Mobbing in der Schule – was tun?

Mobbing ist schon seit vielen Jahren ein gesellschaftliches Problem, das nicht nur berufstätige Erwachsene, sondern durchaus auch Kinder treffen kann. Tatsächlich vermutet man, das rund die Hälfte aller Eltern nichts davon wissen, dass ihre Kinder in der Vergangenheit Opfer von Mobbing wurden – oder sogar dauerhaft sind.

Wichtig ist deshalb, aufmerksam zu sein und im Fall der Fälle gemeinsam mit dem Kind entsprechend zu handeln.

Mobbing erkennen

Nicht jedes Kind spricht von alleine darüber, wenn es in der Schule gemobbt wird – das ist eher die Ausnahme. Viel öfter kommt es vor, dass Kinder alles in sich hineinfressen und Eltern nicht verstehen, was mit ihm los ist. Hellhörig sollten Sie dann werden, wenn das Kind nicht mehr gerne zur Schule geht, sich unwohl und ängstlich fühlt oder sogar ständig über Krankheitssymptome wie Übelheit, Kopfschmerzen oder Bauchkrämpfe klagt.

Auch verminderter Kontakt zu Gleichaltrigen, Angst vorm Sportunterricht oder ganz plötzliche deutlich schlechtere Noten sind ein Zeichen dafür, dass etwas im sozialen Umfeld nicht stimmen könnte.

Eltern sollten hier allerdings nie gleich mit der Tür ins Haus fallen, sondern sich lieber danach erkundigen, ob alles in Ordnung ist. Falls das Kind nicht darüber reden möchte, beobachtet man das Problem lieber noch eine Weile. Ändert sich nichts, macht es unter Umständen Sinn, Lehrer und die Eltern von Klassenkameraden zu betragen.

Vorsichtig sollten Sie hier dennoch sein, denn wenn Mitschüler mitbekommen, dass ihre Eltern sich für sie stark machen, verschlimmert dies meist die Attacken nur. Suchen Sie also stets sehr diskret ein Gespräch und vermeiden Sie, das andere Kinder dabei sind.

Folgen von Mobbing – was kann das Problem mit meinem Kind machen?

Typisch für Mobbingopfer ist, dass sie sich zunächst einmal selbst für alles verantwortlich machen – das kann sich auch über mehrere Monate hinziehen. Es kommt äußerst selten vor, dass ein Schüler sich einem Lehrer oder seinen Eltern anvertraut und um Hilfe bietet. Folglich verändern sich stattdessen Charakterzüge und Verhaltensweisen: Das Kind möchte häufiger alleine sein, verringert plötzlich den Einsatz in der Schule, schläft schlecht und wird vielleicht sogar aggressiv.

Langfristig kann Mobbing die gesamte Persönlichkeit verändern und eine einst extrovertierte, offene Person zu einem schüchternen, zurückgezogenen Menschen machen, der andere soziale Kontakte außerhalb der Familie lieber meidet und kaum noch neue Freundschaften aufbauen möchte.

Eltern sollten hier wissen: Mobbing vergeht in den seltensten Fällen ganz von alleine – passiert nichts, wird das Problem allerdings meist nach und nach noch größer. Daher sollte man in jedem Fall eingreifen, aber genau wissen wie – und vor allem stets im Interesse des Kindes handeln.

Lösungswege gegen Mobbing in der Schule – was können Eltern tun?

Ein Problem, das sehr häufig von Kindern, die in der Schule gemobbt werden, genannt wird, ist, dass sie das Gefühl haben, dass ihre Eltern ihnen nicht richtig zuhören.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Eltern immer gut zuhören, wenn das Kind von seinen Erlebnissen im Schulalltag berichtet. Nehmen Sie Probleme immer ernst und tun Sie sie nicht als nichtig und unbedeutend ab, denn nur so lassen sich erste Schwierigkeiten gezielt erkennen und unter Umständen durch die richtigen Ratschläge abwehren. Von Vorteil ist es außerdem, wenn Eltern stets in losem Kontakt mit den Lehrern und anderen Eltern der Mitschüler stehen.

Um Mobbing aktiv zu bekämpfen, ist es meist ein langer Weg. Der erste Schritt sollte sein, dass alles, was geschieht, schriftlich festgehalten wird. So hat man hinterher Beweise und kann genau wiedergeben, welche Vorkommnisse es in der Schule gab.

Regelmäßige Elternabende und Sprechstunden bei den Lehrern sind eine gute Möglichkeit, sich über den schulischen und sozialen Stand des Kindes in der Schule zu informieren. Wichtig: Verurteilen Sie Ihr Kind nie für sein Verhalten oder drohen Sie ihm, wenn die Lehrerin etwas Negatives berichtet.

Ihr Kind braucht sm dringendsten Ihr Verständnis und Ihre Hilfe – also schenken Sie ihm Aufmerksamkeit und versuchen Sie, gemeinsam eine Lösung zu finden.

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