Brite ändert Namen – und darf nicht mehr ausreisen

Ein kleiner Scherz mit großen Folgen: Ein Brite darf nicht mehr aus seinem Land ausreisen. Die Behörden verweigern ihm einen neuen Pass. Der Grund ist eine Namensänderung, die es in sich hat.

Kenny Kennard liebt die Aufregung. „Das Leben ist zu kurz, um langweilig zu sein“, sagt der 33-Jährige aus Cornwall in England. Diesen ganz speziellen Spaß hätte er sich aber wohl lieber verkniffen. Denn weil ihm sein Nachname zu gewöhnlich erschien, hübschte er ihn kurzerhand  durch den kleinen, unschuldig wirkenden Zusatz „Fu-“ etwas auf. Spricht man seinen Familiennamen „Fu-Kennard“ nun schnell aus, hört es sich in etwa so an wie „fucking hard“. Naja. Über Geschmack lässt sich streiten. Der Ex-Soldat fand das jedenfalls lustig.

Das war auch zunächst alles kein Problem. Denn in England liegen die Hürden für eine Namensänderung nicht so hoch wie zum Beispiel in Deutschland. Im Gegenteil. Per „Deed poll“ sind Namensänderungen sehr einfach. Auch die Ausstellung eines neuen Führerscheins verlief ohne Vorkommnisse. Fu-Kennard lebte seinen Alltag weiter – völlig problemlos, eben nur mit einem sehr skurrilen Namen.

Das dicke Ende kam erst, als Kennard einen neue Pass beantragten wollte. Denn die Behördem verweigerten ihm diesen Wunsch. Sein Name sei beleidigend und vulgär, so die Begründung des „HM Passport Office“. Drei Mal hat Kenny das Urteil bereits angefochten, sich sogar an höhere politische Stellen gewandt. Vergebens. Selbst das Innenministerium weigert sich beharrlich. Widerspruch zwecklos.

Besonders ärgerlich für den Supermarktangestellten: Ohne Pass kann er keinen Urlaub im Ausland machen. Und das, obwohl er bisher immer sehr gerne gereist ist. Statt Kambodscha heißt es also nun Camping-Urlaub in Cornwall.

Aufgeben und seinen Namen abermals in eine etwas weniger atößige Form zurückzuverändern, kommt aber für Kenny noch lange nicht in Frage. „Jetzt bin ich ohne Pass wie ein Gefangener in meinem eigenen Land“, äußerst er sich gegenüber des englischen Daily Stars. Für ihn sei das alles „schwer zu glauben“. Er finde das ganze „lustig und etwas lächerlich“, immerhin sei der Name ja nicht rassistisch. „Fu-Kennard ist nicht anstößig und ich lehne es ab, meinen gewählten Namen zu verleugnen.“ Gewisse Prinzipien sind also vorhanden. Wer das genauso sieht und den Briten bei seinem Kampf um einen neuen Pass unterstützen will, kann übrigens hier eine Petition unterschreiben.

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