Hochbegabung oft verkannt und unpassend gefördert

Hochbegabte Kinder müssen gefördert werden. Oft wird ihre Begabung zu spät oder gar nicht erkannt. Weil sie sich ständig unterfordert fühlen, beginnen sie in der Schule zu stören und fallen negativ auf. Schon im Kindergarten sind sie gelangweilt und aufgrund mangelnder Anreize oft trotzig.

Ein hochbegabtes Kind zu haben, bedeutet für Eltern meist Stress. Sie müssen immer wieder neue Anreize bieten und sind damit überfordert. Auch gibt es zu wenig Hilfestellung seitens der Schule. Während man lernschwache Kinder auf vielen Ebenen unterstützt, war man in der Bundesrepublik Deutschland Jahrzehnte lang der Ansicht, hochbegabte Kinder bedürften keiner Förderung, da sie ihren Wissensdurst selbst befriedigen könnten. Zwar suchen sich die meisten Hochbegabten ihre Informationen selbst, zum Beispiel fremdsprachige Artikel aus der Zeitung, doch das kann nicht das Grundprinzip einer schulischen Ausbildung sein. Die individuelle Förderung muss vorangetrieben werden.

Hochbegabung lässt sich feststellen

Man spricht von Hochbegabung, wenn bei einem IQ-Test ein Intelligenzquotient von über 130 festgestellt wird. Statistisch sind zwei von 100 Menschen hochbegabt. Schon ab einem IQ von 115 gelten Menschen als überdurchschnittlich intelligent. Wird eine frühe Hochbegabung festgestellt, aber nicht gefördert, kann sie wieder verlorengehen.

Woran können Eltern eine Hochbegabung erkennen?

Hochbegabte Kinder haben Freude an komplexen Themen und hinterfragen gerne die Antworten ihrer Eltern. In vielen Bereichen ist ihr Verhalten auffällig, denn meist haben sie für ihr Alter untypische Interessen. Ihr umfangreiches Wissen wird von Mitschülern oft als Arroganz ausgelegt.

Hochbegabung ist ein Potenzial, das nicht unbedingt sofort erkannt wird. Manche Eltern schweben jahrelang im Ungewissen, bis sie vielleicht ein Lehrer darauf aufmerksam macht. Plötzlich kann man das unerklärliche Verhalten des Kindes zuordnen.

Bemerkenswert sind

  • großer Wortschatz
  • auffälliges Interesse an Zahlen
  • Begeisterung für viele Wissensgebiete

Schulnoten und Hochbegabung gehen nicht Hand in Hand

Hinsichtlich einer Hochbegabung sind Schulnoten wenig aufschlussreich. Sie reichen bei Hochbegabten von sehr gut bis schlecht. Die begabten Kinder besitzen zwar enorme intellektuelle Fähigkeiten, sind aber emotional auf dem gleichen Stand wie ihre Klassenkameraden. Da sie wenig Anerkennung von Gleichaltrigen bekommen, ist ihr Selbstbewusstsein häufig unterentwickelt.

Hochbegabte werden gerne ausgegrenzt

Mit zwei Klischees haben es Hochbegabte besonders schwer: Einmal gelten sie als Alleskönner, zum anderen als Störenfriede. Der IQ-Test sagt nichts über Durchhaltevermögen und Selbstdisziplin aus, die Schüler aber brauchen. Sie können Ihr Potenzial nur nutzen, wenn sie sich selbst gut organisieren.
Dass der Schulunterricht heute differenzierter abläuft, ist für hochbegabte Kinder ein Vorteil. Gleichzeitig dürfen auftretende Probleme nicht grundsätzlich als Unterforderung gedeutet werden. Sie können durchaus andere Ursachen haben.

Das Gehirn von hochbegabten Kindern braucht permanent Nahrung. Doch ein Kind besteht nicht nur aus seinem Gehirn, es muss auch spielen und abschalten dürfen. Vor lauter Förderung vergisst man gerne, dass auch hochbegabte Kinder einfach mal faulenzen und nichts tun dürfen sollten.

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