Wunder Po beim Baby – Ursachen, Hilfe, Vorbeugung

Wunder Po bzw. Windeldermatitis – was hilft dem Baby?

Fast alle Babys leiden in der Wickelphase einmal oder auch öfter an einem wunden Po, dieser Wundausschlag wird auch Windeldermatitis genannt. Besonders betroffen davon sind Babys in den ersten Lebensmonaten und während dem zahnen. Ist der Windelbereich von einem auf den anderen Tag und hauptsächlich im Umkreis des Afters und der Leisten gerötet, wund und es hat nässende Stellen, so sind das Hinweise auf eine Windeldermatitis. Sind Bläschen und Pusteln zu sehen oder schuppt sich die Haut und es hat bereits offene Stellen, die eventuell sogar schon bluten, so leidet das Baby an einer Pilzinfektion oder an einer bakteriellen Infektion. Ein Windelausschlag juckt und ist sehr schmerzhaft, dadurch sind die betroffenen Kinder oft quengelig und weinen häufiger. Selbst das Wickeln tut den Kleinen unheimlich weh, so dass sich Mütter und Väter kaum trauen, die angeschlagene Haut zu berühren und sauber zu machen. Vermutlich kennen so ziemlich alle Eltern das Problem mit dem wunden Po beim Baby!

Wunder Po beim Baby - Ursachen, Hilfe, Vorbeugung

Wunder Po beim Baby ist sehr schmerzhaft

Woher kommt ein wunder Po beim Baby?

Ein schmerzhafter Wundausschlag am Babypo entsteht durch reizende Stoffe aus Urin oder Stuhl und das zusätzliche feucht-warme Klima in der Windel. Durch diese aggressive Mischung wird die zarte empfindliche Babyhaut im Windelbereich extrem belastet und angegriffen, was dazu führt, dass die Haut wund wird. Zum Teil reagiert die feine Haut an Babys Po aber auch allergisch auf handelsübliche Feucht- oder Öltücher. Wird bei dem Baby die Windel nicht oft genug oder nach dem Stuhl lange nicht gewechselt, so greifen die aggressiven Stoffe die zarte, strapazierte Haut am Kinderpopo noch mehr an, was das Wundsein dann noch fördert und verschlimmert. Hatte ein Baby bisher noch nie Probleme mit „wund sein“, so kann dies verschiedene Ursachen haben.

Ein wunder Po kann bei Ihrem Baby ausgelöst werden durch:

  • Eine Umstellung der Windelmarke oder der Pflegeprodukte – Ihr Baby kann überempfindlich oder allergisch auf die neuen Windeln oder Hautpflegeprodukte (Babyöl, Feuchttücher, Wundcreme,..) reagieren.
  • Ernährung und Nahrungsumstellung – Ihr Kind bekommt andere Nahrung, die es vielleicht noch nicht so gut verträgt, die evtl. zu viel Säure enthält (z.B. versch. Obst, vor allem Zitrusfrüchte) oder Nahrung, die es schlecht verdaut. Dies führt dazu, dass der Stuhl des Kindes schärfer und aggressiver ist. Wird das Baby gestillt, so kann es schon zu einem wunden Po bei dem Kind kommen, wenn die Mutter entsprechende Nahrung wie beispielsweise Zitrusfrüchte, sowie anderes säurehaltiges Obst, Fruchtsäfte oder Gemüse zu sich nimmt. Bevorzugen Sie vorübergehend gekochtes Obst / Kompott oder milde Obstsorten und gegartes Gemüse (auch als Beikost für das Baby).
    Nicht nur Essen, sondern auch süße Getränke können eine negative Auswirkung auf die wunde Haut haben, deshalb sollten Kinder, die wund sind, keine Fruchtsäfte sondern nur verdünnten Tee ohne Zucker oder Wasser trinken.
  • Durchfall – hat Ihr Baby eine Durchfallerkrankung, so greift der dünne, zum Teil wässrige und saure Kot die Haut besonders stark an
  • Erkältung – Ist Ihr Baby erkältet, so ist der Urin oftmals konzentrierter und schädigt die Haut am Baby-Po mehr.
  • Zahnen –  Häufig haben Babys Durchfall, wenn sie Zähne bekommen. Zahnt Ihr Baby, dann reizen scharfe Substanzen im zu dünnen Stuhl die empfindliche Haut im Windelbereich.
  • Medikamente – bekommt Ihr Baby Medikamente wie z. B. Antibiotika, so kann auch dies der Auslöser für eine Windeldermatitis sein.
  • Pilze und Bakterien – auch eine Pilzinfektion oder bakterielle Infektion kann zu „wund sein“ bei Ihrem Kind führen. Bei einer Pilzerkrankung schuppt sich die Haut am Windelrand und es sind einzelne flächige Rötungen und Knötchen, auch außerhalb des Windelbereichs, zu erkennen. Handelt es sich um einen Wundausschlag, der durch Bakterien hervorgerufen wird, so sind in der Regel Eiterbläschen und Pusteln zu sehen, die nicht selten aufgehen, bluten und zu einer unebenen rauen Haut führen. Bei diesen Symptomen sollten Sie umgehend mit Ihrem Baby zum Kinderarzt gehen.

