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Frankreich: Rote Karte für Vornamen „Griezmann Mbappe“

Darf ein Kind mit Vornamen Griezmann Mbappe heißen? Mit dieser Frage hat sich ein französisches Gericht beschäftigt. Und den fußballverrückten Eltern die Rote Karte gezeigt.

© gettyimages, FRANCK FIFE

Die Begeisterung von Fußball-Fans treibt mitunter seltsame Blüten. In Frankreich war ein Elternpaar nach dem Erfolg der Équipe Tricolore bei der Weltmeisterschaft in Russland so begeistert, dass sie kurzerhand ihren im November geborenen Sohn nach zwei Stars der Weltmeisterelf benennen wollten: Griezmann Mbappe. Eine Kombination aus den Nachnamen von Antoine Griezmann und Kylian Mbappé.

Die Standesbeamten in Brive-la-Gaillarde im Südwesten des Landes hielten das allerdings für keinen guten Einfall und informierten das zuständige Gericht, das schließlich die Hommage an die beiden Spieler untersagte. Der Junge heißt stattdessen nun Dany Noe. Und dafür wird er dem Gericht vermutlich zeitlebens dankbar sein.

Was sich auf den ersten Blick wie eine durchgeknallte Schnapsidee anhört, ist übrigens gar nicht so selten. Vor allem nach großen internationalen Turnieren werden Kinder gerne nach Fußballstars benannt. Zumeist allerdings in Regionen, in denen die Namensgebung noch toleranter ist als hierzulande. In deutschen Kitas wird man dagegen einen kleinen Schürrle-Götze, benannt nach demVorbereiter und dem Torschützen aus dem WM-Finale 2014, ziemlich sicher vergeblich suchen. Wer  hierzulande fußballbegeisterte Eltern hat, heißt vielleicht bislang einfach André-Mario, Andreas, Gerd oder Helmut. Einfallslos vielleicht, aber mit ein bißchen Fantasie noch im Rahmen.

Anderswo auf dem runden Erdball sieht man das differenzierter. Für brasilianischen Eltern zum Beispiel scheint offensichtlich, dass es vor allem die Nachnamen sind, die Fußballernamen so besonders machen. Vielleicht verbinden sie mit ihrer Namenswahl die Hoffnung auf eine ebenso erfolgreiche Kickerkarriere des Sprösslings? Beispiele gibt es jedenfalls genug. Der frühere Stürmerstar Bebeto taufte seinen Sohn etwa Mateus, in Anlehnung an den deutschen Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. Auch von einem Rudigullithi da Silva Henrique, Lynneeker Nakamuta Paes de Albuquerque, Raikard dos Santos Soares und Roberto Baggio Araujo Bastos hat man am Zuckerhut schon gehört.

Klar, das hört sich irgendwie originell an. Für die so genannten Kinder endet allerdings der Spaß spätestens, wenn sie selbst eine ernsthafte Fußballerlaufbahn einschlagen wollen und dabei ständig mit dem berühmten Namen konfrontiert werden. Selbst lange bevor auch nur ein Funken fußballerischer Anerkennung geflogen ist. Von dem immensen Druck, der so auf die Betroffenen ausgeübt wird, und von den vielen belastenden Fragen von Journalisten kann etwa Overath Breitner da Silva Medina berichten.

Im Fall des Venezuelaners waren es nicht irgendwelche Spieler, die der frühere Profi-Fußballer Joaquin da Silva als Namenspaten für seinen Sohn auswählte. Sondern zwei Stars der deutschen Weltmeisterelf von 1974. Beste Voraussetzungen eigentlich für eine große Karriere, sollte man meinen. Doch ein ähnlich großer Erfolg blieb dem Unglücklichen stets verwehrt, auch wenn er einst in Brasilien als großes Talent gepriesen wurde.

Ob es an dem zu großen Namen und den damit einhergehenden und kaum zu erfüllenden Erwartungen lag, ist natürlich nicht bewiesen. Mag sein, dass Ende auch ein wenig fußballersiche Qualität fehlte. Zumindest hat es Overath Breitner da Silva Medina zu einer soliden Profikarriere gebracht. Förderlich dürfte sein großer Name allerdings nicht gewesen sein. Das hat er selbst in späteren Jahren immer wieder betont. Am Ende bleibt dann eigentlich nur zu hoffen, dass seine Erfahrungen ihn davon abhalten, sein eigenes Kind später mal Schweinsteiger Podolski da Silva Medina zu nennen. Und das wäre dann ja auch schon ein kleiner Erfolg.

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