Märchen und Geschichten für Kinder

Es war einmal – wer kennt sie nicht, diese magischen Worte, die am Anfang zahlreicher Märchen und Geschichten stehen und die kleinen Zuhörer von Beginn an in ihren Bann ziehen. Aber sind denn Märchen heutzutage überhaupt noch zeitgemäß? Gibt es nicht neuere Geschichten, die weniger drastisch und blutrünstig, dafür jedoch deutlich moderner sind? Welchen Sinn und Nutzen haben Märchen heute noch?

Einen sehr großen, wenn man Entwicklungspsychologen und Pädagogen Glauben schenken darf. Märchen sind nicht umsonst weltweit in allen Kulturen anzutreffen und spielen für die Entwicklung der Kinder eine wesentliche Rolle.

Die magische Welt der Märchen – Orientierung für Kinderseelen

The fairy - Beautiful Manga Girl - illustrationWenn Aschenputtel ihren Prinzen bekommt, Schneewittchen mit Hilfe der sieben Zwerge der eifersüchtigen Stiefmutter entkommt und Rotkäppchen den bösen Wolf überlistet, dann hat wieder einmal das Gute über das Böse gesiegt und jeder hat seine gerechte Belohnung oder Strafe erhalten. Märchen mit ihren eindeutigen Rollenverteilungen geben Kindern klare Strukturen vor und ermöglichen so auch den Kleinsten die Unterscheidung von Gut und Böse.

Unbewusste Ängste und Sorgen der Kinder, wie beispielsweise die Angst, von den Eltern verlassen zu werden, können von den Kleinen noch nicht rational benannt oder gar gelöst werden. Sie können jedoch auf den bösen Wolf oder die hinterlistige Hexe aus dem Märchen übertragen werden, die von den Märchenhelden besiegt und aus der Welt geschafft werden. Bei aller Identifikation mit den Märchenfiguren sind Kinder jedoch durchaus schon in der Lage, teilweise zu abstrahieren und so auch zu verstehen, dass weder der Wolf noch die Hexe real existieren.

Märchen können allerdings noch viel mehr – sie tragen wesentlich zur Stärkung des Selbstbewusstseins und zur Ermutigung der Kinder bei. Wenn das tapfere Schneiderlein sieben auf einen Streich erschlägt und die Bremer Stadtmusikanten ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, dann vermitteln sie den kleinen Zuhörern damit auch: Vertrau auf dich, hab keine Angst. Und wenn die Tauben Aschenputtel beim Sortieren der Linsen helfen, der Prinz sein Dornröschen wach küsst oder der gestiefelte Kater seinem Herrn zu Prinzessin und Königsthron verhilft, dann lautet die Botschaft auch: Du bist nicht allein, dir wird geholfen.

Das Tor zur Welt der Fantasie

Sich eng an Eltern oder Großeltern zu kuscheln und einer spannenden Geschichte zu lauschen – was kann es Schöneres geben? Wem als Kind viel vorgelesen wurde, der wird auch später mit größerem Vergnügen zu Büchern greifen und gerne lesen.

Märchen stehen hier am Anfang einer „Lesekarriere“ und bilden so den Grundstock für die Liebe zur Literatur. Sie fordern und fördern die kindliche Fantasie. Gerade kleinen Kindern fällt es leicht, in märchenhafte und magische Welten einzutauchen, da ihr Denken noch weniger von Logik geprägt ist. Darüber hinaus leisten Märchen einen wertvollen Beitrag zu einer breitgefächerten Wortschatzbildung und einer guten Ausdrucksweise.

Märchen sind auch heute noch wertvoll und zeitgemäß!

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