Vornamen aus Vorstadtweiber

Verzweifelte Hausfrauen-Serien können nur die Amerikaner? Weit gefehlt. Die Wiener Vorstadtweiber laufen nun schon in der zweiten Staffel und werden von Kritik und Fans gefeiert.

Vornamen in Vorstadtweiber © iStock, Neyya

Im Mittelpunkt der Story stehen fünf Frauen aus der besseren Gesellschaft der Wiener Vorstadt. Ihr bewusst überzeichneter, tragisch-komischer Kampf um Geld, Ansehen, Unabhängigkeit und die Gunst der Männer wurde in ORF und ARD zum Quotenbringer.

Die Vornamen der selbstverliebten Frauen und ihrer machtgeilen Männer scheinen von Drehbuchautor Uli Brée sehr bewusst gewählt worden zu sein.

Da ist Nicoletta Huber (Nina Proll). Die kühle Blonde musste wegen Betrugs ins Gefängnis und büßte zuvor Boutique, Wohnung und Cabrio ein. Nun tut sie alles, um den Mörder ihres Geliebten Josef (Joschi) zu finden. Nicoletta bedeutet Siegerin des Volkes. Verraten uns die Serien-Macher damit etwa schon das Ende? Wird „die Nico“ zusammen mit ihrem Spezi, Kriminalmajor Jörg Pudschedl den Mörder stellen?

Unter Verdacht

In erster Linie verdächtigen sie Nicos Freundin Waltraud von Steinberg (Maria Köstlinger). Der Joschi (Simon Schwarz) war ihr Ehemann, mit dem sie eine ausgesuchte Hass-Liebe verband. Hat Waltraud, die „starke Herrscherin“  ihn beseitigt, um sein Vermögen zu erben und sich ungestört mit ihrem jugendlichen Liebhaber Simon vergnügen zu können, von dem „die Walli“ ein Kind erwartet?

Oder war der noch minderjährige „von Gott erhörte“ Simon eifersüchtig auf Wallis Mann und wollte den Weg freimachen für ein Leben mit seiner „Mrs. Robinson“?

An Verdächtigen mangelt es nicht. Auch Maria Schneider (Gerti Drassl) gerät ins Visier. Die Mutter von Simon hätte allerdings vermutlich lieber ihre angebliche Freundin Walli ins Jenseits befördert. Die Freundin schwanger vom Sohn, der Mann Georg („Schorsch“) als homosexuell geoutet, nach illegalen Immobiliengeschäften bankrott und seit einem Unfall an den Rollstuhl gefesselt, sie selbst sexuell frustriert, von Geldsorgen geplagt, befindet sich die biedere Maria ständig am Rand des Nervenzusammenbruchs. Und dann erfüllt sich kurz vor der Menopause auch noch die Bedeutung ihres biblischen Vornamens: „Die Fruchtbare“ wird schwanger. Von wem ist erstmal unklar. Aber ganz unbefleckt wird die Empfängnis ist diesem Fall nicht gewesen sein.

Freiheit für Caro

Das jüngste Vorstadtweib ist Caro Melzer (Martina Ebm). Caroline bedeutet freie Frau. Auch das eine Prophezeiung der Entwicklung der Serienfigur? Denn zur Beginn der zweiten Staffel ist „die Caro“ die abhängigste der fünf Hauptfiguren. Keine Ausbildung, keinen Job, ein verheimlichtes Kind, das bei ihrer Mutter aufwächst, verheiratet mit dem viel älteren Banker Hadrian (der „Hadi“), der sie sexuell nicht befriedigt und sie auch noch mit seiner Exfrau Sylvia betrügt. Freiheit sieht anders aus.

Die letzte im Bunde ist Sabine Herold (Adina Vetter). Das ihr Name der der Patronin von Hausfrauen und Kindern ist, klingt nach purer Ironie. Nach der Trennung von ihrem reichen Gatten, hat die High Society sie ausgestoßen. Nicht als Haus- aber als Putzfrau, schrubbt sie nun Toiletten. Stets auf den eigenen Vorteil bedacht, kämpft sie sich mit allen Mitteln zurück in die Gesellschaft. Als ihre Freundin Helga („die Heilige“) merkt, dass sie ein doppeltes Spiel spielt, holt sie zum Gegenschlag aus.

Es geht weiter

Und wer hat nun den Joschi auf dem Gewissen? Das verraten wir nicht! Aber eins ist klar, wenn die zweite Staffel keine Klärung bringt, offenbart Drehbuchautor Uli Brée den Schuldigen sicher in der Dritten. Drehbeginn ist im Herbst 2016.


Sandra Hermes


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