Kinder und Pünktlichkeit – Kann man mit Kind pünktlich sein?

Kinder und Pünktlichkeit – das ist nicht immer ganz einfach!

Kinder und Eltern haben eine völlig unterschiedliches Zeitgefühl. Während Eltern immer daran denken was sie noch alles erledigen müssen haben Kinder alle Zeit der Welt und trödeln oftmals einfach vor sich hin.
Bei den Erwachsenen dreht sich die Zeiteinteilung um Tage, Stunden und Minuten. Kleinkinder haben eine völlig andere Vorstellung von Zeit, für sie ist es ein Kreislauf, Tag und Nacht, das Wochenende, sowie Sommer  und Winter kommen immer wieder. Es ist wesentlich stressfreier und Erwachsene gewinnen, wenn sie sich soweit wie möglich nach dem Tempo ihrer Kinder richten.

Kann man mit Kindern pünktlich sein?

Kindergartenkinder sind dann schon etwas weiter mit der Zeitvorstellung, sie können z.B. mit der Aussage „noch 3 x schlafen bis zum Geburtstag, Weihnachten, Ostern,…“ bereits etwas anfangen, jedoch haben sie noch kein Zeitgefühl, wenn Papa oder Mama z.B. sagt: „in 2 Stunden kommen Oma und Opa“. Für ein Kleinkind dauert dies unter Umständen noch eine Ewigkeit.

Kinder und Pünktlichkeit – Kann man mit Kind pünktlich sein?

Kann man mit Kindern pünktlich sein?

Selbst für Grundschulkinder ist es vom Zeitgefühl her noch schwierig sich vorzustellen, was es heißt, in 20 Minuten mit dem Spielen aufzuhören, damit in einer halben Stunde alles aufgeräumt ist. Es ist also kein Wunder, dass es Stress bedeutet, wenn Eltern ihre Kinder drängen und zu Eile anmahnen, was für das Kind nicht nachvollziehbar ist. Ganz schwierig wird es, wenn es ständig eilt.

Ständiger Antrieb zur Eile schadet der Entwicklung des Kindes

Hinzu kommt: Wer ständig in Eile ist und immer noch ein schnelleres Tempo erreichen will, indem er seinem Kind z.B. selbständiges Aus- und Anziehen oder Schuhe zubinden abnimmt, bremst wichtige Autonomie-Bestrebungen. Kinder, die Selbständigkeit üben, empfinden dies als Beleidigung. Wenn dieses Verhalten zur Regel wird lernt das Kind, dass es sich selbst nicht bemühen braucht und dass dies ja eigentlich gar nicht zu seinen Aufgaben gehört. Ähnliches gilt auch in Situationen beim spielen oder Spielzeug aufräumen. Ein Kind braucht genügend Zeit um Verhaltensweisen und Vorgänge zu verstehen. Kinder möchten z. B. fünfzigmal den Schlüssel ins Türschloss stecken oder zwanzigmal den Radio ein- und ausschalten. Und nur so begreifen sie, wie bestimmte Dinge funktionieren. Gibt man kleinen Kindern keine Gelegenheit zu lernen, wie diese Abläufe funktionieren und drängt sie dazu sich anderweitig zu beschäftigen, vertut man dem Kind immense Lernchancen.

Schon Säuglinge reagieren sensibel auf Hektik im Alltag und kontern mit schreien. Wird bei Kleinkindern Eile, Hektik und Stress zum Dauerzustand, so überträgt sich diese Anspannung auf die Kinder, was Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten oder auch Aggression zur Folge haben kann.

Was beachten, um mit Kindern pünktlich zu sein?

Kinder und Pünktlichkeit – Kann man mit Kind pünktlich sein?

Nach Hektik und Zeitdruck immer wieder Zeit zur Entspannung einplanen

Eltern sollten generell einwenig darauf achten, dass keine ständige Eile herrscht und Kinder dadurch überfordert sind oder gar auf der Strecke bleiben. Ganz klar gibt es im Alltag Situationen in denen Eile geboten ist und die ganze Familie Gas geben muss, wie z. B. morgens, wenn Kinder und Eltern frühzeitig aus dem Haus müssen, damit die Kleinen pünktlich im Kindergarten oder in der Schule ankommen und die Eltern pünktlich am Arbeitsplatz sind.  Dennoch sollte Zeitmangel und Hektik kein Dauerzustand sein. Nach einer stressigen Phase unter Zeitdruck ist zum Ausgleich viel Zeit zur Entspannung wichtig. Legen Sie gezielt Trödeltage ein, die Sie in aller Ruhe mit Ihrer ganzen Familie verbringen können.

Planen Sie Zeitpuffer in Ihren Tagesablauf ein, denn auch dadurch können Sie Hektik vermeiden. Mit etwas Kreativität geht’s oftmals auch leichter, den Nachwuchs zu animieren. Mit Liedern, Sprüchen, Reimen, etc. können Sie Ihre Kinder spielerisch dazu bringen, dass es schneller klappt mit dem Aufräumen, Essen oder Anziehen. Wenn es wieder mal eilt und die Bäckerei gleich zumacht, sorgt ein kleines Wettrennen für einen spielerischen Endspurt.

Ab dem Grundschulalter sollte ein Kind allerdings beginnen, sich mit der Zeiteinteilung zu beschäftigen und lernen, mit Zeit umzugehen. Dazu braucht es einen festen und routinemäßigen Ablauf, der feste Zeiten und die Dauer für bestimmte Aufgaben vorgibt.

Wie auch in anderen Bereichen, sollten Eltern, was Pünktlichkeit betrifft, als Vorbild für ihre Kinder fungieren!

 

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