Lerntechniken für Kinder

Bereits von Geburt an lernen Kinder ununterbrochen, ohne dass sie dazu aufgefordert werden müssen. Auch die Muttersprache wird sukzessive erlernt. Die Wissensaneignung und das Trainieren von Fähigkeiten läuft spielerisch, geradezu wie von selbst ab. Dabei bestimmt das Kind, wann und wie viel es lernen möchte. Das ändert sich mit dem Schuleintritt. Ab sofort bestimmt der Lehrplan, welche Inhalte und in welcher Geschwindigkeit gelernt wird. Oft wird das Lernen selbst aber nicht gelehrt. In der Folge kann es zu Lernverweigerung und Motivationsproblemen kommen, wenn Kinder den neuen Anforderungen noch nicht gewachsen sind.

Den persönlichen Lerntypen bestimmen

Kreative Lerntechniken helfen dabei den Schulalltag erfolgreich zu meistern. Dabei lernt nicht jedes Kind auf die gleiche Weise. Hinzu kommen Altersunterschiede. Während im Kindergarten, in der Vor- und Grundschule vor allem die kinästhetische Wahrnehmung des Kindes trainiert wird, also tatsächlich das „Begreifen“ von Dingen, werden in der Schule vor allem visuelle und auditive Fähigkeiten gefordert.

Wem diese Umstellung nicht gelingt, tut sich später mit der Abstraktion von Lerninhalten und der Verarbeitung von Tabellen und Diagrammen schwer. Kinder verlieren dann schnell den Überblick und können dem Unterrichtsverlauf nicht richtig folgen.

HausaufgabenDas genormte Lernen in der Schule mit Stillsitzen, Lesen und Wiederholen ist nicht für jedes Kind die richtige Lerntechnik. Um die passende Lernmethode für Ihr Kind zu finden, probieren Sie unterschiedliche Techniken aus, die verschiedene Sinne ansprechen. Oft wird ein Sinneskanal bevorzugt, Menschen lernen entweder:

  • sehend (visuell)
  • fühlend (kinästhetisch)
  • hörend (auditiv)
  • schmeckend (gustatorisch) oder
  • riechend (olfaktorisch).

Einige Kinder können sich besonders gut merken, was sie sehen. Anderen fällt es leichter Gelerntes motorisch mit der Hand zu verarbeiten und aufzuschreiben. Wieder andere Kinder behalten Gelerntes gut, wenn sie es hören oder aussprechen. Lernen mit den Techniken des individuellen Lerntyps fällt nicht nur leichter, sondern macht sogar Spaß. Um das Kind nicht einseitig zu schulen, macht es Sinn, die schwächeren Sinneskanäle durch entsprechendes Ausgleichstraining zu fördern. Auf diese Weise ist das Kind für alle Anforderungen der Schule bestens gewappnet.

Einzelne Lerntechniken-Beispiele

Wissensnetz – Verstehendes Lernen
Verstehendes Lernen erhöht die Lernmotivation, da das Kind bereits Gelerntes mit neuen Informationen vernetzt. Hierzu können Sie Wissensnetze, z.B. an einer Pinnwand anfertigen. Diese Methode fördert auch die Fähigkeit Zusammenhänge zu erkennen. Bevor das Kind einen neuen Inhalt lernt, wird er sinnvoll mit vorhandenem Wissen in Verbindung gebracht.

Lernspiele
Erfinden Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Lernspiele, die Ihrem Kind Spaß machen. Werfen Sie sich zum Beispiel einen Ball zu. Jedes Mal, wenn der Ball gefangen wird, nennt das Kind eine gelernte Vokabel, eine neu gelernte Pflanzen- oder Tierart oder was immer der vorgegebene Lernstoff ist. Lernen wird so tatsächlich zum Kinderspiel.

Karteikarten – der Klassiker
Diese Lerntechnik eignet sich sowohl für visuelle, als auch für kinästhetische Lerntypen. Denn einerseits muss das Kind die Karten zunächst anfertigen und selbst beschreiben (motorische Tätigkeit), andererseits ist das Sehen beim Einprägen des Stoffs gefragt. Auf diese Weise können Vokabeln, aber auch jeder andere Stoff gelernt werden.

Sprechen
Nicht nur zur Referatsvorbereitung sollte der Inhalt zumindest einmal probeweise laut vorgetragen werden. Auch andere Inhalte können laut gesprochen werden, um sie im Gedächtnis zu behalten. Dabei ist es zudem möglich, dass Ihr Kind jemand anderem neue Inhalte beschreiben soll, der die Thematik noch nicht kennt, aber nach den Ausführungen des Kindes einen Überblick bekommen soll. Diese Technik liegt vor allem dem auditiven Lerntyp.

Sonstige Tipps

Auch wenn Essen als Energielieferant dient, können sich manche Kinder auf vollen Magen schlechter konzentrieren und werden müde. Denn auch für die Verdauung wird Energie gebraucht. Daher sollte das Lernen nach dem Essen ausgerichtet werden. Finden Sie heraus, ob Ihr Kind besser vor oder nach den Mahlzeiten konzentriert arbeiten kann.
Kinder müssen nicht immer still am Schreibtisch sitzen, um zu lernen. Insbesondere auditive und kinästhetische Lerntypen bewegen sich mitunter gerne im Raum. Übrigens: Sauerstoff fördert die Denkleistung. Daher darf gerne auch in der Natur gelernt werden. So wird beispielsweise das Biologie- oder Geografie-Wissen leichter behalten. Außerdem ist Bewegung gesund.

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