Gedichte für Advent und Weihnachten

Weihnachtsgeschichte„Bald nun ist Weihnachtszeit …“
Wer kennt nicht dieses schöne Lied? Für viele Menschen ist Weihnachten das schönste Fest im Jahr und kaum eine andere Jahreszeit zieht Groß und Klein in den Bann. Zu den vorweihnachtlichen Aktivitäten gehören geschäftiges Treiben, der Kauf eines Weihnachtsbaumes, das Dekorieren, Plätzchen backen, Geschenke basteln sowie Gemütlichkeit und stimmungsvolle Advents- und Weihnachtslieder. Das Anzünden der ersten Kerze auf dem Adventskranz ist der „Auftakt“ für diese wunderbare Zeit.

Advent

Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird
und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.
(Rainer Maria Rilke)

Mit Naturmaterialien und einem vorgefertigten Kranz aus dem Blumenladen lässt sich ein Adventskranz selbst problemlos erstellen: Tannengrün mit Bindedraht befestigen, Kerzenhalter in den Kranz aufstecken. Kreativ dekorieren. Mit Tannenzapfen, Zimtstangen, Anissternen, getrockneten Apfelsinen- oder Apfelscheiben, kleinen Deko-Artikeln (aus Holz, Glas, Stroh) und den vier Kerzen entsteht ein persönlich gestaltetes Unikat.

Immer ein Lichtlein mehr

Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
dass er leuchte uns so sehr
durch die dunklen Stunden.

Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz,
welch ein Schimmer
und so leuchten auch wir
und so leuchtet das Zimmer.

Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß um den Segen!
(Matthias Claudius)

Vorfreude – schönste Freude

Geschenke – ob gekauft oder selbst gebastelt – sollen Freude bereiten. Erwachsene und auch Kinder machen sich meist schon lange vor dem Weihnachtsfest Gedanken darüber.
„So viel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit …“ wird sicher in manchen Familien in der Vorweihnachtszeit gesungen. Vielleicht auch von den Kleinen im Kindergarten. Manches Kind bringt ein, mit viel Liebe selbst gebasteltes, Geschenk für die Eltern oder Großeltern nach Hause und kann es kaum erwarten, es zu überreichen.

Der kleine Schlauberger

Was schenk´ ich der Mutti zu Weihnachten bloß?
Ein ganzer Stoß
von Malzetteln fliegt im Zimmer umher –
aber Malen ist schwer!
Da wollt´ ich ausschneiden
aus buntem Papier,
aber die beiden Häuschen hier
sind schief und krumm –
wie dumm!
Was könnt´ ich denn noch?
Ein Lied könnt´ ich singen,
aber´s wird nicht recht klingen,
ein hübsches Gedicht?
Doch dann kann ich´s nicht
und bleib stecken,
da necken
sie mich und lachen drüber,
ach, lass´´
ich´s lieber!
Ein bisschen größer müsste ich sein,
da fiel´ mir bestimmt was ein…
Jetzt weiß ich´s: Ich rufe bei Mutti an
und sage, hier spricht der Weihnachtsmann,
ich brumme ganz tief, am Telefon
geht das schon,
und in Muttis Büro,
die staunen nur so
und merken nicht,
wer da wirklich spricht!
Ich frag´ sie nach ihren Wünschen aus,
da kriege ich ganz bestimmt was ´raus.
Sie sagen immer, ich sei noch zu klein:
Man muss nur ein richtiger Schlauberger sein!
(Lena Foellbach)

Morgen, Kinder, wird´s ´was geben

Sitten und Gebräuche sind weltweit verschieden. Eine schöne, überlieferte Tradition ist der Besuch vom Nikolaus am 6. Dezember. Voraussetzungen: Brave Kinder, die ihre geputzten Schuhe am Vorabend vor die Tür gestellt haben.

Knecht Ruprecht

Draußen weht es bitterkalt,
wer kommt da durch den Winterwald?
Stipp – stapp, stipp – stapp und huckepack –
Knecht Ruprecht ist´s mit seinem Sack.
Was ist denn in dem Sacke drin?
Äpfel, Mandel und Rosin´
und schöne Zuckerrosen,
auch Pfeffernüss´ fürs gute Kind;
die andern, die nicht artig sind,
die klopft er auf die Hosen.
(Martin Boelitz)

Erwartung

Die Kindlein sitzen im Zimmer,
Weihnachten ist nicht mehr weit,
bei traulichem Lampenschimmer
und jubeln: „Es schneit! Es schneit!“

Das leichte Flockengewimmel,
es schwebt durch die dämmernde Nacht,
herunter vom hohen Himmel,
vorüber am Fenster sacht.

Und wo ein Flöckchen im Tanze
Den Scheiben vorüberschweift,
da flimmert´s in silbernem Glanze
vom Lichte der Lampe bestreift.

Die Kindlein sehn´s mit Frohlocken.
Sie drängen ans Fenster sich dicht.
Sie verfolgen die silbernen Flocken,
die Mutter lächelt und spricht:

„Wisst, Kinder, die Englein schneidern
im Himmel jetzt früh und spät.
An Puppendecken und Kleidern
wird auf Weihnachten genäht.

Da fällt von Säckchen und Röckchen
manch silberner Flitter beiseit´,
vom Bettchen manch Federflöckchen.
Auf Erden sagt man: Es schneit.

Und seid ihr recht lieb und vernünftig,
ist manches für euch auch bestellt.
Wer weiß, was Schönes euch künftig
vom Tische der Englein fällt.“

Die Mutter spricht´s. Vor Entzücken
den Kleinen das Herze da lacht.
Sie träumen mit seligen Blicken
hinaus in die zaub´rische Nacht.
(Karl von Gerok)

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit

Die heilige Nacht

Gesegnet sei die heilige Nacht,
die uns das Licht der Welt gebracht!
Wohl unterm lieben Himmelszelt
Die Hirten lagen auf dem Feld.
Ein Engel Gottes, licht und klar,
mit seinem Gruß tritt auf sie dar.
Vor Angst sie decken ihr Angesicht,
da spricht der Engel: „Fürcht´t euch nicht!
Ich verkünd´ euch große Freud:
Der Heiland ist geboren heut.“
Da gehen die Hirten hin in Eil,
zu schaun mit Augen das ewig Heil;
zu singen dem süßen Gast Willkomm,
zu bringen ihm ein Lämmlein fromm.
Bald kommen auch gezogen fern
die heilgen drei König´ mit ihrem Stern.
Sie knien vor dem Kindlein hold,
schenken ihm Myrrhen, Weihrauch, Gold.
Vom Himmel hoch der Engel Heer
Frohlocket:“Gott in der Höh sei Ehr!“
(Eduard Mörike)

Der größte „Weihnachtswunsch“ aller friedliebenden Menschen in der ganzen Welt ist wohl:
Frieden auf Erden!

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