Schwangere mit Epilepsie – Besondere Vorsicht ist beim Epilepsie-Medikament „Valproat“ geboten!

Frauen sollten während der Schwangerschaft Medikamente grundsätzlich nur in Absprache mit dem Frauenarzt einnehmen! Besonders vorsichtig sollten Schwangere im Umgang mit dem Epilepsie-Medikament „Valproat“ sein. Dieses Präparat schützt zwar viele Epileptiker vor Anfällen, doch stellte sich bei einer neuen Studie  in den USA heraus, dass die Einnahme von „Valproat“ während der Schwangerschaft dem IQ (Intelligenzquotienten) von Kindern schadet.

Schwangere mit Epilepsie - Besondere Vorsicht ist beim Epilepsie-Medikament „Valproat“ geboten!

Schwangere sollten vorsichtig mit Medikamenten umgehen

Bei Frauen, die an Epilepsie leiden, ist eine Schwangerschaft oftmals mit großen Sorgen und Ängsten verbunden, denn viele Epilepsiemittel können zu Fehlbildungen z.B. an Rückenmark und Wirbelsäule oder zu geistigen Behinderungen der Babys führen. Da epileptische Anfälle während der Schwangerschaft für Mutter und Kind lebensgefährlich werden können, raten die meisten Neurologen jedoch zu einer Fortsetzung der Therapie. Ärzte versuchen bei den betroffenen schwangeren Frauen die Epilepsie-Medikamente so niedrig wie möglich zu dosieren. Die geringe Dosierung des Präparats sollte ausreichen, um Krampfanfälle bei den Schwangeren zu verhindern und trotzdem den IQ der Kinder nicht beeinträchtigen.

Seit 1999 begleiten die Forscher in mehreren Behandlungszentren in Großbritannien und USA insgesamt 311 Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft Carbamazepin, Lamotrigin, Phenytoin oder Valproat (Valproinsäure) eingenommen haben. Die Ergebnisse der Untersuchung basieren auf der Auswertung von 224 Kindern, die beobachtet wurden, bis sie sechs Jahre alt waren,
Bei Kindern, deren epilepsiekranke Mütter während sie schwanger waren Valproat zu sich genommen haben, lag der IQ bis ins Alter von sechs Jahren um 7 bis 10 Punkte niedriger als der von Kindern, deren Mamas mit anderen Epilepsie-Präparaten behandelt wurden.
Die schädliche Wirkung von Valproat machte sich bei den Kindern sogar schon im Alter von drei Jahren bemerkbar, denn zu der Zeit hatten die Kleinen bereits einen um 6 bis 9 Punkte niedrigeren Intelligenzquotienten als andere Gleichaltrige. Nicht nur der IQ, sondern auch die Sprachfähigkeiten, die Umsetzung bestimmter Aufgaben und das Gedächtnis der Kinder werden von dem Medikament Valproat negativ beeinflusst, teilte Prof. Dr. Kimford Meador von der Emory-Universität in Atlanta/Georgia mit. Benötigte die werdende Mama etwas mehr Valproat, um Krampfanfälle zu verhindern, so wirkte sich dies auch bemerkbar auf das Kind aus. „Der IQ im Alter von sechs Jahren ist ein sehr guter Vorhersagewert für den IQ im Erwachsenenalter und die Leistungsfähigkeit in der Schule. Daher legen unsere Ergebnisse nahe, dass Valproat in der Schwangerschaft einen negativen Langzeiteffekt auf den IQ und die geistigen Fähigkeiten der Kinder hat“, so die Aussage des Experten Prof. Dr. Kimford Meador.

Nicht alle Frauen können, wenn sie schwanger werden, einfach von Valproat zu einem anderen Epilepsie-Medikament wechseln, denn bei manchen wirkt nur Valproinsäure gegen Anfälle. Schwangere sollten ihre Epilepsie-Präparate aber keinesfalls absetzen, auch wenn mögliche Folgen für das Baby nicht ausgeschlossen sind. Unter Umständen könnten einige negative Auswirkungen durch Valproat verhindert werden, wenn die Frauen während der Schwangerschaft Folsäure einnehmen.
Sehr gut und empfehlenswert wäre es, wenn sich Frauen, die an Epilepsie leiden und im gebärfähigen Alter sind, frühzeitig mit Ärzten über mögliche Probleme und Folgen bei einer Schwangerschaft informieren würden.

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Hallo, nehme eine Kombi aus Oxcarba und Topi!
Hab heute einen Termin beim Neurologen und hab tierisch Schiss….dass er mir abrät von meinem Kinderwunsch. Der FA meinte am besten keine Medis und Kind oder Medis und kein Kind :'( jetzt wisst ihr wie ich drauf bin!!! Leider wirds nicht ganz ohne Tabletten gehen, auch wenn ich schon eine ganze weile Anfallsfrei bin.
Also bitte drückt mir die Daumen!

Süße schrieb am 29. Juni 2016