Stieffamilien in Deutschland – eine besondere Herausforderung

Stieffamilien bestehen aus einem leiblichen und einem neuen Elternteil und meist auch aus Stiefgeschwistern. Daraus ergeben sich unterschiedliche Schwierigkeiten, die jede Familie auf ihre Weise löst. Die Stieffamilie ist eine eigenständige Form der Familie, die sich sehr stark von der Erstfamilie unterscheidet.

Hier gibt es nur eine teilweise Blutsverwandtschaft, aber das gemeinsame Leben unter einem Dach. Damit die Stieffamilie funktioniert, müssen sich vor allem die Eltern vom Modell der Erstfamilie distanzieren und die neue Familienform in ihrer Andersartigkeit anerkennen.

Stieffamilien müssen Familie individuell leben wollen

Auch Stieffamilien sind sehr komplexe Gebilde, denn sie sind mit dem Haushalt des außenstehenden Elternteils und dem der eigenen Eltern stark verbunden. Bei geschiedenen Ehepartnern gibt es vier weitere elterliche und großelterliche Haushalte, in denen sich die Kinder aufhalten können.

Somit sind Stieffamilien in ein großes Netzwerk eingebettet, das viele Ressourcen, aber auch jede Menge Konfliktpotenzial bereithält. Die Frage der Zugehörigkeit kann immer wieder zu Problemen führen. Auch die Grenzziehung ist für die Kinder eine ebenso große Schwierigkeit wie für die Eltern.

Eine Familie zieht sehr scharfe Grenzen gegenüber außenstehenden Elternteilen, die andere ist sehr aufgeschlossen und hält die Grenzen durchlässig.

Nicht immer fördern Kinder die neue Partnerbeziehung

Da Stieffamilien so komplex sind, sind auch ihre Erscheinungsformen vielfältig. Stieffamilientypen werden je nach Vorgeschichte unterschieden. Die Vorgeschichte basiert auf Scheidung, Verwitwung oder der unehelichen Mutterschaft. Das bringt wieder unterschiedliche Kinderkonstellationen hervor.

Sorgerechtskombinationen führen eventuell zu weiteren Schwierigkeiten, denn der zurückgelassene Partner oder das verlassene Kind kann sich von einem Elternteil abgestoßen und ausgeschlossen fühlen. Auch eine neue Eheschließung ist nicht unbedingt Garant für konfliktfreies Zusammenleben.

Die unterschiedlichen Lebenszyklen aller Familien überlappen sich teilweise, folgen aber immer anderen Mustern. Tatsache ist jedoch, dass das Teilsystem des Elternteils mit dem leiblichen Kind immer älter ist als das Gesamtsystem. Demzufolge hat es eigene, längst entwickelte Strukturen und Regeln, in denen bestimmte Interaktionsmuster stattfinden. Grundsätzlich fehlt es an Normen und Leitbildern, an denen sich alle Familienmitglieder orientieren können.

Gerade für die Kinder ist dies schwierig. Ihnen fehlt schlichtweg das Vorbild. Darüber hinaus werden sie stets mit Vorurteilen (Stiefmutter, keine kirchliche Trauung nach Scheidung bei Katholiken) konfrontiert.

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