Tipps zur Kindererziehung

Kindererziehung – mal nachgedacht – Geld und Kindererziehung sind jene Kardinalthemen, die in einer Beziehung am häufigsten zu seriösem Streit führen. Oftmals sind es Erfahrungen aus der eigenen Kindheit, die unsere Vorstellungen darüber, wie ein Kind aufwachsen sollte, ziemlich manifestiert haben, bester Nährboden für untröstliche Meinungsverschiedenheiten. Und damit sind wir auch schon bei Regel Nr. 1 der Kindererziehung:

Diskussion oder Streit wird auf keinen Fall in Gegenwart der Kinder ausgetragen.

Hand in handHierzu braucht es ein „gentleman agreement“. Möglichst schon bevor das erste Kind zur Welt kommt, einigen sich beide Partner verbindlich auf diese Regel (aber es ist nie zu spät). Praktisch kann das dann sehr einfach funktionieren.

Ein Beispiel: Die Familie setzt sich wie gewohnt zu Tisch. Das Kind zickt, weil gerade im Fernsehen sein Lieblingstrickfilm läuft. Der Vater erlaubt dem Kind, später zu essen. Die Mutter wirft dem Vater einen tödlichen Blick zu und sagt emotionslos: „Darüber reden wir später.“

Vermieden werden dadurch die Verunsicherung des Kindes und das Hochschaukeln und Hochkochen der elterlichen Emotionen. Diese „Zwangspause“, gibt zudem jedem die Möglichkeit, sich seine Argumente für das anstehende Gespräch schon mal zurechtzulegen. Ein weiteres Argument liegt im fast natürlichen Verhalten der Kinder. Sie neigen nämlich dazu, ihre Eltern zu ihren eigenen Gunsten gegeneinander auszuspielen. Kindererziehung ist ein sehr sensibles, schwieriges und umfangreiches Thema, das in alle Lebensbereiche eingreift, mit ein paar Ratschlägen im Internet ist es da nicht getan. Dennoch können die folgenden Tipps Eltern eine kleine Hilfestellung sein.

Mit dem eigenen Beispiel vorangehen

Man kann seinem kleinen Kind natürlich in jeder Lebenslage lange und mühsam erklären, was wann und warum richtig oder falsch ist. Konsequentes „Vorleben“ funktioniert einfacher und direkter.
Wer seinem Kind z. B. einen höflichen, respektvollen Umgang mit anderen Menschen angedeihen lassen möchte, sollte mit dem eigenen Beispiel vorangehen und jeden Tag selbst so agieren.

Auch der Umgang mit dem anderen Geschlecht prägt sich den Kindern ein durch die Beobachtung ihrer Eltern. Wenn der Vater keinen Respekt gegenüber seiner Frau zeigt, wird später auch der Sohn seine Freundinnen und schließlich seine Frau schlecht behandeln. Wer z. B. erreichen möchte, dass gesunde Ernährung bei seinen Kindern nicht nur eine leere Worthülse ist, sollte selbst mehrmals pro Woche die „ungeliebte“ Suppe auslöffeln.

Kinder ahmen alles nach und spiegeln so die Werte und die Verhaltensmuster vor allem der Eltern wider. Erst später kommen dann noch die Einflüsse durch den Kindergarten, die Schule oder die Freunde hinzu, aber die eigenen Eltern sind die ersten und die wichtigsten Einflussgrößen, die den jungen Menschen quasi fürs Leben „programmieren“.

Versprechen unbedingt halten

Das hat auch etwas mit dem Erlernen von Ehrlichkeit und Verantwortung zu tun. Ein dem Kind gegenüber geäußertes Versprechen müssen die Eltern unbedingt immer einhalten. Umgekehrt lässt sich daraus schließen, dass wir dem Kind wirklich nur dann etwas versprechen, wenn wir ganz sicher sind, dass wir das so auch einlösen können und wollen. Das Blaue vom Himmel zu versprechen, um jetzt eben mal endlich Ruhe zu haben, ist die schlechteste aller Optionen.

Erziehung muss konsequent sein

Kinder sind von Natur aus so angelegt, dass sie klare Regeln und Grenzen gern und schnell akzeptieren, im Grunde genommen fragen sie sogar danach, allein, wir müssen ihnen unsere Regeln beibringen, und diese Regeln müssen eindeutig sein und immer gelten. Beispiel Fernsehen: Wenn vereinbart wurde, dass das kleine Kind eine Stunde pro Tag vor dem Fernseher sitzen darf, dann muss diese Regel auch dann gelten, wenn Mama stundenlang mit ihrer Freundin telefonieren und ihre Ruhe haben will.

Der Physiker Isaac Newton hatte es so ausgedrückt: Jede Kraft erzeugt eine Gegenkraft. Dieses universelle Gesetz gilt in gewisser Weise auch in der Erziehung, und die sogenannten „Konsequenzen“ sind eine Facette davon. Beim Beispiel Fernsehen könnte das so aussehen, dass die Zeit, die gegen die Regel überzogen wurde, am nächsten Tag ohne Wenn und Aber abgezogen wird.

Ehrlichkeit ist die Basis des Vertrauens

Eltern sollen ab und zu auch mal ihre eigenen Schwächen vor den Kindern zugeben und dazu stehen. Märchengeschichten darüber, wie toll sie selbst früher in der Schule waren, sind kein guter Stil. Spätestens beim Gespräch mit den Großeltern könnte die unangenehme Wahrheit ans Licht kommen.

Kurze Zusammenfassung

  • Kein Streit vor dem Kind
  • Einigkeit bei den Prioritäten der Kindererziehung
  • Werte vorleben
  • Konsequente Handlungen
  • Ehrlichkeit und Vertrauen

Es gibt noch einen guten Spruch eines genialen Physikers, kein Geringerer als Albert Einstein, der selbst vielleicht nicht unbedingt der perfekteste Vater war:
Wir sollten für unsere Kinder ein Beispiel sein, notfalls auch ein negatives.

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Ein schöner Artikel, der die Grundsteine deutlich erklärt. Die Erziehung des eigenen Kindes ist wohl für jede Familie das A und O. Auch wenn sich Vater und Mutter nicht immer einig sind, was beispielsweise die Regeln des Kindes betrifft, ist wohl die Harmonie in der Familie eines der wichtigsten Dinge. Wie im Text sehr gut erklärt, sind Eltern das stärkste Vorbild für das eigene Kind. Das sollte man in heiklen Situationen nie vergessen.

Antonia Grudas schrieb am 5. August 2013