Bringt der Storch die Babys? Der Storch und die Geburt

Kaum ein Kind von heute kennt wohl noch die Geschichte vom Storch, der die Mutter ins Bein beißt, damit sie im Bett liegen muss, und der anschließend ein Neugeborenes abliefert. Glücklicherweise haben sich die Zeiten geändert und Kinder wissen schon ziemlich früh, woher sie kommen und dass das erhoffte Geschwisterchen nicht im Schnabel des Storches angeliefert wird, wenn sie diesem ein Stück Würfelzucker aufs Fensterbrett legen.

Storch bringt MdchenAber vor noch nicht allzu langer Zeit war das Thema Sexualität und Geburt etwas, was vor Kindern möglichst lange verborgen bleiben sollte. Und so entstanden verschiedene Geschichten darüber, woher die Menschenkinder wohl kämen. So manches Kind wurde vom Spaziergang mit nach Hause gebracht, den die Eltern unternahmen und von dem die Mutter erst Tage später zurückkam. Eine sehr beliebte Geschichte war aber eben auch die vom Klapperstorch.

Aber warum ausgerechnet der Storch?

Hierzu gibt es unterschiedliche Erklärungsversuche. So gibt es vor allem in nordischen Sagen die Geschichte, dass der Storch die Kinder aus dem Brunnen holt, aus dem Wasser. Wasser ist Leben, warum soll ein Kind also nicht dort entstehen und wer könnte es am besten herausfischen als der Klapperstorch, der ja oft auf feuchten Wiesen und an Bächen angetroffen wird. Einleuchtend auch die Erklärung, dass kaum jemand anders in früheren Zeiten zur Auswahl stand, als eben der Storch.

Exotische Tiere waren noch kaum bekannt und die heimischen Tiere nur begrenzt in der Lage, für den menschlichen Nachwuchs zu sorgen. Vor Wölfen und Bären fürchtete man sich, ihnen hätte man wohl kaum ein Kind anvertraut. Rehe und Hirsche bewegten sich nur in begrenzten Lebensräumen und von den Vögeln waren die meisten zu schwach. Außer eben der Storch.

Dazu kam, dass der Storch sich im Gegensatz zu den wilden Tieren des Waldes oft und gerne in der Nähe der Menschen herumtrieb. Bot man ihm ein Wagenrad auf einem Kirchturm, so nahm er dies gerne an, um darauf sein Nest zu bauen. Warum sollte er nicht zum Dank dafür die Kinder bringen? Vielleicht, wenn sie so ganz anders aussahen als der Vater, auch einmal nicht aus dem Brunnen, sondern von weit her, sozusagen als Mitbringsel aus seinen winterlichen Reisen in den Süden?

Ähnliche Beiträge
Kommentar schreiben

Es gibt eine weitere Erklärung für den Storchenbrauch.
Dem Autor Rudolf Breuß zufolge, werden ungewollt kinderlose Paare
häufig durch das Trinken von Storchenschnabelkrauttee zu glücklichen
Eltern. 1 Tasse Tee 10 Minuten ziehen lassen und über den Tag verteilt
von Mann und Frau getrunken ( ca. 1 Monat lang), führt ihm zufolge
oft zu unverhofftem Kindersegen. Das rote Storchenschnabelkraut gibt
es in Kräuterapotheken. Das Kraut heißt auch Gottesgnadenkraut und
wird vor allem für Frauenleiden empfohlen. Also, vielleicht stimmts:
Der Storch bringt Kinder!.

Christian Vollert schrieb am 19. Mai 2015