Vornamen und Vorurteile!

Offenbar bestehen bestimmten Vornamen gegenüber gewisse Vorurteile. Vor einigen Jahren schon hat eine groß angelegte Befragung unter Pädagogen herausgefunden, dass Kinder mit den Vornamen Chantal oder Kevin relativ schlechte Karten haben.

Vornamen und Vorurteile

Zukünftige Eltern stehen immer wieder vor der Frage: Welchen Vornamen soll unser Kind bekommen?

© fotolia, JackF

Abgesehen von erstaunlichen Fantasienamen wie Crazy Horse, Borussia, Corleone, Skywalker, Maradona oder Hedi-Rocky, Flonne und Ultraviolet könnte es ja vielleicht Jaqueline, Chantal, Marvin oder Kevin heißen.

Oder doch besser Sophie, Charlotte, Maximilian oder Alexander?

Geht es um die Bildungschancen der Kinder, haben die Letztgenannten ganz offensichtlich die Nase vorn.  Das jedenfalls haben Befragungen bei Lehrern ergeben.

Darin äußerten sich die Lehrkörper zu ihren jeweiligen Namenslieblingen und zu den Assoziationen, auf denen diese Vorlieben beruhen. Unter anderen wurden folgende Fragen beantwortet (Zitat):

„Welche Vornamen würden Sie Ihrem Kind auf keinen Fall geben?“ „Nennen Sie Namen, die bei Ihnen Assoziationen zu ‚Verhaltensauffälligkeit‘ hervorrufen.“

Im zweiten Teil der Umfrage bewerteten die Pädagogen vorgegebene Vornamen.

Das Resultat

Die Ergebnisse sind dazu geeignet, Eltern mit einem gewissen Faible für Vornamen aus dem englischen Sprachraum nachdenklich zu machen. Ganz besonders Kinder mit einem –y am Ende ihres Vornamens kamen schlechter weg: Cindy und Mandy gelten unter Lehrern oft als Problemkinder.

Dagegen werden mit Vornamen wie Sophie, Charlotte oder Maximilian schnell Stärken wie Leistungsbereitschaft und Freundlichkeit assoziiert. Die positiv besetzten Namen liegen übrigens durchaus im gegenwärtigen Trend – ein Beweis für die Einflussfähigkeit der jeweils vorherrschenden Entwicklungen.

Schon wieder Chantal und Kevin

CharakterDie Vornamen Kevin und Chantal werden besonders negativ bewertet.

„Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose!“

Diese Einschätzung macht deutlich, dass diese Vornamen ganz besonders mit diversen Verhaltensauffälligkeiten in Verbindung gebracht werden.

Als Ergebnis der genannten Studie stellen Erziehungswissenschaftler fest (Zitat):

„Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, Pädagogen stärker für die Gefahr solcher Vorurteile zu sensibilisieren“.

Lehrerinnen und Lehrer müssen ebenso kritisch wie sensibel Distanz halten und ihre Schüler nicht eifrig in gewisse Schubladen einordnen.

Und später?

Auch Mandy, Kevin, Chantal oder Ronny studieren. Allerdings müssen sie sich auch im späteren gesellschaftlichen Leben mit den typischen Ressentiments herumschlagen. Gelten sie doch der vorherrschenden Oberflächlichkeit wegen oft als Kinder der bildungsfernen Unterschicht.

Sicher muss allgemein gegen das vorherrschende Schubladendenken argumentiert werden – die nachfolgenden Rankings besonders positiv und besonders negativ belasteter Vornamen können vorerst helfen, den Kindern gewisse Vorurteile zu ersparen:

Positiv besetzte Vornamen für Mädchen

Charlotte
Sophie
Marie
Nele
Hannah
Emma
Katharina

Positiv besetzte Vornamen für Jungen

Alexander
Maximilian
Lukas
Simon
Jakob

Besonders negativ besetzte Vornamen

Chantal
Mandy
Cindy
Kevin
Marvin
Justin
Maurice

Studien haben ergeben, dass Lehrerinnen und Lehrer bewusst oder unbewusst Vornamen mit gewissen sozialen Schichten assoziieren. Die letzte Liste beinhaltet Vornamen, die sie mit Verhaltensauffälligkeiten in Verbindung bringen.

Manche Vornamen sind ihnen schlichtweg zu modisch:

Kevin
Chantal
Jacqueline
Marvin
Mandy
Justin
Michelle
Dennis
Marcel
Pascual

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Chantal ist ein sehr schöner Name

Chantal schrieb am 2. Juni 2016

Ich finde diese Vorurteile gegenüber Vornamen echt affig. Zumal man sich seinen Namen als Baby nicht selbst aussuchen konnte. Und woher sollen die Eltern kurz nach der Geburt wissen, welche Charakterzüge ihr Kind hat?
Laut der allgemeinen Meinung sollte ich, meinem Namen nach, eigentlich dumm, verhaltensauffällig, unzuverlässig und unattraktiv sein.
Wenn das stimmen würde:
– Hauptschule (wenn überhaupt)
– Schlägertyp/drogenabhängig/Kettenraucher/asoziales Verhalten/… (was auch immer man mit Verhaltensauffälligkeiten verbindet)
– unentschlossen, haltlos, jemand auf den man sich nicht verlassen kann
– unsportlich und hässlich
Aber:
– habe mein Abi gemacht und studiere jetzt, mag (Logik-)Rätsel
– war immer die schüchternste der Klasse, nett, freundlich, höflich und hasse Drogen/Zigaretten/…
– unentschlossen stimmt vielleicht ein bisschen, aber ich habe selten Leute im Stich gelassen oder mir übertragene Aufgaben nicht ausgeführt
– Attraktivität liegt eh im Auge des Betrachters und ich bin durchschnittlich sportlich (je nach Sportart halt)
Also: Wer den Menschen, der hinter einem Namen steckt, nicht kennt, der hat auch kein Recht, über diesen zu urteilen.

Mandy schrieb am 1. April 2016

Ich finde es schlimm dass kinder unter ihrem namen leiden müssen obwohl sie überhaupt keinen einfluss darauf haben wie sie von ihren eltern getauft wurden. Jeder mensch der vorurteile gegenüber kindern oder auch erwachsenen mit einem solchen namen hat sollte sich überlegen wie es für ihn selbst wäre wenn ihm sein name zum verhängnis werden würde

Ilona schrieb am 27. November 2015

es stimmt. Bei uns ist eine Chanel. Der Name wird aber ständig Chantal ausgesprochen.

Julia schrieb am 6. Dezember 2014

Stimmt irgendwie wirklich.Einer aus meiner Klasse heißt Kevin und der macht ständig Mist.

Lilly schrieb am 21. November 2014