Namen der Big Bang Theory-Helden: Sind sie echt genial?

Nichts ist witziger als unbewegliche Spezialisten, die sich immer ganz sicher sind – und darüber die Welt vergessen.

Die Namen aus der Big Bang Theory © iStock, pederk

The Big Bang Theory

Abseits des California Institute of Technology von Pasadena haben zwei geniale Wissenschaftler im alltäglichen Leben jede Menge Probleme: Der theoretische Physiker Dr. Dr. Sheldon Cooper verfügt über einen IQ von 187 und ist abseits seines Fachgebiets Fan verschiedener Comic-Superhelden und ausgeprägter Ordnungsfetischist. 

Er hängt der These an, wonach alles rational erklärbar ist – wenngleich ein Verständnis von Sheldons Erklärungen ebenfalls einen IQ von 187 voraussetzen. Außerdem sollte man sämtliche "Star Trek"-Episodenen en détail kennen.

Der Experimentalphysiker Dr. Leonard Hofstadter hat einen 14 Punkte niedrigeren IQ und ist fortwährend auf der Suche nach einer Liebesbeziehung, wobei sich die Wohngemeinschaft mit Dr. Dr. Cooper als kontraproduktiv erweist.

In ihrem Freundeskreis befindet sich der jüdische, aber unfromme Raumfahrtingenieur Howard Wolowitz, nach Sheldons Gusto geistig lediglich auf einer Stufe knapp oberhalb allfälliger Geisteswissenschaften. Er lebt konsequent bei seiner Mutter, von der man stets nur die kreischende Stimme hört. Mit dem Schrei "Howiiiieeee!“"kommentiert sie vorzugsweise Howards Sexualverhalten als im Frauendauerabschleppdienst tätiger Allergiker.

Der indische Indienhasser Dr. Raj Koothrappali ist Astrophysiker, der geraume Zeit nur alkoholisiert oder vermeintlich betrunken mit Frauen kommunizieren konnte - und er isst Rindfleisch.

Die kaltherzige Wissenschaftlerin Leslie Winkle, mit der sowohl Leonard als auch Howard minimale Affären hatten, ist im Übrigen die einzige weibliche Alternative für die vier Freunde.

Mit Hofstater-Cooper auf demselben Flur wohnt Penny – ohne Nachnamen oder gar Doktortitel. Penny ist sowohl sozial wie auch körperlich der eindringliche Beweis, dass die Stringtheorie nicht alles ist. Zudem ist sie Kellnerin in unerschütterlicher Erwartung einer viel beachteten Filmkarriere. Während sie weder Interesse an Superhelden-Comics noch an Ordnung hat, ist Penny Liaisons mit durchtrainierten Nichtwissenschaftlern sehr zugeneigt. Nichtsdestotrotz ist Leonhardt in Penny verliebt – und dies meist unglücklich. Sheldon dagegen rätselt, ob sich Pennys Intelligenz noch im messbaren Bereich befindet.

Sind sie echt genial?

Weil Philosophen jeden und alles hinterfragen, haben sie sich auch an „The Big Bang Theory“ herangemacht - um die Genialität der Serie zu ergründen, deren 200. Folge im Februar 2016 gefeiert worden war. Sie fanden heraus, dass "The Big Bang Theory" verschiedene Denkanstöße liefert, die über die simple Frage nach der Witzigkeit hinaus gehen:

Ist ein Leben, das nur vom verfügbaren Intellekt bestimmt ist, das mit Abstand lebenswerteste? Können pure Egoisten Freundschaften pflegen? Können sie ohne Mitbewohnervereinbarungen in Wohngemeinschaften leben – und wie viel Regulierung braucht Sozialität? Ist die vollumfängliche Theorie unseres Universums eine Theorie über das Universum – oder doch eine Theorie über die verschiedenen Köpfe, in denen sich unter anderen der Universumsbegriff aufgebaut hat?

Der französische Philosoph Henri Bergson (* 18. Oktober 1859 in Paris; † 4. Januar 1941 ebenda) stellt fest: Wir alle amüsieren uns über unsere Unbeweglichkeit. Sinnloses oder zwanghaftes Agieren, mechanisch anmutendes Körperverhalten, Charaktere, die erstarrt erscheinen sowie fixe Ideen en masse finden wir lustig.

Nichts ist weniger beweglich als gelehrte Wissenschaftler, die sich stets sicher sind. Ein Beweis dafür ist die Feststellung Sheldons, wonach jemand, der seine Mailbox nicht abhört, bereits massiv gegen den Gesellschaftsvertrag verstößt:

"Das Hinterlassen einer Nachricht ist die eine Hälfte eines gesellschaftlichen Vertrags, der durch das Abhören der Nachricht erfüllt wird. Wenn dieser Vertrag nicht mehr funktioniert, funktionieren auch alle anderen Verträge nicht mehr, und wir versinken in Anarchie!"

Den Unterschied zwischen alltäglicher Kommunikation und wissenschaftlicher Rede verdeutlicht folgender Dialog:

Penny
"Ich sage immer, wenn eine Tür zugeht, geht eine andere für dich auf."

Sheldon:
"Nein, das geht nicht. Es sei denn, beide Türen sind verbunden durch ein Relais, oder Bewegungssensoren sind im Spiel. Oder wenn das Schließen der ersten Tür eine Luftdruckveränderung bewirkt, die die zweite Tür öffnet."

Passend ist auch:

"Sheldon, da liegst du mehr als falsch".

"Mehr als falsch? ‚Falsch‘ ist ein absoluter Zustand und kann daher auch nicht gesteigert werden."

"Na, klar geht das. Ein bisschen falsch ist zu sagen, die Tomate sei ein Gemüse, mehr als falsch wäre zu sagen, sie sei eine Hängebrücke."

Versuch eines Fazits

Fans von "The Big Bang Theory" könnten sich fragen, ob es eigentlich verwerflich ist, über Sheldon zu lachen, weil er durch seine Riesenintelligenz behindert ist. 

Sie verfolgen die Probleme Hochintelligenter, mittels der Drake Gleichung zur Berechnung außerirdischen Lebens in Bars Mädchen aufzureißen. 

Für ihre Fans ist "The Big Bang Theory" überaus genial – wenn auch die hohe Pointen-Frequenz einem gründlichen philosophischen Mitdenken im Wege steht.

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Falsch ist, einen Artikel über 'Namen aus TBBT' zu verfassen, aber darin nur auf zwei Vornamen zu verweisen, obwohl allein jede Hauptfigur - Außer wahrscheinlich Penny, deren ersten Nachnamen wir zu Gunsten eines Runningags schon nie erfahren - mindestens zwei Vornamen trägt.

Mehr als falsch ist es, dann auch noch 'Sheldon' ein Mal 'Shelton' zu schreiben.

Touché claire.
Maggy | am 03.07.2016 um 11:24 Uhr
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