Neues Gesetz: Reihenfolge der Vornamen neu bestimmbar

Du heißt Donald Elias, würdest aber lieber Elias Donald genannt werden? Dann kannst du deinen Wunsch bald wahr machen. Denn wer mehrere Vornamen hat, darf künftig frei entscheiden, welcher davon sein Rufname sein soll. So hat es der Bundestag beschlossen. Das Gesetz tritt am 1. November 2018 in Kraft. Vornamen verändern, hinzufügen oder streichen ist hingegen nach wie vor nicht ohne weiteres möglich.

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Der Rufname hat in Deutschland eine lange Tradition. In vielen Familien war es üblich, den Kindern als ersten Namen den eines ehrbaren Verwandten zu geben. Der zweite oder dritte Name wurde zum Rufnamen bestimmt.

Dieser Praxis folgen manche Eltern bis heute. Sie entscheiden sich aus Gründen der Familientradition für einen ersten Vornamen, im Alltag wollen sie ihre Tochter oder ihren Sohn aber bei einem anderen Namen nennen.

Welcher von mehreren Vornamen der Rufname sein soll, darf jeder frei bestimmen. Den Ausweisdokumenten war dieser im alltäglichen Leben gebräuchliche Name lange eindeutig zu entnehmen: In der maschinenlesbaren Zone (MRZ) in Pass und Personalausweis unterhalb der Unterschrift (beziehungsweise auf der Rückseite des neuen Personalausweises im Scheckkartenformat) waren Nach- und Rufname vermerkt.

Mit der Einführung neuer Richtlinien für die Ausstellung von Pässen und Personalausweisen hat sich diese Verwaltungspraxis geändert. Wer mehrere Vornamen hat, ist seit November 2010 de facto gezwungen, seinen ersten Vornamen als Rufnamen zu verwenden. Denn seitdem werden in der maschinenlesbaren Zone alle vorhandenen Vornamen gleichberechtigt eingetragen. Und zwar in der auf der Geburtsurkunde festgelegten Reihenfolge.

Die Folgen dieser unscheinbaren Änderung sind erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Denn für die meisten Alltagssituationen ist die maschinenlesbare Zone des Ausweises nicht relevant. Sie dient vor allem der Identifizierung gegenüber zur Identitätskontrolle berechtigten Organen wie Polizei, Zoll- und Pass- oder Meldebehörden.

Aber auch Beförderungsunternehmen, die aufgrund internationaler Abkommen oder Einreisebestimmungen zu Kontrollen im internationalen Reiseverkehr verpflichtet sind, beachten die MRZ sehr genau. Zum Beispiel Fluggesellschaften. Wer also aus alter Gewohnheit unter seinem Rufnamen Flugtickets bucht, muss mit Schwierigkeiten im Rahmen von Grenzkontrollen rechnen. Eine unangenehme Situation, die wohl jeder lieber vermeiden möchte.

Zudem verwenden in letzter Zeit auch Banken oder Versicherungen immer häufiger den ersten im Ausweis eingetragenen Vornamen. Auch wenn dies nicht der gebräuchliche Name ist. Zweit- und Drittnamen werden nicht selten ignoriert. Probleme und Unklarheiten sind da vorprogrammiert. Ohne Frage lästig für alle Betroffenen.

Wer diesen Schwierigkeiten von vornherein aus dem Wege gehen will, muss seinen Rufnamen mehr oder weniger aufgeben. An die Stelle tritt dann ein Vorname, mit dem sich der Träger weder selbst identifiziert noch von seinem Umfeld identifiziert wird.

Hat die lange Tradition der Rufnamen in Deutschland also nun ihr Ende gefunden? Nein! Nicht ganz jedenfalls. Denn die Bundesregierung möchte es Menschen mit mehreren Vornamen zukünftig erlauben, die Reihenfolge ihrer Vornamen durch eine Erklärung vor dem Standesamt neu zu bestimmen.

Wie die Regierung in ihrem Gesetzentwurf ausführt, wollen zunehmend Bürger ihren im Alltag gebräuchlichen Vornamen in Reisedokumente und andere behördliche Unterlagen übernehmen. Dies könne sich als problematisch erweisen, „wenn dieser Vorname nicht der erste in ihrem Geburtseintrag angegebene Vorname ist“.

Mit der Neuregelung soll verhindert werden, dass Dritte wie etwa Banken, Versicherungen oder Fluggesellschaften „anstelle des gebräuchlichen Namens den in der Vornamensreihenfolge des Ausweisdokumentes stehenden ersten, allerdings im täglichen Leben ungebräuchlichen Vornamen verwenden“.

Eine Ausnahme bleibt jedoch nach wie vor bestehen: Vornamen, die mit Bindestrich miteinander verbunden sind, müssen auch nach der Gesetzesänderung in der von den Eltern bestimmten Reihenfolge bleiben. Auch die Schreibweise der Vornamen darf weiterhin nicht geändert werden. Ausgeschlossen bleibt außerdem die Möglichkeit, Vornamen hinzuzufügen oder wegzulassen.

