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Kinder und Medienkonsum - Fernsehen, Computerspiele, iPad, Smartphone, iPhone,…

Kinder und Medienkonsum - Fernsehen, Computerspiele, iPad, Smartphone, iPhone,…

Auf spielerische Art und Weise lernen schon Kleinkinder den Umgang mit neusten technischen Geräten wie iPad, Smartphone, iPhone, etc., doch viele Eltern sind im Zweifel und stellen sich die Frage, ob es gut für die Entwicklung ihres Kindes ist, wenn es schon ziemlich früh mit Tablets & Co umgeht oder ob man diese Medien so lange wie möglich von Kindern fernhalten sollte.

Lt. einem Bericht von Spiegel Online bekamen in einem Kindergarten in den USA im Herbst 2011 alle fünfjährigen Kinder ein Tablet-PC, mit dem sie sich nun täglich beschäftigen. Fachleute streiten sich über dieses Projekt und diskutieren darüber, wie viel Medienkonsum für Kinder gut ist und ab welchem Alter. Die Experten sind unterschiedlicher Meinung. Manche glauben, dass die moderne Technik die Entwicklung der Kinder negativ beeinflusst, andere befürworten den Medienkonsum und meinen, diese Geräte würden den Kindern zu besserem Lernen verhelfen. Von wissenschaftlicher Seite her liegen noch keine eindeutigen Erkenntnisse vor.

In seinem neuesten Buch „RAISING GENERATION TECH - PREPARING YOUR CHILDREN FOR A MEDIA-FUELED WORLD“ warnt der US-Psychologe und Buchautor Jim Taylor vor dem iPhone-Syndrom.

Der Psychologe erklärt, dass ein iPhone-Syndrom entsteht, wenn Eltern ihren Kindern z. B.  sobald sie nörgeln, weil ihnen langweilig ist, ein Smartphone oder Tablet in die Hände drücken, damit sie beschäftigt sind. Die Kleinen lernen dadurch, dass sie nur quengeln brauchen, um unterhalten zu werden. Sie lernen aber nicht, geduldig zu sein oder sich eigene Gedanken zu machen, wie sie sich beschäftigen können.
Manchmal sei es auch der Fall, dass Eltern Angst haben, ihre Kinder würden später nicht Schritt halten können, wenn sie nicht früh genug damit beginnen, sich mit der modernen Technik zu beschäftigen. Und oftmals gebe es Kinder, die weder Schnürsenkel binden, noch Schwimmen könnten, aber sehr selbstsicher im Ungang mit einem iPhone seien, so Jim Taylor.

Kinderarzt Dr. Fricke aus Hamburg teilt gegenüber Spiegel Online mit, dass zu hoher Medienkonsum bei Kindern drastische Folgen hat. Sie leiden unter Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen und motorischer Unruhe. Er ist der Meinung, dass bei solchen Symptomen sogar die Gefahr einer Mediensucht besteht.

Es stellt sich die Frage: Wie viel Zeit darf ein Kind mit Medien verbringen und wann hat es eine schädliche Auswirkung auf das Kind? Nun, es gibt einige Initiativen, die Eltern über Medienkonsum bei Kindern aufklären.
Medienpädagoge Daniel Seitz, der Mitglied im Bundesvorstand der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur ist, gibt gegenüber Spiegel Online zu verstehen, dass solche Richtlinien nicht wirklich hilfreich wären, denn zu individuell seien sowohl Kinder als auch Medien. Kinder hätten durchaus ein gutes Maß dafür, wie lange sie sich mit den Geräten beschäftigen und andere Interessen kämen nicht zu kurz. Sie würden trotzdem noch draußen in der Natur herumrennen und ihre Hände in echte Fingerfarbe tünchen.
Ein ähnliches Ergebnis zeigte auch die „KIM-Studie 2010“. Bei dieser bundesweit durchgeführten Untersuchung wurde ersichtlich, dass bei unter 12-jährigen Kindern trotz Internet und iPhone immer noch „Draußen spielen“ und „Freunde treffen“ zu den beliebtesten Beschäftigungen gehören.      

Des Weiteren weißt Jim Taylor darauf hin, dass Kinder auch die realistischen Dinge lernen müssen, die das Leben bereit hält, dazu zählt Taylor u. a. sinnliche Erfahrungen wie Fühlen, Riechen und Schmecken. Regelmäßige Familienausflüge, Ausflüge mit Freunden und Bewegung an der frischen Luft sollen den Medienkonsum etwas in den Hintergrund drängen.
Kinderarzt Dr. Fricke ist ähnlicher Ansicht und meint, dass Verbote auch nicht wirklich viel bringen. Er weißt darauf hin, dass Eltern ihr eigenes Verhalten im Umgang mit Medien genau beobachten sollten, da sie die Vorbilder für ihre Kinder sind und dass es ihre Aufgabe sei, den Kindern Grenzen zu setzen.

Fachkräfte raten Eltern mit ihren Kindern bestimmte Zeiten festzulegen, in denen sie sich mit Fernsehen oder Computer & Co beschäftigen dürfen. Diese sollten jedoch etwas flexibel sein, je nach Situation, ob schlechtes Wetter, gutes Wetter, ob sie gerade ein neues Computerspiel haben... jedoch alles mit Maß und Ziel. Beim Fernsehen sei es nicht so wichtig, wie lange, sondern was ein Kind anschaut. Handle es eine nette und kindgerechte Sendung, so könne der Nachwuchs statt 30 Min. auch mal 45 Min. fernsehen, sollte jedoch z.B. Gewalt darin vorkommen, so sei dies schädlich für ein Kind und könne zu Angst und Schlafstörungen führen.

Eltern sollten immer einen Blick darauf werfen, wenn ihre Kinder sich mit modernen Medien beschäftigen, ob sie nun im Internet surfen, Filme anschauen, Computerspiele spielen,… und mit ihnen über die Inhalte sprechen, denn vor allem dies ermögliche einen gesunden Umgang damit, so die Experten.