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Alte Namen oder ausgefallene Kindernamen

Alte Namen oder ausgefallene Kindernamen - traditionell oder exotisch

Mein Kind ist etwas Besonderes, deshalb soll es auch einen besonderen Namen haben. Oder: Ich möchte nicht, dass sich drei Kinder umdrehen, wenn ich den Namen meiner Tochter auf dem Spielplatz rufe. Diese Argumente hört man oft, wenn es um die Namensgebung geht.

Doch was ist besser: ein ausgefallener Name wie Rainbow Aurora (kürzlich gesehen bei der Tochter des Ex-Playboy-Bunnys Holly Madison) – oder Artur Franz (neulich gelesen in einer schwäbischen Lokalzeitung). Beides mag ausgefallen klingen, doch nur der erste Name ist es wirklich. Denn mit Artur Franz folgen die Eltern des kleinen Jungen nur einem Trend, der sich bei den Mädchen schon seit längerem zeigt: alte Namen aus Großmutters Zeiten sind wieder in. Und jetzt eben auch aus Großvaters Zeiten. Über Emma, Anna, Frieda oder Luise wundert sich heute keiner mehr. Otto, Wilhelm oder Gustav sind dagegen eher selten anzutreffen, scheinen aber auf dem Vormarsch zu sein, wie obiges Beispiel zeigt.

Muss es um jeden Preis ein ausgefallener Vorname sein? Wenn der Vater Schauspieler ist, lässt sich mit dem Namen Emma Tiger Schweiger vielleicht Karriere machen. Aber eine Regenbogen Morgenröte Schmitz – ob die so gut ankommt bei Lehrern und potentiellen Arbeitgebern? Schon heute sind Namen aus dem US-amerikanischen Sprachraum wie Kevin, Jason und Justin mit Vorurteilen besetzt. Und auch wenn wir uns selbst für noch so tolerant halten, Umfragen unter Pädagogen und Tests mit Arbeitgebern haben gezeigt, dass eben doch nicht nur auf die inneren Werte und das Talent Wert gelegt wird, sondern auch Bewerbungsfotos und eben Vornamen eine Rolle bei der Einschätzung spielen.

Also doch lieber ein Allerweltsname wie Maximilian oder Sophie, die in den letzten Jahren die Hitlisten anführen, mit der Gefahr, dass sie in der Schule mehrmals vorkommen? Statistisch gesehen werden jedoch auch die beliebtesten Vornamen nur an knapp über 1 Prozent der Neugeborenen vergeben. Das heißt, dass z. B. in einer Grundschule mit 4 Klassen und je 25 Schülern nur ein Maximilian vorkäme. Gut, wenn sich jetzt alle Maxis aus den vier Grundschulen einer Stadt auf dem Gymnasium in einer Klasse wieder finden, mag das erst mal zu Verwirrungen führen. Aber irgendwie ist es doch auch ganz lustig, wenn die Lehrerin einen Namen aufruft, und sich keiner angesprochen fühlt…

Ein Name für den Nachwuchs will also gut überlegt sein. Schreiben Sie alle Ideen, die Ihnen während der Schwangerschaft in den Kopf kommen, auf einen Zettel – mit Nachnamen! Überlegen Sie, ob es nicht vielleicht doch eine gute Idee ist, mit Freunden oder Verwandten darüber zu diskutieren. Meist haben Nicht-Eltern eine objektivere Sicht auf die Dinge. Und ja, auch wenn Sie „noch nie eine negative Reaktion auf den Namen unseres Kindes“ gehört haben – vielleicht möchte man Sie einfach nicht verletzen. Denn ist das Kind erst auf der Welt und der Name vergeben, lässt er sich nur in ganz seltenen Fällen ändern und dann hilft auch die Kritik von außen nicht mehr weiter.