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In der Bundesrepublik(BRD gibt es nicht) wurde der Rufname „Norbert“ in den alten Ausweisen unterstrichen. Die ersten maschinenlesbaren Ausweise führten Rufnamen als einzigen Vornamen an. Den jetzigen Schwachsinn hat man 2017 verbockt und die Möglichkeit die Reihenfolge der Vornamen zu ändern, wurde erst 2018 eingeführt. Ergebnis: Wer, wie ich 2017 einen neuen Reisepass bekam, wird jetzt mit dem ersten Vornamen, der nicht der Rufname ist, „beglückt“. Änderungen nur mit einem neuen Reisepass und dan damit verbunden Kosten möglich. Geht aber nur, wenn dem dem jetzigen Reisepass nicht irgendwo gerade ein Visum beantragt oder ein Flugticket gebucht wurde. Ein typische Schlechtleistung unserer Volksvertreter. Besonders nett ist auch die Festlegung des Geburtsortes nach dem Eintrag in der Geburtsurkunde. Da steht jetzt statt „Bremen“ „Bremen-Schwachhausen“. Da wird ein Stadtteil zum Ort. Das ist fast so blöd, wie das Einwohnermeldeamt in Meldorf, das in den 70er Jahren Bremen dem Bundeland „Niedersachsen“ zuordnete. Nach Hinweis auf diesen Fehler, wurde der Murks noch einmal wiederholt und dann, weil ich kein Passbild mehr investieren wollte, dass Bundeland handschriftlich(!) geändert und ein Dienststempel daneben gesetzt. Dieser Ausweis hat mich bis zum Ende seiner Gültigkeit begleitet.

Harald Norbert | am 23. Mai 2019

Früher war Anna unterstrichen, auch in der BRD. Jetzt wollen mich alle Maria nennen, habe schon diverse Diskusionen darüber führen müssen, dass ich nicht Maria heiße. Aber es kommt noch schlimmer, ich wurde schon immer Anni gerufen, steht auch in meinen Schulzeugnissen usw., kann nur in einer Katastrophe enden.

Maria Anna | am 25. April 2019

Als DDR Kind ist mein Rufname Ingo. Bin dann nach Bayern gezogen und die hatten das mit dem unterstrichenen Rufnamen verstanden und mir einen Pers.ausweis nur mit dem Rufnamen Ingo ausgestellt. Auch alle anderen behördlichen und nichtbehördlichen Ausweise hatten nur den einen gewohnten Rufnamen Ingo drin stehen.
Bin 2010 nach BW gezogen und habe dort aufgrund der Geburtsurkunde wieder den doppelten Vornamen in den Ausweis bekommen.
Nun bekomme ich Post auf den Namen Ingo, den Namen Erwin und den Namen Erwin Ingo.
Für mich ist das nun besonders belastend, da mein Vater Erwin kürzlich gestorben ist, und ich nun ständig an diesen Schmerz mit eingehender Post an Erwin oder Erwin Ingo erinnert werde.
Was kann man da machen ? Kann man da denn überhaupt was machen ?

Erwin Ingo | am 5. März 2019

Die Regelung in der DDR Diktatur mit dem unterstrichen Rufnamen fand ich auch besser. Überall wo ich mit jetzt mit dem Personalausweis angemeldet habe bekomme ich immer Post mit Anrede Werner Wolfgang. Für solch einen Blödsinn liebe ich den Rechts-Staat über alles.

Werner Wolfgang | am 21. Februar 2019

Ich finde es unmöglich, dass ich meine mir von meinen Eltern gegebenen Vornamen ändern lassen muss/soll, um endlich wieder mit meinem Rufnamen Heike angesprochen zu werden. Aber man wird ja glatt bei Behörden blöd angesprochen: Ach der Name gefällt Ihnen wohl nicht, deshalb nennen Sie sich Heike.
In vielen Fällen wird so auf Traditionen geachtet und hier, mit von Eltern gegebenen Namen gilt das kein bisschen.

Renate Heike | am 30. Oktober 2018

Die Namen hat unsere Tochter von einem vorschnellen Sozialarbeiter bekommen, der „vergessen“ hat, uns Adoptiveltern zu fragen. Das haben wir auch mit anwaltlicher Hilfe nicht mehr ändern können. Wir haben uns dann für den Rufnamen Anna entschieden, weil das unseren Vorstellungen noch am nächsten kam. Knapp 30 Jahre hieß sie offiziell (auch in allen Papieren) Anna – bis vor ca. 2 Jahren plötzlich Bank, Krankenkasse und andere Ämter verlangten, dass alles auf Stephanie geändert werden und sie jetzt mit diesem Namen unterschreiben muss. Als Folge erklärt sie seitdem ständig, dass „Anna“ und „Stephanie“ die gleiche Person ist. Auch auf dem Standesamt wurde sie gefragt, ob „Stephanie“ den Gatten ehelichen will – absurd, sie fühlt sich zu 100% als Anna, Stephanie ist sie einfach nicht! Na prima: Jetzt also alles wieder retour! Und da behauptet Asterix, dass nur die Römer spinnen …

