Schwangerschaftsvergiftung – Eklampsie erkennen

Der Ausdruck „Schwangerschaftsvergiftung“ umfasst verschiedene Formen der Gestose. So bezeichnet der missverständlichen Begriff „Schwangerschaftsvergiftung“ eine Präeklampsie, eine Propfgestose oder eine Eklampsie. Die verschiedenen Arten von Gestosen (Schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck) unterscheiden sich etwas, jedoch handelt es sich bei keiner dieser Komplikationen um eine Vergiftung, sondern um Erkrankungen in der Schwangerschaft, die mit einem erhöhten Blutdruck in Verbindung stehen.

Was ist unter Schwangerschaftsvergiftung, Gestose, Präeklampsie, Eklampsie zu verstehen?

Schwangerschaftsvergiftung - Eklampsie erkennen

Eine Schwangerschaftsvergiftung ist nicht zu unterschätzen

Bei einer Gestose leidet die werdende Mutter unter schwangerschaftsbedingtem Bluthochdruck und scheidet über den Urin vermehrt Eiweiß aus. Ist eine Schwangere von Präeklampsie betroffen, so wird sie von hohem Blutdruck, vermehrter Eiweißausscheidung im Urin und zusätzlich von Wassereinlagerungen geplagt. Leidet eine werdende Mutter an Propfgestose, so bedeutet dies, dass sie bereits vor der Schwangerschaft an Bluthochdruck oder einer Nierenerkrankung erkrankt war und sich diese Erkrankungen während der Schwangerschaft verstärken oder noch weitere Symptome einer Gestose hinzukommen.
Die Eklampsie ist die schwerste Form von Gestose und tritt bei den Betroffenen frühestens in der 20. Schwangerschaftswoche, doch meist im letzten Drittel einer Schwangerschaft auf.

Woran kann man eine Schwangerschaftsvergiftung bzw. Eklampsie erkennen?

Erste Symptome einer Gestose sind:

  • Rasch ansteigender Blutdruck
  • Starke Kopfschmerzen
  • Vermehrte Eiweißausscheidung im Urin
  • Wassereinlagerungen
  • Sehstörungen wie z.B. nebliges, verschwommenes Sehen, doppeltes Sehen, Augenflimmern
  • Unwohlsein, Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen

Charakteristische Eigenschaften einer Eklampsie sind schwere Krampfanfälle oder sogar eine tiefe Bewusstlosigkeit (Koma) während der Schwangerschaft oder auch bei der Geburt. Fachleute bezeichnen diese Krampfanfälle als „tonisch-klonische“ Krämpfe. Des Weiteren kann Eklampsie Komplikationen wie Thrombosen, Hirnödeme oder akutes Nierenversagen auslösen, welche für Mutter und Kind durchaus lebensbedrohlich sind. In der Regel normalisiert sich der Zustand der Mutter nach der Geburt langsam wieder und nur selten kann es zu Organschäden führen. Während der Schwangerschaft kann eine Gestose oder Eklampsie bedauerlicherweise nicht geheilt werden.

Ein erhöhtes Risiko für eine Eklampsie besteht bei:

  • Sehr jungen schwangeren Frauen, die ihr erstes Baby bekommen
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Spätgebärenden, also bei Schwangeren mit über 35 Jahren
  • Frauen, die in einer früheren Schwangerschaft schon einmal unter einer Schwangerschaftsvergiftung (Gestose, Eklampsie) gelitten haben.
  • Stark übergewichtigen Frauen (Fettleibigkeit)
  • Schwangeren, die schon vor der Schwangerschaft einen hohen Blutdruck hatten oder erblich vorbelastet sind
  • Frauen, die schon vor Schwangerschaftsbeginn an einer Nierenerkrankung oder an Diabetes leiden

Durch Vorsorgeuntersuchungen eine Schwangerschaftsvergiftung rechtzeitig erkennen!

