Schwangerschaft: Probezeit & Kündigung

„Ich freue mich so über meinen neuen Job. Es macht mir viel Spaß und ich gehe gerne hin. Die Mitarbeiter sind alle sehr nett und die Arbeit ist abwechslungsreich. Ich bin noch in der Probezeit, als mir plötzlich täglich übel wurde, bin ich etwa krank? Ein Besuch beim Arzt und alles ist klar: Ich bin schwanger. Was wird nun aus mir und meinem Job? Werde ich ihn verlieren? Darf ich überhaupt gekündigt werden?“

Bin ich in der Probezeit kündbar?

Reading a bookGrundsätzlich gilt in der Probezeit kein Kündigungsschutz. Anders jedoch bei Schwangeren. Auch wenn sie nicht verpflichtet ist, die Schwangerschaft dem Dienstgeber in der Probezeit bekannt zugeben, wird mit der Bestätigung vom Frauenarzt, der Mutterschutz und somit der Kündigungsschutz aktiv.

Das bedeutet: Eine Schwangere ist, auch wenn sie noch in der Probezeit ist, bis 4 Monate nach der Geburt nicht kündbar. Wenn sie danach Karenz bzw. Elternzeit in Anspruch nimmt, ist sie bis 4 Wochen nach Ende der Karenz oder Elternzeit geschützt.

Die einzigen Ausnahmen sind:

  • Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit durch den Dienstgeber)
  • Fehlverhalten vom Dienstnehmer
  • Arbeitsvertrag wurde mit Befristung abgeschlossen

Ich wurde gekündigt und habe danach erfahren, dass ich schwanger bin!

In diesem Fall, kommt es darauf an, wie viel Zeit nach der Kündigung vergangen ist.

Hat man innerhalb 5 Werktagen, nach Ausspruch der Kündigung von der Schwangerschaft erfahren, wird diese unwirksam. Es ist jedoch wichtig, die Schwangerschaft unverzüglich und am besten schriftlich, dem Dienstgeber mitzuteilen.

Ich bin schwanger, möchte aber einvernehmlich kündigen!

Eine einvernehmliche Kündigung ist, trotz Schwangerschaft, möglich. Diese sollte bestenfalls schriftlich erfolgen. Bei werdenden Müttern unter 18 muss dazu noch eine Bescheinigung vom Arbeitsgericht eingeholt werden.

Ich habe nach einer einvernehmlichen Kündigung erfahren, dass ich schwanger bin!

Erfährt man erst nach einer einvernehmlichen Kündigung, dass man schwanger ist und möchte diese dann zurückziehen, kann man das ebenfalls innerhalb 5 Werktagen, schriftlich, nachholen. Auch hier tritt das Mutterschutzgesetz und somit auch der Kündigungsschutz in Kraft.

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Hallo, ich bin in der Probezeit und schwanger. In meinem Vertrag steht dass ich versichere nicht schwanger, Schwerbehindert o.ä. zu sein. Den habe ich unterschrieben als ich noch nicht wusste dass ich schwanger bin. Wie sind da nun meine Rechte ?

Eva schrieb am 29. August 2015

Hallo, bin total verunsichert durch die vielen gegensätzlichen aussagen.
Ich habe einen Jahresvertrag, mit probezeit bis zum 15.12.2014.
Habe gestern erfahren das ich schwanger bin, was ratet ihr mir … erzähle ich es meinem chef jetzt schon oder sollte ich noch die neun Tage abwarten bis die Probezeit rum ist?
Wäre das nicht ein unlojales verhalten einfach abzuwarten?

lily schrieb am 7. Dezember 2014

Hallo, ich habe eine Frage auf die ich keine Antwort finde!
Ich war in der Probezeit und wurde schwanger. Durch den besonderen Kündigungsschutz verlief alles nach Regeln weiter. Dann habe ich jedoch das Kind in der 9. SSW verloren und wurde direkt danach gekündigt. Jetzt die Frage, ich bin ab dem 31.Juli gekündigt und was ist, wenn ich davor wieder schwanger werde? Gilt dann immer noch ein Kündigungsschutz oder zählt der nicht mehr, weil ich zu diesem Zeitpunkt (wo die Kündigung unterschrieben wurde) noch nicht wieder schwanger bin?? Wäre über eine Antwort sehr dankbar!!

T. schrieb am 26. Juni 2014

hallo,
vllt ihr können mir helfen….
ich bin jetzt 1-1/2 jahre bei eine firma(ich habe schon 2 vertrag gehabt)
ich bin aber jetzt schwanger und ich muss mein chef sagen(mein bauch geht immer grosser und grosser-3monat)
bekomme wahrend die schwangerschaft mein 3 verlängerung??(unbefristet)????
oder bekomme diese mutter schutz und so bald meim vetrag zu ende ost wird nocht mehr verlänger??? oder wie ist das????

danke!!

michaela schrieb am 11. August 2013

Marcus schreibt völligen Schwachsinn…

Mutterschutzgesetz
3. Abschnitt – Kündigung (§§ 9 – 10)
(1) Die Kündigung gegenüber einer Frau während der Schwangerschaft und bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung ist unzulässig, wenn dem Arbeitgeber zur Zeit der Kündigung die Schwangerschaft oder Entbindung bekannt war oder innerhalb zweier Wochen nach Zugang der Kündigung mitgeteilt wird; das Überschreiten dieser Frist ist unschädlich, wenn es auf einem von der Frau nicht zu vertretenden Grund beruht und die Mitteilung unverzüglich nachgeholt wird. Die Vorschrift des Satzes 1 gilt für Frauen, die den in Heimarbeit Beschäftigten gleichgestellt sind, nur, wenn sich die Gleichstellung auch auf den Neunten Abschnitt – Kündigung – des Heimarbeitsgesetzes vom 14. März 1951 (BGBl. I S. 191) erstreckt.

