Experimente für Kinder

Kinder sind von Geburt an grundsätzlich neugierig und wissbegierig, ihr genetisches Programm heißt „lernen“. Eine wichtige Aufgabe der Eltern ist es, genau dies nach Kräften zu unterstützen, ohne zu überfordern, eine Gratwanderung, die nicht immer einfach ist.

Experimente vermitteln die Welt

Es gibt im Handel eine fast unendliche Zahl an verschiedenen Experimentierkästen, thematisch oder nach Kindesalter sortiert, die alle ausführliche Erklärungen und Anleitungen in mehreren Sprachen beinhalten. Diese „Experimentbaukästen“ sind meistens gut und haben wirklich ihre Berechtigung, vorausgesetzt die Eltern lassen ihre Kinder damit gerade am Anfang nicht allein. Nun liegt ja bekanntlich das Geniale oft auch im Einfachen. Bevor wir unser Kind mit einem didaktisch aufpolierten „anstrengenden“ Experimentierset „belasten“, können wir auf sehr einfache Weise erst einmal ausloten, ob bzw. wie offen und interessiert unser Kind überhaupt „für die Naturwissenschaften“ ist.

Die Wohnung ist ein kleines Labor

Mit ein bisschen Suche finden wir sogar zu Hause spontan alle möglichen Utensilien, die sich zum unmittelbaren gemeinsamen Experimentieren mit Kindern eignen und das Interesse für die Naturwissenschaften früh wecken können. Die Herangehensweise kommt dabei dem kindlichen Gemüt sehr nahe, indem wir uns an die Erkenntnisse empirisch herantasten, ohne viel Theorie, da das Abstraktionsvermögen naturgemäß bei kleinen Kindern noch nicht ausgebildet ist.

Ein Zauberwald aus Salzkristallen

Wir bereiten (beliebig) übersättigte Salzlösungen in flachen Schalen oder Gläsern vor. Mit ein paar Tropfen
Kaliumpermanganat oder verschieden farbige Tinten, ggf. dunkler Sirup oder andere Säfte können die Flüssigkeiten angefärbt werden. Jeweils ein Faden (durchaus auch mit unterschiedlichen Stärken ausprobieren) taucht in die Näpfchen ein und ist weiter oben fest aufgehängt. In einem kühlen, dunklen, ungestörten Raum funktioniert es am Besten, dass die salzige Lösung durch Adhäsion langsam (also wochenlang) gegen die Schwerkraft am Faden nach oben klettert. Bei ihrer Verdunstung lässt sie das Salz zurück, das sich zu immer größeren Kristallen mit z. T. prächtigen und einzigartigen Formen ausprägt.

Eine geheimnisvolle Mischung

Dieses Experiment erklärt die Begriffe Gewicht und Dichte. Zwei unterschiedliche Flüssigkeiten, z. B. Wasser und Speiseöl werden in einem größeren Glas oder durchsichtigen Becken ordentlich gemischt und dann ruhig stehen gelassen. Relativ schnell trennen sich beide Flüssigkeiten durch die Schwerkraft eindeutig mit einer ebenen Grenzfläche ab. Die Aufgabe besteht nun darin, kleine Gegenstände zu finden, die in der oberen Flüssigkeit absinken, aber auf der Oberfläche der unteren Flüssigkeit, also in der Mitte auf der Grenzschicht, schwimmen. Beim Beispiel Wasser und Öl müsste die Materialdichte ungefähr 0,95 g/cm3 betragen, das könnte z. B. ein bestimmter Kunststoff oder Hartgummi sein. Wer einen solchen Gegenstand zuerst findet, hat gewonnen.

Der Wasserfilter

Kinder malen gern mit ihrem Tuschkasten. Das Wasserglas sieht dann jedes Mal relativ schnell relativ furchtbar aus. Ist aber nicht so schlimm, denn Wasser kann man ja wieder sauber machen, so etwas passiert in jeder Kläranlage. Die Kinder werden angehalten, im Garten oder auf dem Feld Sand zu suchen, Erde, Feinsand, Grobsand, Kies, ggf. auch Stroh oder Moos. In einem möglichst durchsichtigen Zylinder, der unten wie ein Trichter (mit kleiner Öffnung) zuläuft, werden die verschiedenen Materialien (Körnungen) in breiten Schichten übereinander angeordnet. Dann wird oben das Schmutzwasser langsam aufgegossen, und unten werden die deutlich gereinigten Tropfen nach wenigen Minuten wieder mit einem Glas aufgefangen.

Fortgeschrittene können dieses Experiment in zwei Varianten machen: grobere Körnungen oben, feinere Körnungen unten, und danach umgekehrt. Vergleiche die Resultate.

Ähnliche Beiträge
Kommentar schreiben

Hallo Ihr,
ich mache im Moment ein Jahrespraktikum in einer Grundschule,um meine Fachhochschulreife mit Schwerpunkt Soziaqlpädagogik zu bekommen. Nach den Herbstferien möchte ich eine Experimente-AG leiten und suche npch spannende Experimente die ich ohne weiteres mit Kindern von 5-10 Jahren machen kann. irgendwas besonderes.
Vorschläge wären super!!!
lg

Jan92 schrieb am 22. September 2010