Stephanie Katharina Anna | am 29. Oktober 2018

So steht es in meinem Ausweis. Amtliche Schreiben sind mit allen Namen versehen. Ich hab mal eine Überweisung auf mein Konto erhalten. Da waren alle drei Vornamen drauf, leider passte der Nachnamennicht mehr in die Kästchen der Überweisung. Ich sah das Geld auf meinem Konto. Zwei Stunden später war es wieder weg. Leider zur Prüfung „Geldwäschegesetz“. Hat eine Woche gedauert bevor ich etwas reicher war. Ich werde Marlies nach vorne setzen lassen.

Magdalena Elisabeth Marlies | am 27. Oktober 2018

Ich bin extrem dankbar, dass dieses Gesetz jetzt endlich kommt. Egal wie das umgesetzt wird, ich möchte endlich wieder Karin heißen. Anneliese war meine Mutter, die schon leider lange tot ist und die ich sehr geliebt habe. Sie fehlt mir sehr. Es schmerzt immer wenn Briefe an Anneliese eingehen oder ich auf Reisen überall mit Anneliese angesprochen werde. Ich kämpfe da seit Jahren auf verlorenem Posten. Auch ich habe vor Jahren eine Namensänderung versucht. Ich musste auch noch eine Gebühr für die Ablehnung bezahlen. Eine Frechheit! Ich hoffe sehr, dass die Änderung in eine paar Wochen unkompliziert durchgeführt werden kann. Das ist mir auch das Ged für die neuen Ausweisdokumente wert. Den Führerschein brauche ich nicht ändern, da steht aus DDR-Zeiten ja noch Karin drin 🙂

Anneliese Karin | am 15. Oktober 2018

Rufname war bisher Rolf, mochte aber lieber Manfred genannt werden

Rolf Manfred | am 14. September 2018

Finde ich gut. Heiße Erika Marion laut Geburtsurkunde, aber wurde nur Marion genannt. Meine Schulzeugnisse lauten auch auf den Namen. Hatte nach Krankenhausaufenthalt Ärger mit der Krankenkasse, weil ich bei der Krankenkasse auch mit Marion geführt werde. Habe dann vor ca. 2 Jahren Namensänderung versucht, war aber nicht möglich. Werde es ab November diesen Jahres ändern.

Marion | am 11. September 2018

Hallo ich möcht gerne meinen Nachnamen nach Adoption ändern lassen. Kann ich danach auch noch zusätzlich die Reihenfolge der Vornamen ändern? Oder gibt es da Fristen bzw Grenzen?

Oli | am 3. Juni 2018

Ich heiße Elisabeth Christine, und Christine ist mein Rufname. Mit einer Umkehrung der Reihenfolge wäre ich nicht einverstanden! Vielmehr schlage auch ich vor, wie früher den Rufnamen zu unterstreichen. Sollte das technisch nicht möglich sein, könnte man ihn auch auf andere Weise kennzeichnen, also z.B. in meinem Fall: ELISABETH *CHRISTINE*.

Elisabeth Christine | am 28. Juli 2017

Das ist gut zu wissen!

Mareike | am 27. Juli 2017

So ein Mist! Wieso kann nicht wie in der DDR ( und auch lange in der BRD) der Rufname klar definiert werden? Wurde einfach unterstrichen. Fertig. Das hat doch jeder verstanden. Mein zweiter Vorname ist mein Rufname. Die Reinfolge umzudrehen zu müssen/können, damit jede MASCHINE es auch versteht finde ich diskriminierend! Wie soll das im Zusammenspiel der Namen denn dann klingen? Wieso so kompliziert, wenns auch einfach geht?
Bei meinen Kindern haben wir es genauso gehandhabt und sie offizielle Situation ist ja die, dass alle Vornamen gleichberechtigt sind. Also – warum dann nicht auch gleichberechtigt behandeln? Das ist doch eine Farce. Ich habe das Gefühl, es mit Ignoranten zu tun zu haben, wenn sogar behördliche Post (denen unsere gesamten Namen vorliegen) nur mit dem ersten Vornamen adressiert ist, der eben nicht mit dem Rufnamen gleichgesetzt werden muss. Dann müssen doch bitteschön alle gleichberechtigten Namen drauf stehen, wenn der Rufname nicht definiert werden darf!

Anna Katharina | am 10. Mai 2017

Warum nicht wenn die Gesetzgebung das ermöglicht ,sollte man es nutzen find ich gut

Necla Sahin | am 8. April 2017