Rechte der Schwangeren in der Schwangerschaft

Sobald sich Ihr Wunsch von der Schwangerschaft erfüllt hat, sollten Sie umgehend Ihren Arbeitgeber von Ihrer neuen Situation in Kenntnis setzen. Neben Sofort-Maßnahmen, die Sie selbst mit Eintritt der Schwangerschaft realisieren, wie beispielsweise der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten, sowie generell eine gesunde Ernährungsweise, hat Ihr Arbeitgeber bestimmte Pflichten, um die Gesundheit von Ihnen und dem ungeborenen Kind nicht zu gefährden.

Die gesetzlichen Bestimmungen sind im Mutterschutzgesetz (MuSchG) und der Verordnung zum Schutz der Mütter am Arbeitsplatz (MuSchArbV) festgehalten. Das Mutterschutzgesetz greift bei allen Arbeitsverhältnissen, auch bei geringfügiger Beschäftigung, Heimarbeit und gilt auch für Hausangestellte. Darüber hinaus schließt das Mutterschutzgesetz weibliche Auszubildende mit ein. Selbstständige müssen eigenverantwortlich ihren Arbeitsalltag so gestalten, dass die Sicherheit für die eigene Person und den Nachwuchs gewährleistet ist.

Ihre Rechte

Was Ihnen während der Schwangerschaft zusteht und was Sie nicht tun müssen

Um körperlicher Überforderung vorzubeugen und die Gesundheit beider, sowohl von werdender Mutter, als auch von Kind sicherzustellen, muss der Arbeitsplatz so gestaltet werden, dass die Schwangere nicht mit Gefahrstoffen in Kontakt kommen kann und auch kein schweres Gerät bedienen muss. Das Arbeiten mit giftigen Dämpfen und Gasen ist untersagt, auch Strahleneinwirkung, große Hitze oder Kälte müssen vermieden werden.

Die Schwangere muss Gelegenheit für genügend Pausen haben und darf zudem nicht am Fließband, in Schichtarbeit oder nachts tätig sein. Auch zusätzliche Belastung durch Mehrarbeit darf ihr nicht zugemutet werden. Sollte die werdende Mutter daraufhin an einen anderen Arbeitsplatz versetzt werden, dürfen ihr keine finanziellen Nachteile durch geringere Entlohnung entstehen. Auch durch das Ausschlagen von Überstunden, Schicht- oder Nachtarbeit darf ihr kein finanzieller Verlust entstehen.

Pflichten des Arbeitgebers

Melden Sie den Eintritt der Schwangerschaft alsbald Ihrem Arbeitgeber. Sobald Sie den voraussichtlichen Entbindungstermin wissen, geben Sie auch diesen bekannt. Der Arbeitgeber ist verpflichtet die Schwangerschaft der zuständigen Aufsichtsbehörde zu melden.

Diese klärt im Zweifelsfall auch ab, ob ein Risiko für die Schwangere am Arbeitsplatz besteht. Sowohl Arbeitgeber-, als auch Sie als Arbeitnehmerin können sich an die Aufsichtsbehörde wenden. Laut Arbeitsrecht kann auch ein Arzt zurate gezogen werden, der gegebenenfalls ein Berufsverbot ausspricht. Ihnen steht in diesem Fall weiterhin volles Gehalt zu.

Ist der Fall jedoch nicht so eindeutig, kann der Arzt Sie zumindest krankschreiben. Jedoch ist diese Option mit finanziellem Verlust verbunden, da Sie nur Krankengeld beziehen, was sich später auch auf die Höhe des Elterngeldes auswirkt.

Neben ausreichend Pausen, die Ihnen als Schwangere zustehen, haben Sie ein Recht darauf, auch während der Arbeitszeit Termine beim Frauenarzt zur Vorsorge-Untersuchung in der Schwangerschaft wahrzunehmen.

Besondere Fristen

In den letzten sechs Wochen vor der Entbindung und für acht Wochen nach der Geburt geht die Mutter in Mutterschutz. Wenn sie es möchte, kann sie vorher weiterarbeiten, danach aber nicht. Für Früh- und Mehrlingsgeburten gilt eine längere Mutterschutzfrist danach von zwölf Wochen.

Wenn Sie nach Ablauf der Mutterschutzfrist nach der Geburt wieder arbeiten, stehen Ihnen Stillpausen zu. Sie dürfen in Absprache mit Ihrem Arbeitgeber selbst wählen, wann Sie diese nutzen. Bei einem 8-Stunden-Tag steht Ihnen eine Stunde zum Stillen zu, die Sie auch in zwei halbe Stunden aufteilen können. Die Pausen müssen weder nachgearbeitet, noch darf es dafür Verdienstabzug geben.

Kündigungsschutz und besondere Arbeitsverhältnisse

Rechte der Schwangeren in der SchwangerschaftWährend der Schwangerschaft, in der Mutterschutzfrist und in der Elternzeit genießen Sie Kündigungsschutz
. Der Arbeitgeber ist zudem verpflichtet Sie nach der Elternzeit wieder einzustellen, jedoch haben Sie keinen Anspruch auf den früheren Arbeitsplatz, lediglich auf einen gleichwertigen.

Befristete Dienstverhältnisse betrifft dies nicht. Sie laufen einfach vertragsgemäß aus. Ausbildungsverträge sind jedoch in der Regel befristet, aber hier gilt:

Die Auszubildende kann eine Verlängerung der Ausbildungszeit vor der Abschlussprüfung beantragen, weil ihr durch die Schwangerschaft Fehlzeiten entstanden sind, welche das Bestehen unwahrscheinlich machen. Auch im Falle des Nichtbestehens der Abschlussprüfung ist eine Verlängerung bis zum nächstmöglichen Abschlussprüfungstermin möglich, maximal aber um ein Jahr. Ansonsten kann die Auszubildende eine einvernehmliche Verlängerung mit der Arbeitgeberseite anstreben.

Weiterführende Informationen zu Ihren Rechten erhalten Sie kostenlos in den Broschüren zu Mutterschutz und Elternzeit vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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Also ich fange ab den 1 oktober 2014 an zu arbeiten und habe ein befristeten Arbeitsvertrag! Bis jänner 2015. Meine Frage ist, was passiert wenn ich in den zwischen raum schwanger werde? Hab ich da recht weiterhin geld zu bekommen oder läuft ttotzdem mein vertrag ab und ich muss mich beim ams melden. Danke im vorraus

asmira schrieb am 7. September 2014