Trocken und Sauber werden – wann und wie?

In welchem Alter Kinder trocken und sauber werden ist ganz unterschiedlich. Es ist eine Frage der körperlichen Entwicklung und läßt sich nicht erzwingen. In der Regel lernen Kinder zwischen zwei und drei Jahren aufs Töpfchen oder die Toilette zu gehen. Manche Kinder sind bereits mit drei Jahren tagsüber und auch nachts trocken. Doch es gibt auch welche, die noch mit fünf oder mehr Jahren nachts ins Bett machen. Solange das Kind nicht darunter leidet oder ausgelacht wird und die Eltern trotzdem gelassen bleiben können, ist auch dies meistens kein Problem und regelt sich erfahrungsgemäß von ganz alleine. Ein Beratungsgespräch mit dem Kinderarzt ist in diesem Fall dennoch sinnvoll. Eltern sollten eben Geduld haben, denn jedes Kind wird irgendwann sauber!

Trocken und Sauber werden - wann und wie?

Trocken werden ist ein Entwicklungsprozess bei Kindern

Trockenwerden ohne Stress

Es bringt nichts, einem Kind Druck zu machen und es ständig gegen seinen Willen aufs Töpfchen oder die Toilette zu setzen, denn dies könnte genau das Gegenteil bewirken. Das Kind könnte dadurch in Stress geraten und eine Abneigung gegenüber dem Töpfchen oder dem Gang zur Toilette entwickeln.
Gewohntermaßen kommt das Trocken- und Sauberwerden bei einem Kind ganz von selbst und jedes Kind signalisiert, wenn es innerlich dazu bereit ist und den Wunsch hat, nicht mehr in die Windel zu machen, sondern aufs Töpfchen oder die Toilette zu gehen. Die meisten Kinder haben zuerst den Darm unter Kontrolle. Bis sie die Blase kontrollieren können, dauert es üblicherweise etwas länger.

Erste Hinweise, dass Ihr Kind Sauberwerden möchte

  • Das Kind zieht sich zurück, wenn es in die Windel macht
  • Es macht Sie mit Worten oder Gesten auf die volle Windel aufmerksam
  • Ihr Kind läßt sich nicht mehr gerne wickeln
  • Das Kind fängt an, sich für die Toilette zu interessieren und begleitet Eltern oder größere Geschwister auf dem Weg dort hin

So können Sie Ihrem Kind beim Sauber werden helfen

  • Geben Sie Acht auf die ersten Anzeichen Ihres Kindes, sauber zu werden.
  • Erklären Sie ihm, dass jeder auf die Toilette geht und nehmen Sie es mit, wenn Sie selbst gehen, denn Kinder brauchen ein Vorbild, dem sie nacheifern können.
  • Fragen Sie Ihr Kind, ob es lieber aufs Töpfchen oder gleich auf die Toilette (mit Toilettenaufsatz) möchte. Entscheidet es sich für das Töpfchen, so sollte dies an einem geeigneten Ort einen festen Platz haben, am besten im Bad oder auf dem WC, so dass es für das Kind leicht zugänglich ist und es sich nicht alleine fühlt.
  • Möchte das Kind lieber auf die Toilette, dann sollten Sie einen bequemen und kippsicheren Toilettenaufsatz besorgen. Außerdem braucht das Kind einen Hocker, damit es sich selbständig aufs Klo setzen kann.
  • Üben Sie in aller Ruhe den Gang zur Toilette mit Ihrem Kind und zeigen Sie ihm genau, was es tun muss, wenn es aufs Töpfchen oder auf die Toilette geht. Ganz wichtig ist, dass es lernt, wie man die Hose aufmacht und herunterzieht, wie es sich richtig auf die Toilette oder aufs Töpfchen setzt und dass es erst dann zu pinkeln beginnen oder sein großes Geschäft erledigen kann. (Am besten ist es, wenn Sie ihrem Kind anfangs eine Hose mit Gummizug anziehen, damit es die Hose schnell herunterziehen und auch selbst wieder hochziehen kann.)
  • Setzen Sie Ihr Kind nicht zu festen Zeiten aufs Töpfchen bzw. die Toilette, sondern nur wenn es „muss“, denn nur so lernt das Kind den Ablauf und erkennt den Zusammenhang zwischen „Müssen, Gehen und Machen“.
  • Loben Sie Ihr Kind für jeden Schritt beim Versuch sauber zu werden und nicht mehr in die Windel zu machen – auch wenn es ihm hin und wieder noch nicht so ganz gelingt.
  • Schimpfen Sie Ihr Kind nicht, wenns schief gegangen ist, denn meist ist es selbst enttäuscht über dieses Malheur. Besser ist es, wenn Sie Ihr Kind in dieser Situation trösten und ihm Mut machen, dass es beim nächsten Mal sicherlich klappen wird.
  • Passen Sie auf, dass der Toilettengang für Ihr Kind nicht zur Plage wird und dass Sie es nicht unnötig stressen, indem Sie ständig nachfragen, ob es „muss“.