(3) Die für den Arbeitsschutz zuständige oberste Landesbehörde oder die von ihr bestimmte Stelle kann in besonderen Fällen, die nicht mit dem Zustand einer Frau während der Schwangerschaft oder ihrer Lage bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Entbindung in Zusammenhang stehen, ausnahmsweise die Kündigung für zulässig erklären. Die Kündigung bedarf der schriftlichen Form und sie muss den zulässigen Kündigungsgrund angeben.

Das gilt insbesondere auch für eine Kündigung während der Probezeit – etwas anders sind auslaufende, befristete Verträge…

Pulex schrieb am 26. März 2013

Hallo Clara,

perfekte Situation: Dann greift nämlich der Kündigungsschutz gemäß §9 Mutterschutzgesetz (MuSchG), sobald Du Deinen Arbeitgeber in Kenntnis gesetzt hast. Auch in der Probezeit!!

In vielen Foren werden zwei Dinge oftmals durcheinander gebracht, wie auch von Marcus weiter oben:

1. Kündigungsschutz nach KSchG: In der Probezeit ist ohne Angabe von Gründen eine Kündigung möglich, nach der Probezeit besteht Kündigungsschutz.

2. Kündigungsschutz nach MuSchG: Nach Kenntnis der Schwangerschaft (seitens des Arbeitgebers) besteht Kündigungsschutz für die werdende Mutter (egal ob sie sich in der Probezeit befindet oder nicht). Sollte der Arbeitgeber keine Kenntnis über die Schwangerschaft haben und in der Probezeit eine Kündigung ausgesprechen, kann innerhalb einer Frist von 14 Tagen die Schwangerschaft angezeigt werden und die Kündigung wäre damit unwirksam.

Es gibt wenige Ausnahmen, die eine Kündigung trotz MuSchG zulässig machen, der Arbeitgeber würde dafür allerdings eine Genehmigung der zuständigen Landesbehörde benötigen.

Befristete Verträge sind ebenfalls gemäß §9 MuSchG geschützt, allerdings wird der Arbeitgeber nach Ablauf des Vertrags sicherlich keinen Folgevertrag anbieten. D.h. bis Vertragsende bleibt die werdende Mutter im Beschäftigungsverhältnis, es werden also i.d.R. höchstens ein paar Monate „gewonnen“.

Didi schrieb am 11. März 2013

Hallo.
Mein Vertrag geht nach der Probezeit automatisch in einen unbefristeten Vertrag über. Wie ist es dann da wenn ich in der Probezeit schwanger werde ??

clara schrieb am 27. Januar 2012

Hallo,

mittlerweille ist meine kleine Maus schon auf Der Welt, und ich beraue
in keinsterlei hinstich dass ich beim Anwalt war, denn
ich war unkündbar und dadurch dass es auch einige andere Probleme
gegeben hat bekam ich auch Ende Januar einen Beschaftigungsverbot,
Dazu kam noch dass ich kein Cent aus der Tasche zahlen musste da ich
Prozeskoatenhilfe bekommen habe. Also an alle die so eine Erfahrung
machen müssen, schaltet aufjedenfall einen Anwalt ein.

Liebe Grüsse glsm

glsm schrieb am 27. Juli 2011

1: ja du bist umsonst zum anwalt gelaufen denn der arbeitgeber hat das recht seine angestellten die noch in der probezeit sind jederzeit und ohne angabe eines grundes zu kündigen…das ist eine art sicherheit des arbeitgebers…ob sie nun schwanger sind spielt keine rolle

2: arbeitgeber befristen einen vertrag damit sie angestellte ohne probleme loswerden können…klingt hart aber ist so…es hat überhaupt nichts mit einer kündigung zu tun sondern der vertrag läuft aus…der arbeitgeber ist nicht einmal dazu verpflichtet ihnen ein schreiben zukommen zu lassen der vertrag endet einfach und somit auch das Arbeitsverhältnis…das sie schwanger sind ist nicht das problem des arbeitgebers

3: es spielt keine rolle ob sie nun schwanger oder krank war und es auch bestätigen kann…solange sie in der probezeit ist sie jederzeit kündbar ohne angabe eines grundes…dies müsste auch im vertrag stehen den sie ja selbst unterschrieben hat und auch bestimmt gelesen hat

TIPP:

schwanger werden mit einen beruf sollte man am besten wenn man einen unbefristeten vertrag unterschrieben hat und die probezeit abgelaufen ist. Dann kann man jeden arbeitnehmerschutz in gebrauch nehmen!

marcus schrieb am 25. Juli 2011

Ich hab mich auch erkundigt eigentlich brauchst du kein anwalt wenn du in den zeitraum wo du krank geschrieben warst auch schwanger warst und es bestätigen kannst.

Cindy schrieb am 22. Juli 2011

hallo habe grade ein neuen job angefangen mit 6 monate probezeit wovon 3 schon um sind, und ich habe auch nur ein jahres vertrag erstmal, können die denn vertrag auf grund der schwangerschaft auslaufen lassen?

sabine schrieb am 13. Juli 2011

Hallo, finde es super dass es solche informationen gibt,allerdings bin ich schwanger in der 14woche, gegenüber meinem Arbeitgeber läuft ein verfahren, weill er mich gekündigt hat als ich krank war und eine Artzliche Bescheinigung hatte. Hier steht allerdings etwas von der kündigung in der Probezeit und dass ist bei mir der Fall…..?
Bin ich jetzt umsonst zum Anwalt gegangen,? bin ich jetzt nicht geschüzt durch dass Mutterschutzgesetz?

glsm schrieb am 29. November 2010