Wassergeburt – Eine Geburt im Wasser

Die liegende Position mit gespreizten Beinen, die für die Geburt lange Zeit als selbstverständlich galt, ist nach heutiger Auffassung wohl gar nicht so gut wie gedacht. Viele Frauen nehmen sie zwar heute noch ein, weil sie nichts anderes kennen oder es so wollen, wie sie es sich vorstellen – dennoch ist diese Geburtsposition nicht das Ende aller Möglichkeiten. Wassergeburten, bei denen die Frau während der Geburt in einer großen Badewanne sitzt, gelten aus vielen Gründen als angenehm.

Wann kann eine Wassergeburt stattfinden?

Wassergeburt - Eine Geburt im Wasser

Wassergeburt – Eine Geburt im Wasser

Wassergeburten werden mittlerweile von vielen Kreißsälen angeboten, aber noch nicht von allen. Deshalb sollte die Frau vorher genau erfragen, ob die ausgesuchte Klinik eine geeignete Badewanne dafür hat. Weiterhin muss sie in Deutschland folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • risikofreie Schwangerschaft, keine Blutungen oder Infektionen
  • voll ausgefüllter Mutterpass
  • Erreichen der 37. SSW
  • keine Erkrankungen wie Diabetes (mellitus), HIV, Hepatitis der Mutter
  • Baby liegt in Schädellage
  • keine Mehrlingsgeburt

Weiterhin sollten Frauen wissen, dass eine Wassergeburt eine PDA und ähnliche Schmerzbekämpfungsmethoden ausschließt. Die Eintrittsstelle der Kanüle würde sich im Wasser befinden, in dem sich auch die natürlichen Ausscheidungen während der Geburt sammeln. Das Infektionsrisiko wäre zu hoch, was nur einer der Gründe ist.

Wieso Wassergeburt?

Viele Frauen empfinden es während der Eröffnungswehen als angenehm, ein warmes Vollbad zu nehmen. Die Wärme lindert den Wehenschmerz und das Wasser hilft, eine Haltung einzunehmen, die zusätzliche Linderung verschafft. Neuere Erkenntnisse haben ergeben, dass durch die liegende Haltung der Geburtsschmerz sogar noch vergrößert werden kann, da die Frau sich kaum anders positionieren kann, wenn es so weit ist. Im Wasser dagegen kann sie sich freier bewegen und könnte während der Geburt beispielsweise auch aufrecht sitzen oder hocken. Diese Haltungen sind bei Naturvölkern häufiger anzutreffen und sollen ebenfalls bei der Schmerzbewältigung helfen. Das warme Wasser ist für das Neugeborene vermutlich kein so großer Schock wie die kalte Außenluft, was für viele Mütter ebenfalls eine angenehme Vorstellung ist.

Die reinigende Wirkung des Wassers

Viele Frauen wünschen sich auch deswegen eine Wassergeburt, da sie genau wissen, dass sie bei einer Geburt nicht nur ihr Baby zur Welt bringen. Eine Geburt ist mit dem Abgang der Plazenta, Schleim und Blut verbunden, manche Frauen verlieren dabei auch Stuhl. Das ist völlig normal und die Hebammen wissen damit umzugehen, für die Frau aber ist es alles andere als angenehm. Befindet sie sich dabei im Wasser, kann ihr das das Gefühl geben, die Geburt sauberer und „gereinigt“ hinter sich zu bringen, denn beim Aussteigen aus der Badewanne mit ihrem Neugeborenen hat sie gleich die Gelegenheit, sich selbst zu reinigen.

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von Vorname.com