Geschwisternamen, auf was achten?

Was sich beim ersten Kind noch relativ einfach gestaltet, kann beim nächsten Kind bereits zum massiven Problem werden: die Suche nach dem passenden Geschwisternamen.
Hat das Geschwisterkind das gleiche Geschlecht oder ist ein angedachter Namensfavorit von Spielkameraden und Freunden oder auch von anderen, wenig sympathischen Kindern besetzt, wird das Problem noch größer.

Happy toddlers after bath time© iStock, red_pepper82

Logisch: Harmonie ist das A und O. Zudem spielt der Familienname eine recht große Rolle.

  • Aber soll der Geschwistername klassisch sein oder doch ausgefallener?
  • Nur ein Vorname oder doch noch ein Zweitname?

Es gibt jede Menge Fragen.

Wir gehören zusammen!

Die Vornamen der Geschwisterkinder sind das beste Mittel, Familienzusammengehörigkeit zu demonstrieren.

So ausgefallen wie die „Blumenkinder“ von Starkoch Jamie Oliver muss es dabei gar nicht sein: Seine Kinder tragen die Namen Daisy Boo (zu Deutsch: Gänseblümchen Buh), Poppy Honey (Mohnblume Honig) und Petal Blossom Rainbow (Blütenblatt Regenbogen) – Buddy Bear Maurice ist der Junge auf der Blumenwiese.

Wesentlich einfachere, aber nicht weniger schöne Beispiele sind die Vornamen Judith und Sarah oder Esther und Eva: Sie kommen aus dem gleichen Kulturkreis und signalisieren so ebenfalls Zusammengehörigkeit.

Eva und Emilia, Laura und Luca, Frederik und Felicitas, Maximilian und Moritz, Anna und Amelie oder Leon und Luis – bei der Namensgebung verwenden junge Eltern gern auch einen gemeinsamen Anfangsbuchstaben. Damit drücken sie die gemeinsame Verbundenheit der Geschwisterkinder aus; haben Mutter und Vater in ihrem Familiennamen auch identische Anfangsbuchstaben, wird ein festes Zusammengehörigkeitsgefühl signalisiert.

Dass so manches gemeinsame Kleidungsstück mit identischen Initialen versehen werden kann, ist eine praktische und im Kindergarten brauchbare Randerscheinung gemeinsamer Anfangsbuchstaben.

Dass man sich zuweilen verhaspeln kann und dass eventuelle Verwechslungsgefahren auftreten können, besonders wenn sich auch der zweite Buchstabe, die Silbenzahl und die Endungen gleich sind, sind Randerscheinungen. Problematischer wird die Namensfindung mit gleichen Initialen allerdings, wenn sich ein weiteres Kind ankündigt.

Vornamen aus einem Guss

Vornamen derselben Herkunft, gleiche Endungen und identische Buchstaben werden bei der Benennung besonders von Zwillingen gern verwendet. Da sind Frida und Fritz, Lisa und Luis oder Tom und Anika weit verbreitet. Vielleicht empfehlen sich diesbezüglich Umfragen im Bekanntenkreis, um Dopplungen auszuschließen.

Wer übrigens ausgefallene Schreibweisen präferiert, muss später mit andauernden Nachfragen oder falsch geschriebenen Namen zurechtkommen.

Analogie vs. Individualität bei Geschwisternamen

Der Vorname muss zum Kind passen!

Gleichklang ist nicht alles! Schließlich muss der Vorname zum Kind passen. Auch Konventionen können mal vergessen werden. Die Suche in Ratgebern oder Konversationen im Bekanntenkreis macht Spaß und bringen oft eine schöne Lösung des Geschwisternamen-Problems.

Beliebt sind Vornamen mit gleich vielen Silben wie im Beispiel Tom und Ben; aber auch mit unterschiedlichen Namenslängen kann man spielen: So sind Tim und Tom zwar schön kurz – aber auch originell genug?

Passen vielleicht Benjamin und Tom besser, zumal Benjamin auch mal Ben gerufen werden kann.

Namenskundler empfehlen zudem, Geschwisterkindern dieselbe Anzahl Vornamen zu geben – und auch ausgeprägte Unterschiedlichkeiten sollten vermieden werden, wie beispielsweise bei Carmela und Anna.

Alles ganz easy

Wie schon erwähnt: Ob Uroma, Onkel und Tante oder die Freunde – alle sollen die Namen der Geschwisterkinder aussprechen und schreiben können. Wer z.B den deutsch ausgesprochenen Vornamen Vincent des ersten Kindes mit Bruce-Taylor für das zweite Kind ergänzt, könnte bezüglich der Aussprache für Verwirrung sorgen.

Kontinuität ist besser – so auch im Beispiel Finn und Luis. Unterschiedliche Kombinationen wie Fynn und Luis oder Finn und Louis passen nicht so gut zusammen.
Übrigens: Haben die Geschwisterkinder unterschiedliche Geschlechter und der Vorname des erstgeborenen Sohnes endet auf „a“, sollten die Eltern nach einem Mädchennamen suchen, der eben nicht auf „a“ endet. Sonst könnte es so klingen, als würden da zwei Mädchen erscheinen …

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Meine kleine Schwester heißt Nina. Ob sich unsere Eltern bei den Namen was gedacht haben, kann ich nicht beurteilen. Ich habe bisher nur meinen Sohn Henry, aber für den Namen des Geschwisterchens gibt es verschiedene Meinungen. Henry (2 Jahre) schlug Maja oder Heidi vor, was aber natürlich gar nicht geht. Ich find Hanna schön, passt auch gut zu Henry. Aber meine Frau hat sich krampfhaft den Namen Miriam in den Kopf gesetzt. Es ist also nicht so einfach. Aktuell vermeiden wir alle Themen mit Namen, damit nicht wieder gezankt wird.

Sascha schrieb am 3. September 2016