Häufig Wickeln hilft bei einem wunden Baby-Po!

Wunder Po beim Baby - Ursachen, Hilfe, Vorbeugung

Häufig wickeln hilft bei wundem Po

Damit die wunden Stellen am Po Ihres Babys möglichst schnell heilen, sollten Sie es so trocken wie möglich halten und deswegen besonders häufig die Windeln wechseln. Wickeln Sie Ihr Kind mindestens fünf- bis sechsmal täglich und unbedingt sofort nach jedem Stuhlgang. Ist seine Haut bereits angegriffen, so sollten Sie ihm sogar möglichst alle drei Stunden die Windeln wechseln. Benützen Sie Einwegwaschlappen oder Läppchen aus Baumwolle (die Sie aber nach jeder Benutzung waschen) und lauwarmes Wasser zur Entfernung des Kots bzw. zur Säuberung des Baby-Po. Ist die Haut bereits stark gereizt, so ist es am besten, wenn Sie Ihr Baby mit nacktem Po ins Waschbecken halten und den Po unter fließendem Wasser vorsichtig abwaschen oder abbrausen.

Wunder Po beim Baby – Linderung

Wunder Po beim Baby - Ursachen, Hilfe, Vorbeugung

Heilbad gegen wunden Po

Ist der Babypo gesäubert, so fördert auch ein lauwarmes Sitzbad mit Kamille oder einem geeigneten Badezusatz aus der Apotheke die Heilung. Tupfen Sie die Haut danach vorsichtig trocken. Eine weitere Möglichkeit ist, den sauberen Po des Babys behutsam und auf lauwarmer Stufe trocken zu föhnen. Sie sollten dabei aber vorsichtig sein und Ihr Kind zur Sicherheit immer auf den Bauch legen (vor allem Jungs), damit es keinen Stromschlag bekommt, wenn es überraschend Pipi macht, was durch die warme Luft durchaus vorkommen kann. Zudem sollten Sie beim föhnen immer darauf achten,  dass Sie genug Abstand halten, damit es Ihrem Baby nicht zu heiß wird. Hat Ihr Baby nur in die Windel gepinkelt, so können Sie Urin und Creme mit Speiseöl, z.B. Olivenöl entfernen, das tut Ihrem Kind am wenigsten weh. Feucht- und Reinigungstücher sollten Sie vorerst weglassen, Sie können für unterwegs alternativ auch Mandelöl aus der Apotheke verwenden, um den Babypopo zu säubern.

Lassen Sie Ihr Baby möglichst oft ohne Windel – also mit nacktem Po – strampeln, denn die frische Luft um den windelfreien Babypo fördert die Heilung der wunden Haut. Ideal sind bei jedem Wickeln 10 bis 15 Minuten in einem warmen Raum oder unter einer Wärmelampe.

