Haare färben in der Schwangerschaft

Haare färben in der Schwangerschaft – ja oder nein? Inwieweit chemische Haarfärbemittel in der Schwangerschaft schädlich oder ungefährlich sind, ist noch nicht ausreichend erforscht. Bis auf wenige Ausnahmen (z.B. bei PPD) lassen sich nur Mutmaßungen anstellen.

Haare färben in der Schwangerschaft

Haare färben in der Schwangerschaft

Tierversuche sollten in den vergangenen Jahrzehnten Klarheit über die Wirkungsweise der Chemikalien in Haarfärbemitteln geben. In den USA beispielsweise wurden Tiere mit extrem hohen Dosen kontaminiert, kam es in der nächsten Generation zu Fehlbildungen.

Doch es ist nicht klar, inwieweit dies auf den Menschen übertragbar ist. Allerdings haben diese Schlagzeilen Unsicherheit hervorgerufen. Wer Bedenken hat, dass Färben während der Schwangerschaft schädlich sein könnte, sollte deshalb ganz auf chemische Haarkosmetik verzichten und wenn, nur biologische Naturfarben verwenden.

Wer prüft die Unbedenklichkeit von Haarfärbemitteln?

Auch Kosmetikhersteller, deren Produkte bei uns keiner Zulassungspflicht unterliegen, müssen trotzdem deren Unbedenklichkeit garantieren. Gesetzlich bestellte Prüfer machen regelmäßig Stichproben und untersuchen, ob die Kosmetik den deutschen bzw. europäischen Anforderungen entspricht.

Insbesondere Haarfärbemittel, die diesen Kriterien nicht genügen, dürfen nicht mehr verkauft werden. In Deutschland wird die Unbedenklichkeit vom Berliner Bundesinstitut für Risikobewertung überprüft. Deren Urteil zufolge gibt es momentan keine Risiken für Haarfärbemittel, die in der Schwangerschaft angewendet werden. Dennoch kann man nicht daraus den Schluss ziehen, dass Färben während der Schwangerschaft für das Ungeborene völlig risikolos ist. Das Bundesinstitut sagte lediglich, dass momentan keine Risiken bestehen. Doch das kann sich jederzeit wieder ändern.

Haare färben in der Schwangerschaft

Statt Haare färben in der Schwangerschaft Strähnen nutzen

Welche Risiken hat das Färben?

Dass chemischen Substanzen des Haarfarbemittels über die Haut in den Organismus aufgenommen werden, liegt auf der Hand. Ob sie tatsächlich für Krankheiten ursächlich sind, wurde bisher am Menschen weder genau untersucht noch bewiesen.

Es gibt allerdings Vermutungen darüber, dass manche Substanzen schädlich sind. Da die Chemikalien über den Blutkreislauf der Mutter auch zum ungeborenen Kind gelangen, könnten sie auch das Kind schädigen. Es ist allerdings anzunehmen, dass die Konzentration der Substanzen so gering ist, dass sie keinen Einfluss hat.

Gewissheit hat nur die werdende Mutter, die gar nicht färbt. Die Chemikalien in Haarfärbemitteln sind sehr gering dosiert. Vermutlich entsteht eine Schädigung erst infolge der Langzeitanwendung über Jahre oder Jahrzehnte.

Höheres Allergierisiko in der Schwangerschaft

Chemische Färbemittel können immer Allergien hervorrufen. In der Schwangerschaft verändert sich der Hormonhaushalt der Frau, sodass Produkte, die bisher gut vertragen wurden, plötzlich starke Reizungen hervorrufen. Auch das Haar verändert sich in Struktur und Aussehen.

Nicht nur bei einem neuen Färbemittel empfiehlt sich daher ein Allergietest, am besten hinter dem Ohrläppchen. Eine alle die in der Schwangerschaft ist nicht wünschenswert. Wer eine Schwangere davon betroffen, müsste selbst bescheinigt Medikamente nehmen. Doch diese Medikamente könnten beim Ungeborenen Schäden hervorrufen.

Alternativen zum Färben mit chemischen Produkten

Eine gute Alternative zum herkömmlichen Färben sind Strähnchen. Weil die Haarfarbe nicht direkt mit der Kopfhaut in Kontakt kommt, werden auch weniger Chemikalien aufgenommen. Tönungsshampoos sind ebenfalls mild und können trotzdem schöne Farbresultate erzielen. Sie decken auch leichte Grauansätze ab. Noch besser ist der Umstieg auf pflanzliche Färbemittel. Naturfarben auf der Basis von Pflanzen werden zum Beispiel aus Gründen Unterblättern hergestellt. Henna in geprüfter Qualität ist gesundheitlich unbedenklich und in verschiedenen Farbabstufungen erhältlich.

Bei Hennakosmetik aus dem nichteuropäischen Ausland ist Vorsicht geboten, denn diese kann PPD (p-Phenylendiamin) enthalten, das als gesundheitsgefährdend eingestuft wird. In Deutschland bekommt man diese Färbemittel hauptsächlich in Asia-Shops. Wie Henna genau wirkt, hängt wiederum von der Haarbeschaffenheit und Kopfhaut des Anwenders ab.

Quelle: http://www.bfr.bund.de/cm/343/henna_haarfaerbemittel_mit_p_phenylendiamin_ppd_stellen_ein_gesundheitsrisiko_dar.pdf

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