Um ihre eigene Gesundheit und auch die Gesundheit ihres Babys zu nicht zu gefährden, sollten schwangere Frauen in jedem Fall regelmäßig zum Gynäkologen gehen und alle Vorsorgetermine wahrnehmen. Häufig kann der Frauenarzt nämlich durch die Vorsorgeuntersuchungen, bei denen auch regelmäßig der Urin untersucht und der Blutdruck gemessen wird, schon frühzeitig erste Gestose-Symptome erkennen und behandeln.
Haben werdende Mütter auch nur die geringsten gesundheitlichen Beschwerden oder machen sich erste Anzeichen einer Schwangerschaftsvergiftung bemerkbar, so sollten sie sofort mit ihrem Arzt Kontakt aufnehmen und ihn über ihre Symptome informieren. Denn wird eine Gestose bzw. Eklampsie rechtzeitig erkannt, so kann der Arzt schnell reagieren und entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen, um den Beschwerden entgegenzuwirken.
Durch regelmäßige ärztliche Kontrolle und rechtzeitiges Handeln bestehen gute Chancen, dass gefährdete werdende Mamas ihr Kind gesund zur Welt bringen.

Schwangerschaftsvergiftung - Eklampsie erkennen

Durch Vorsorgeuntersuchungen rechtzeitig Eklampsie erkennen

Bei ersten Anzeichen einer Schwangerschaftsvergiftung (Gestose, Eklampsie) sollten schwangere Frauen folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Frauenarzt aufsuchen
  • Stress vermeiden und genügend entspannen bzw. ausruhen
  • Ausreichen bewegen an der frischen Luft, das fördert die Durchblutung!
  • Auf gesunde und ausgewogene Ernährung achten, dabei möglichst eiweißhaltige Lebensmittel wie beispielsweise Fisch, Milch, Käse, Quark, Nüsse und Hülsenfrüchte essen. Und im Hinblick auf die Verwertung der Proteine jeweils passend dazu Kohlenhydrate wie Kartoffeln, Reis oder Vollkornbrot.
  • Auf Wassereinlagerungen in den Beinen und Händen achten und ggf. die Füße möglichst oft hoch lagern. Wassereinlagerungen können unter Umständen auch ein aufgeschwemmtes Gesicht zur Folge haben!
  • Bei geschwollenen Beinen sind oftmals Wechselduschen und Bürstenmassagen ganz hilfreich und tragen zur Linderung der Beschwerden bei.
  • Tritt trotz allen Maßnahmen keine Besserung ein, so verordnen Ärzte den schwangeren Frauen oftmals blutdrucksenkende Medikamente oder weisen sie sogar ins Krankenhaus ein, um sie dort stationär zu behandeln und den Gesundheitszustand von Mutter und Kind rund um die Uhr zu kontrollieren. Im Notfall wird das Baby als Frühchen per Kaiserschnitt geholt.

Schwangerschaftsvergiftung und die Gefahren für das ungeborene Baby!

Schwangerschaftsvergiftung - Eklampsie erkennen

Symptome einer Schwangerschaftsvergiftung

Ist Gestose bzw. Eklampsie bei einer schwangeren Frau stark ausgeprägt, so ist dies nicht nur für sie selbst, sondern auch für ihr ungeborenes Baby gefährlich oder sogar lebensbedrohlich. So ist es trotz der Gefahr, dass bei Frühchen folgenschwere Komplikationen auftreten können, in einigen schweren Fällen notwendig bzw. unumgänglich, die Geburt vorzeitig einzuleiten bzw. das Baby per Kaiserschnitt auf die Welt zu holen – zum Schutz für Mutter und Kind. Und auch wenn es bei Frühchen häufig zu Atemnot, Augenschädigungen, Organversagen oder Hirnblutungen kommt, so hat das Kind im Extremfall überhaupt nur eine Überlebenschance, wenn es vorzeitig geboren wird. Je nach Schwangerschaftszeitpunkt und Entwicklungsstand kann es zu enormen Behinderungen bei dem Kind kommen. Trotz aller Vorkehrungen besteht für die betroffenen Babys dennoch ein hohes Sterberisiko und bis zu achtzig Prozent der Babys überleben die Geburt nicht oder sie tragen schlimme Schäden davon.

Die Ursachen für eine Schwangerschaftsvergiftung sind bis heute noch unklar. Viele Ärzte sehen den erhöhten Blutdruck als wesentlichen Grund für eine Gestose. Manche sind der Meinung, dass eine Stoffwechselstörung die Ursache einer Eklampsie ist.

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