Stillen Sie Ihr Baby, so sollten Sie während der Stillzeit auf Ihre Ernährung achten und möglichst wenig oder nichts Säurehaltiges oder Scharfes essen, denn Nahrungsmittel, die stillende Mütter zu sich nehmen, gelangen über die Muttermilch zum Baby. Doch können Sie die wunde Haut am Po des Kindes mit Muttermilch behandeln, indem Sie mit einem sauberen, weichen Tuch einwenig Muttermilch auf die wunden Stellen tupfen. Ebenso können Sie etwas kalten Kamillentee oder Schwarztee auf die wunden Hautstellen auftragen, denn das kühlt und beruhigt die Haut. Eine heilende Wirkung hat auch Zinksalbe, diese erhalten Sie rezeptfrei in Apotheken. Eventuell sollten Sie die Windelmarke wechseln und mal zwischendurch andere Windeln ausprobieren.
Um Windeldermatitis entgegenzuwirken, können Sie auch Windeleinlagen aus Bouretteseide verwenden, diese Windeleinlagen haben eine entzündungshemmende Wirkung, sind weich und angenehm auf der angegriffenen Haut, sie verkleben nicht an den wunden oder offenen Stellen und die schädliche unangenehme Feuchtigkeit wird von der Haut abgeleitet. Die Windeleinlagen aus Bouretteseide können Sie in der Apotheke oder online kaufen. Sie sollten auf jeden Fall darauf achten, dass der Po des Babys vollkommen trocken ist, bevor Sie ihm eine frische Windel anziehen.

Hat Ihr Baby einen wunden Po, so ist es ratsam, längere Autofahrten zu vermeiden (vor allem im Sommer bei heißen Temperaturen), da sich durch die gestaute feuchte Wärme, die aggressiven Stoffe in der Windel und die Druckbelastung im Kindersitz das Wundsein noch verschlimmert.

Wie kann man einem „wunden Po“ bzw. einer Windeldermatitis vorbeugen?

Legen Sie Wert auf eine gesunde Hygiene und achten Sie darauf, dass Sie Ihr Baby nach jedem Stuhlgang möglichst schnell wickeln. Dabei sollten Sie den kleinen Po (samt Hautfalten) zuerst gründlich säubern und trocknen …und danach für die Pflege am besten dermatologisch getetestete Babypflegeprodukte ohne Zusätze (wie Duftstoffe) verwenden. Damit sich die zarte Haut erholen kann, sollten Sie die Windel einfach zwischendurch mal weg lassen und das Kind ohne Windel zappeln lassen.
Stillen Sie Ihr Kind, denn durch Muttermilch ist der Stuhl nicht so hautreizend. Allerdings sollten Sie während der Stillzeit auf Zitrusfrüchte und säurehaltiges Obst, Fruchtsäfte und Gemüse verzichten.

Wunder Po beim Baby evtl. durch Nahrungsmittel

Wunder Po beim Baby - Ursachen, Hilfe, Vorbeugung

Wunder Po kann auch von Nahrungsmitteln kommen

Füttern Sie Ihrem Baby bereits Beikost, so dürfen Sie ihm während es wund ist nur säurearme Säfte und mildes Mus geben.
Isst Ihr Kind schon am Tisch mit, so sollten Sie darauf achten, dass die Gerichte keine scharfen Gewürze, Zwiebeln oder Knoblauch enthalten, denn auch diese Nahrungsmittel können dazu führen, dass Ihr Kind wund wird. Ebenso sollte das Kind während des Wundseins keine exotischen Früchte, Zitrusfrüchte und säurehaltige Obstsorten zu sich nehmen.
Leidet Ihr Baby trotz aller Vorsicht an wunder Haut im Windelbereich und tritt innerhalb von 2 Tagen keine Besserung ein, so ist ein Besuch beim Kinderarzt erforderlich.

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Mein baby hat auch einen wunden po mit offenen stellen nur weiss ich nicht was ich noch machen soll

Nicole schrieb am 1. Juni 2015