Angst hat. Aber auch körperliche Ursachen sind für das Bettnässen verantwortlich.

Generell gibt es einen Botenstoff im Körper, das antidiuretische Hormon (ADH), welcher dafür sorgt, dass in der Nacht weniger Urin gebildet wird, um den Schlaf aufgrund des Harndrangs weniger zu stören.

Kinder, die als Bettnässer gelten, leiden unter einer eingeschränkten Funktion dieses Botenstoffs. Meist haben Bettnässer zudem noch einen sehr tiefen Schlaf, sodass sie nicht bemerken, wenn die Blase meldet, dass sie voll ist. Erst wenn der Schließmuskel dem Druck nicht mehr standhalten kann und das Bett nass ist, werden sie wach.

Bettnässen bei Jungen weit verbreitet

Gut zwei von zehn Fünfjährigen leiden unter dem Bettnässen, bei den Siebenjährigen ist von zehn Kindern immerhin noch eines betroffen. Dabei sind Jungen doppelt so häufig Bettnässer wie Mädchen. Bei Kindern gilt das Bettnässen damit als zweithäufigstes chronisches Leiden. Zwar verursacht es keine Schmerzen, kann mit zunehmendem Alter aber zu psychischen Belastungen führen.

Dann ist es ratsam, den Arzt aufzusuchen, um organische Ursachen, wie Harnwegsinfekte oder gar eine Fehlbildung der Harnwege, auszuschließen.

Wie können Eltern Bettnässern helfen?

Damit die Kinder langfristig nachts durchschlafen können und trocken bleiben, benötigen sie zwingend die Unterstützung der Eltern. Sie sollten Geduld aufbringen und auf ihren Nachwuchs eingehen. Schimpfen beim nächtlichen Bettnässen ist auf jeden Fall der falsche Weg, da Kinder damit weiter verunsichert werden. Sinnvoll können dagegen kleine Helferlein sein.

So eignen sich sogenannte Klingelhosen oder –decken, die einen Signalton abgeben, sobald die integrierten Sensoren Feuchtigkeit bemerken. In gut 70 Prozent der Fälle werden Kinder damit trocken. Voraussetzung ist allerdings, dass sie keinen zu festen Schlaf haben und von dem Signalton auch wach werden.

Das lässt sich am besten schon tagsüber üben, damit der Umgang mit der Klingelhose sprichwörtlich im Schlaf beherrscht wird.

Windelhosen, die über Nacht getragen werden, können eine Alternative sein, wenn der Nachwuchs bei Freunden oder Verwandten übernachten soll. Dadurch werden Bettwäsche und Matratzen geschont. Allerdings sollten sie nur vorübergehend getragen werden.

Ebenfalls konnten Eltern schon mit Belohnungen für trockene Nächte gute Erfahrungen machen. Auch ein Tagebuch, in dem die trockenen Nächte festgehalten werden, dient als Motivation für den Nachwuchs.

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