Kinder lieben kurze Geschichten

Das Vorlesen von Geschichten für Kinder hat in unserer modernen Zeit mitnichten an Aktualität eingebüßt, eher umgekehrt, es ist sogar noch wichtiger geworden, die Kinder so früh wie möglich in die fantastische Welt der Erzählungen einzuführen.

Warum ist Vorlesen so wichtig für Kinder?

Gute-Nacht-GeschichteWissenschaftliche Studien haben nachgewiesen, dass das regelmäßige Vorlesen von Geschichten bei Kleinkindern die Kreativität fördert, die soziale Kompetenz verbessert und natürlich auch das Sprachverständnis deutlich voranbringt. Im Einzelnen wurden die folgenden Vorteile identifiziert:

  • Vorlesen formiert und erweitert den Wortschatz des Kindes, und es hilft den Kindern z. B. auch mit Reimen, die Struktur der Sprache zu begreifen.
  • Es wird die Fantasie des Kindes angeregt, das geschieht z. B. dadurch, dass sich das Kind in die Helden der Geschichte hineinversetzt, sozusagen wie ein Schauspieler, der in seine Rolle schlüpft.
  • Jede Geschichte trägt immer auch eine Botschaft in sich. So werden verschiedene Situationen dargestellt und stets Wege gezeigt, wie Probleme gelöst werden können. Dadurch gewinnen Kinder an sozialer Kompetenz.
  • Geschichten haben auch immer eine „Umwelt“ und weisen so auf die Möglichkeit unterschiedlicher Sichtweisen auf denselben Umstand hin.
  • Die Bindung innerhalb der Familie wird durch das Vorlesen gestärkt, denn z. B. das regelmäßige abendliche Vorlesen vor dem Schlafengehen löst beim Kind ein Gefühl der Geborgenheit aus und schafft Vertrauen, das wiederum eine Voraussetzung für die Bildung einer guten Kommunikationsfähigkeit ist.

Kurzgeschichten sind ideal für Kleinkinder

Durch Vorlesen lernt schon ein Kleinkind, sich zu konzentrieren, was eine sehr wichtige Grundlage für sein ganzes Leben ist. Natürlich können Kleinkinder noch nicht lange still sitzen und komplex aufgebaute Geschichten verfolgen. Gerade deshalb sind ja Kurzgeschichten für Kleinkinder so ideal. Es liegt in der Natur der Sache, dass Kurzgeschichten einfach aufgebaut sind mit einer überschaubaren Zahl von Protagonisten, und deshalb können eben auch schon kleine Kinder der Handlung folgen und die Zusammenhänge verstehen. Besonders zu empfehlen sind jene Kurzgeschichten, die mit kindgerechten Illustrationen versehen sind.

Wann sollten Eltern mit Kurzgeschichten beginnen?

So früh wie möglich, was nicht bedeutet, dass schon ein Baby mit Geschichten „vollgequatscht“ werden soll. Aber wenn beispielsweise etwas größere Geschwister da sind, denen die Eltern eine Geschichte erzählen, wird es dem Baby absolut nicht schaden, diese Situation schon mal unbewusst aufzunehmen. Und bald verselbstständigt sich der Prozess ohnehin, denn es sind ja dann auch die älteren Geschwister, die auch gern mal die Vorleserrolle übernehmen, und das sollten wir unbedingt so zulassen.

Ab ungefähr drei Jahre werden dann in der Tat die Inhalte der Geschichten für die Kinder immer wichtiger. Oftmals schließt das Kind eine Figur des Buches in sein Herz, und das kann dann der Beginn sein einer wunderbaren Freundschaft mit der Literatur. Und bitte hören Sie mit dem Vorlesen nicht auf, nur weil das Kind in der 2. Klasse nun endlich selber lesen kann, denn dies käme einer Bestrafung für die Fähigkeit des eigenen Lesens gleich.

Kurzgeschichten aus eigener Fantasie improvisiert

Das ist die Königsdisziplin beim „Vorlesen“, jedes Kind liebt seine Eltern für spontan ausgedachte und sogleich mit schauspielerischen Elementen vorgetragene Geschichte, auch dann, wenn der Inhalt eigentlich ein bisschen „doof“ ist. Der absolute Renner bei Kindern sind kleine Theatervorführungen, bei denen den Plüschtieren und Puppen bestimmte Charakterrollen (mit verstellter Stimme) zugedacht werden.

Am Besten stellt man sogar Situationen aus der eigenen Familie nach: Der große braune Teddy stellt immer den Papa dar, der Seelöwe kriegt ein Röckchen, weil das sie Mama ist, die Gummiente und der Papagei vertreten die Schwester und den Bruder, und das Kleinkind selbst wird durch das kleine Schmusekätzchen vertreten. Allein der Ablauf eines ganz normalen Tages so nachempfunden bringt unbeschreiblichen Spaß für alle Beteiligten. Dass am nächsten Tag dann auch noch Opa und Schwiegermutter einen passenden Repräsentanten kriegen, das lässt sich meistens nicht mehr verhindern.

Auch Fehlverhalten lässt sich mit diesen humorvollen Spiegelbildern analysieren und korrigieren, und Kinder können hierbei jederzeit aktiv in den Verlauf der Geschichten eingreifen und sogar schon moderieren. Auf diese Weise entstanden die berühmtesten Kindergeschichten, z. B. schon vor über 90 Jahren Pu der Bär (Winnie-the-Pooh in der original engl. Version). Der Kinderbuchautor Alan Alexander Milne schrieb diese Geschichten ursprünglich für seinen Sohn Christopher Robin. Und die Hauptrollen übernahmen damals tatsächlich die Stofftiere seines Sohnes.

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