Trocken werden dauert seine Zeit

Eltern sollten nicht erwarten, dass ihr Kind plötzlich trocken wird, denn beim trocken werden erleben Kinder einen Entwicklungsprozess, der bis zu zwei Jahren dauern kann. Und dass es während dieser Zeit einige Male „Unfälle“ gibt und es wortwörtlich „in die Hose geht“, das ist ganz normal. Eltern sollten sich deswegen nicht unnötig Sorgen machen.

Hier ein paar allgemeine Infos zum Thema Sauber werden

  • Das „große Geschäft“ machen Kinder meist etwas früher ins Töpfchen, mit dem Wasserlassen klappts in der Regel erst etwas später.
  • Gewöhnlich dauert es nachts länger als tagsüber, bis Kinder ganz auf eine Windel verzichten können.
  • Ein Kind nachts aufwecken und auf die Toilette setzen verhindert lediglich, dass es nicht in die Windel oder ins Bett macht, auf das Trocken werden in der Nacht hat es keinen Einfluss.
  • Bettnässen bei Kindern hat auch nichts mit zuviel trinken am Abend zu tun.
  • Mit dem Weglassen der Windel sollten Sie solange warten, bis das Kind soweit ist und von sich aus keine Windel mehr anziehen möchte.
  • In der Übergangsphase zum Sauber werden sollten Sie auf jeden Fall immer Ersatzkleidung dabei haben, damit Sie es im Notfall umziehen können. Für die Nacht ist eine wasserdichte Moltonauflage im Bett ganz sinnvoll.
  • Um es Ihrem Kind so einfach wie möglich zu machen, nachts allein aufs Töpfchen oder die Toilette zu gehen, ist es hilfreich, wenn Sie das Töpfchen direkt neben sein Bett stellen oder das Licht auf dem WC brennen lassen.

Funktioniert es im normalen Alltag mit dem Toilettengang schon ganz gut, so kann es trotzdem zwischendurch noch vorkommen, dass Ihr Kind in die Hose macht.
Beispielsweise wenn das Kind aus irgend einem Grund nervös oder überfordert ist, wenn es sich in einer fremden Umgebung befindet und die sich scheut, eine fremde Toilette zu benutzen, wenn es übermüdet ist oder auch wenn es beim spielen ganz vertieft ist, so dass es seine Körpersignale nicht bemerkt. Kommt dies am selben Tag zu einem ganz ungünstigen Zeitpunkt oder schon zum zweiten oder sogar dritten Mal vor, so wird Ihr Kind sicherlich merken, dass Sie das nervt, doch sollten Sie es trotz allem Ärger nicht schimpfen.

Tipp:

Am besten ist es, wenn Sie versuchen, Ihrem Kind im Sommer die Windel abzugewöhnen. Sie können es dann nämlich bei angenehmen sommerlichen Temperaturen leicht bekleidet und ohne Windel im Garten spielen lassen. Dadurch merkt es sofort, wie angenehm es ist, sich ohne Windel frei bewegen zu können. Außerdem wird dem Kind dann automatisch bewusst, was genau passiert.

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