Wenn ein Kind sitzen bleibt, was tun?

Wenn ein Kind das Klassenziel nicht erreicht, dann steht es zunächst mal unter einem mehr oder weniger starken Schock. Doch Eltern haben viele Möglichkeiten, um ihre Kinder in dieser schwierigen Situation aufzufangen.

Sitzen bleiben: Wenn ein Kind sitzen bleibt, was tun?

Sitzen bleiben ist für Kinder schwierig

Lernen ohne Druck

Gerade jüngere Kinder leiden sehr unter dem schulischen Misserfolg. Deshalb sollte bei Kindern im Grundschulalter der Trost im Vordergrund stehen. Und selbst ein cooler Teenager steckt diese Erfahrung nicht so locker weg, wie er es vielleicht vorgibt. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie hinter ihm stehen!

Zeigen Sie ihm, dass Ihre Liebe zu ihm nicht von der schulischen Leistung abhängt. Auch wenn im ersten Moment diese positive Reaktion schwerfallen mag, ist sie doch das Beste, was Sie Ihrem Kind jetzt geben können. In dieser Situation muss man als Eltern ein wenig über sich hinauswachsen. Denn nicht nur das Kind ist vom Sitzenbleiben betroffen, auch die Eltern fühlen sich in Frage gestellt.

Sie sind enttäuscht und fragen sich, ob sie dem Kind zu wenig an Hilfe gegeben haben. Doch Schuldgefühle sind ein schlechter Ratgeber, sehen Sie lieber nach vorn! Und schenken Sie Ihrem Kind zumindest in den ersten Ferienwochen eine Auszeit ohne Lernen und Druck.

Ihr Kind verliert durch das Sitzenbleiben seinen bisherigen Klassenverband. Es hat dann neben dem Misserfolg auch die Angst vor dem Verlust der guten Freunde zu bewältigen. Aus der Perspektive eines Erwachsenen mag dieses Problem zweitrangig erscheinen, aber für ein Kind kann eine Welt zusammenbrechen, wenn seine lang gewachsenen Freundschaften in Gefahr sind.

Da hilft es sehr, wenn Sie als Eltern dem Kind versprechen, dass Sie ihm dabei helfen werden, seine Kontakte zu Kindern aus der alten Klasse zu pflegen. Sie können Fahrdienste anbieten und zusagen, dass die Freunde aus der alten Klasse oft eingeladen werden dürfen.

Stärken & Interessen finden und stärken

Nutzen Sie die Ferienzeit auch dazu, die wirklichen Stärken und Interessen Ihres Kindes zu finden und zu fördern. Selbstverständlich sind die kostbaren Ferienwochen in erster Linie dazu da, damit Kinder komplett abschalten und ohne Termindruck und Lernstress ihre freie Zeit genießen können. Doch neben dem unbeschwerten Spiel ist es gerade für Sitzenbleiber immens wichtig, neues Selbstbewusstsein zu entwickeln. Das kann durch ein Hobby oder auch durch Aktivitäten in Feriengruppen geschehen.

Unterstützen Sie Ihr Kind bei allem, was ihm Freude macht und Erfolgserlebnisse bringt.

Wenn es mit der Versetzung nicht geklappt hat, kann das auch zum Anlass genommen werden, um darüber nachzudenken, ob die aktuelle Schulform wirklich die richtige Wahl ist. Haben Sie den Eindruck, dass Ihr Kind sich schon länger überfordert fühlt? Dann sollte über einen Wechsel der Schule nachgedacht werden. Bitte seien Sie nicht zu ehrgeizig, vielleicht ist Ihr Kind mit dem Stoff auf dem Gymnasium tatsächlich überfordert. Es ist keine Blamage, wenn es zur Realschule wechselt und nach den zehnten Klasse kann es immer noch auf eine weiterführende Schule gehen.

Ganz anders sieht der Fall aus, wenn Ihr Kind zu früh eingeschult wurde. Dann erledigt sich das Problem dank der Ehrenrunde ganz von selbst.

Es kann aufgrund von Überforderung zu Schwierigkeiten bei der Versetzung kommen. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass auch eine Unterforderung dazu führen kann. Denn hochbegabte Kinder langweilen sich schnell, das führt dann dazu, dass sie sich dem angebotenen Lerngeschehen komplett verweigern.

Ein Kind, das sitzen bleibt, muss sich an neue Mitschüler gewöhnen

Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind eher unterfordert ist, dann lassen Sie es bitte bei einer seriösen Institution auf eine eventuelle Hochbegabung testen.

Tipps für das neue Schuljahr:

 

  • Halten Sie von Beginn an Kontakt zu den neuen Lehrern. Gehen Sie nicht davon aus, dass diese sich bei Ihnen melden.
  • Nehmen Sie sich jeden Tag die Zeit dazu, um mit Ihrem Kind darüber zu reden, was es gerade lernt. Ihr Interesse am Lernstoff wird Ihr Kind motivieren!
  • Gerade jetzt braucht Ihr Kind Erfolgserlebnisse. Loben Sie es deshalb direkt für gute Lernergebnisse.
  • Legen Sie die Zeiten fest, in denen die Hausaufgaben erledigt werden müssen. Das erspart unnötige Diskussionen und die Routine wird Ihrem Kind helfen einen strukturierten Arbeitsrhythmus zu entwickeln.
  • Kinder brauchen einen Raum zum Lernen, der absolut frei von Störungen ist. Wichtig ist auch eine Atmosphäre zum Lernen, die ohne Angst auskommt und in der Ihr Kind sich wohlfühlt.
  • Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Lernen spannend sein kann. Denken Sie sich spannende Aufgaben zu den Themen aus, die gerade in der Schule behandelt werden.
  • Auch das Lernen will gelernt sein! Und dabei hilft es, wenn dem Kind ein Stück Eigenverantwortung übertragen wird. Geben Sie Ihrem Kind einen Lernplan für die Woche, bei dem es selbstentscheiden kann, welche Übungsaufgaben es wann erledigt.
  • Neben dem Lernen darf die Bewegung auf keinen Fall zu kurz kommen. Denn Studien haben gezeigt, dass Probleme beim Lernen häufig durch Bewegungsmangel und dadurch fehlende räumliche Erfahrungen zurückzuführen sind.
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Eltern sollten sich schon das Jahr über dafür interessieren, wie es ihrem Kind in der Schule geht. Außerdem müssen sie jede einzelne Klassenarbeit unterschreiben somit wissen sie doch was ihr Kind für Noten schreibt und ob es gut ist in der Schule oder eventuell sitzen bleiben könnte.

Madeleine schrieb am 10. November 2015