Kinderpatenschaft – Helfen und verbinden –

Die Patenschaft ist im weitesten Sinne ein Wahrnehmen von Fürsorge und von Verantwortung gegenüber einem anderen, auch fremden Menschen. Patenschaft ist das einseitige Geben, ohne dass sich gegenüber dem Paten daraus Pflichten ergeben. Ein Patenkind ist immer der einseitig Begünstigte, dem viel Wohlwollen und Verständnis entgegengebracht wird.

So ist es auch mit einer Kinderpatenschaft. Sie ist die sowohl ideelle als auch materielle Unterstützung eines Kindes durch seinen Paten. Kinderpatenschaften sind in diesem Sinne Hilfen, deren Anlass ein Mädchen oder ein Junge ist, zu dem sich der Pate besonders hingezogen fühlt, ohne dass sich beide persönlich kennen.

Vermittlung durch gemeinnützige Organisationen und Verbände

Seit vielen Jahrzehnten werden Kinderpatenschaften durch NPOs, Non-Profit-Organisationen, zu Deutsch gemeinnützige Organisationen vermittelt. Dabei handelt es sich um die regelmäßige Spendenzahlung für eine ausgewählte Region oder Örtlichkeit, in der das Patenkind wohnt und seinen Lebensmittelpunkt hat. Diese Wechselwirkung ist eine Win-win-Situation für alle Betroffenen.
Die NPO organisiert und verantwortet einzelne Förderprojekte in Ländern der Dritten Welt, beispielsweise in Südamerika, in Asien oder in Afrika.

Die konkrete Fördermaßnahme wird vorgestellt, inklusive derjenigen Menschen und Personen vor Ort, denen sie zugutekommen soll. Das kostet Geld, wobei dem Kinderpaten zugesichert wird, dass seine Spendenzahlung „nicht versackt oder versickert“. Sie steht der Familien-, der Dorfgemeinschaft sowie seinem Patenkind entweder in Geld- oder in Warenwert ungekürzt zur Verfügung. Damit soll die unmittelbare, persönliche Unterstützung der einzelnen Person betont werden, die Tausende Kilometer entfernt lebt und dennoch ganz persönlich von der Spende profitiert.

Kontakt zwischen Kinderpate und Patenkind

Heutzutage bieten bundesweit rund eineinhalb Dutzend Verbände die Vermittlung von Kinderpatenschaften an. Sie reichen von A wie Afrika-Solidarität Deutschland e.V. über die Kindernothilfe e.V., den Plan International Deutschland e.V. oder den SOS Kinderdorf e.V. bis W wie World Vision Deutschland e.V. All diese NPOs in der Rechtsform des eingetragenen gemeinnützigen Vereins vermitteln einen direkten Kontakt zwischen Patenkind und Kinderpaten.

Das geschieht in Wort, Schrift und Bild, sowie auch mit der heutigen modernen Kommunikation per E-Mail, Skype oder Chat. Hier wird ganz bewusst das einzelne Kind als Patenkind „herausgesucht“ und begünstigt. Aus einer solchen Kinderpatenschaft heraus entwickeln sich persönliche Kontakte und Bindungen, die bis hin zu einer Familienzusammenführung reichen können. Der jährliche Spendenbeitrag im niedrigen bis mittleren dreistelligen Eurobereich ist im Lande des Patenkindes ein Vielfaches wert.

Man kann es auch so formulieren: Mit wenig Einsatz lässt sich Viel bewirken.

Bewusste Abgrenzung zu sonstigen Entwicklungsmaßnahmen

Kinderpatenschaften sind keine Konkurrenz, sondern eine ganz bewusste Ergänzung von Projektförderungen der Non-Government-Organisationen, kurz NGOs, zu Deutsch Nichtregierungsorganisationen.

Während hier sowie bei anderen NPOs Maßnahmen und Projekte gefördert werden, handelt es sich bei der Kinderpatenschaft immer und ganz gewollt um den einzelnen Menschen. Der Kinderpate kann seinem Patenkind ganz individuelle, persönliche Freuden bereiten. Was sich daraus entwickelt, weiß zu Beginn weder die eine noch die andere Seite.

Der Kinderpate „gibt“ und beeinflusst dadurch auch, wie sich die Patenschaft entwickelt.

Jede Kinderpatenschaft

verbindet Menschen und Kulturen über Länder und Grenzen hinweg, sie macht insgesamt weltoffen und tolerant. Davon profitieren beide betroffenen Familien über Jahrzehnte hinweg, beginnend mit den beiden ersten Generationen von Kinderpate und Patenkind.

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Es ist durchaus möglich, Patenschaften in Deutschland zu übernehmen. SOS-Kinderdörfer gibt es beispielsweise überall, auch in Deutschland. Man sollte jedoch auch überlegen, wo die Not am Größten ist. Bei uns ist das soziale Netz sehr eng, in anderen Ländern kennt man kein ALG II etc. und der Lebensstandard ist auch für „Arme“ hier sehr hoch.

Petra schrieb am 22. Juni 2010

Mir bleibt unverständlich, warum man die bundesinternen Probleme durch internationale Probleme gleichen Themas zu kaschieren versucht.

Auch hier in Deutschland leben Familien (beide Elternteile sind Bezieher von ALG II und für den ersten Arbeitsmarkt – aus welchen Gründen auch immer – schwer vermittelbar) am Existenzminimum!!!

Hier sollte doch nicht entscheiden WO man etwas Gutes tut, sondern und vor allem WIE man das tut. Geld allein bewirkt de facto GAR NICHTS. Insbesondere die inzwischen zahllosen Hilfsorganisationen stehen schon seit Jahren in der Kritik, dass viele Spenden im enormen Verwaltungsapparat versickern und damit der Gegenstand der Uneigennützigkeit nicht mehr gegeben ist.

Man bedenke:
1.: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Elend liegt so nah?
2.: Ich bin nicht arm, nur weil ich pleite bin.
3.: Unser höchste Gut ist nicht Geld, sondern ZEIT!

Luxx schrieb am 21. Mai 2010

Hallo Raphael. Ich finde es gut das ihr eine Patenschaft übernehmen möchtet. Allerdings ist es nach meinem Wissen nicht möglich, dass das Patenkind zu euch kommen kann. Es geht höchstens andersrum. Einige Organisationen bieten es an das man selbst sein Patenkind besuchen kann.

Nadine schrieb am 21. Dezember 2007

Hallo ich und meine Familie möchten gern eine Patenschaft übernehmen.Kommt das Kind dann auch mal zu uns in den Ferien oder so? Oder wäre so etwas möglich? mb

Raphael schrieb am 20. Dezember 2007