Valentinstag: Wie kommt der Tag der Liebe zu seinem Namen?

Die Blumenindustrie liebt ihn, viele glückliche Paare auch. Andere dagegen finden ihn kitschig und verabscheuen den überbordenden Kommerz: der Valentinstag. Kaum jemand weiß allerdings, wie der Tag der Liebenden zu seinem Namen gekommen ist.

Wie kommt der Valentinstag zu seinem Namen© iStock, AleksandarNakic

Wenn es um den Valentinstag geht, scheiden sich die Geister: Die einen finden es eine liebenswert, Blumen oder Pralinen auszutauschen und ihre Liebsten zu dieser Gelegenheit mit mit immer neuen Kosenamen zu bedenken, die anderen sehen in dem Tag eher eine Marketingmasche von Süßwarenherstellern und Floristen. Gemeinsam haben beide Gruppen in der Regel nur eines: Niemand weiß so richtig zu erklären, wie dieser Tag zu seinem Namen gekommen ist. Kein Wunder, denn ganz so einfach ist es nicht.

Woher hat der Valentinstag seinen Namen?

Im Gegenteil. Mit der Herkunft des Valentinstags ist es fast genau wie mit der Liebe selbst: Es ist ziemlich kompliziert. Fest steht nur, dass die Usprünge dieses dieses einst christlichen Gedenktages in der Kirchengeschichte liegen. Wie so oft. Allerdings gibt es im Heiligenverzeichnis gleich drei Valentins, die als Namenspaten in Frage kommen.

Zumeist wird der im alten Rom tätige Priester Valentinus als Schutzpatron der Liebenden angesehen. Der Sage nach soll er im dritten Jahrhundert gelebt haben, begeisterter Gärtner gewesen sein und verliebten Paaren eine Blume geschenkt und sie verbotenerweise nach christlichem Zeremoniell auch gleich getraut haben, wenn sie an seinem Klostergarten vorbeiflanierten.

Da zu jener Zeit allerdings eher tüchtige Soldaten als familientreue Ehemänner gebraucht wurden, machte sich der Priester mächtige Feinde und wurde kurzerhand zum Tode verurteilt. Bevor er starb, soll er der Tochter seines Gefängniswärters noch einen Liebesbrief geschrieben haben.

Das Urteil gegen Valentinus wurde der Sage nach am 14. Februar 269 vollstreckt. Gedacht wird dem Heiligen seit genau 200 Jahren später, und zwar auf Veranlassung von Papst Gelasisus. Die Vermutung liegt allerdings nahe, dass die Katholische Kirche Valentins Todestag mit einem alten römischen Feiertag verknüpft hat: Dem Feiertag zu Ehren Junos, der Göttin der Ehe und der Geburt. Auch damals schon sollen Frauen an diesem Tag Blumen als Geschenk erhalten haben.

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Warum wird der Valentinstag als "Tag der Liebenden" gefeiert?

Seit dem Mittelalter ist der Valentinstag fest mit dem Thema Liebe verknüpft. Als Auslöser hierfür kann der englische Dichter Geoffrey Chaucer angesehen werden. In dessen Gedicht "Parlament der Vögel" aus dem Jahre 1382 heißt es:

"Es geschah am Valentinstag
Als jeder Vogel kam, um seinen Partner zu wählen."

Ob tatsächlich der heilige Valentin gemeint ist, bleibt offen und wird bis heute kontrovers diskutiert. Das Gedicht stellt aber auf jeden Fall eine Verbindung zwischen Valentinstag und romantischer Liebe her.

Diese etablierte sich zunächst - ganz dem Zeitgeist entsprechend - vor allem Adel. Höfische Kreise entdeckten am 14. Februar das besondere Vergnügen für sich, ganz offen um ihre Liebste oder ihren Liebsten zu werben. Mit Gedichten, Liedern, Blumengeschenken und anderem.

Im Laufe der Zeit verankerte sich dieser Brauch dann immer fester auch im Bürgertum. In der historischen Forschung gilt als gesichert, dass sich spätestens seit dem 18. Jahrundert auch nicht adlige Paare an diesem Tag gegenseitig ihre Liebe bekunden. Zunächst auch noch mit ganz konkretem Grund: In einer von Konventionen und Standesdünkel geprägten Zeit ermöglichte der Valentinstag Unverheirateten ein sozial kontrolliertes Kennenlernen.

In England entwickelte er sich schließlich zum Tag der Liebenden in seiner heutigen Form und kam mit den Auswanderern nach Nordamerika, wo er zunehmend kommerzialisiert wurde. Und mittlerweile wird er nahezu auf der ganzen Welt begangen. Mit ganz unterschiedlichen Bräuchen und Traditionen.

Weltreise der Liebe: Valentinstagsbräuche aus aller Welt

In seiner modernen anglo-amerikanischen Variante ist der Valentinstag heute vor allem für zwei Bräuche bekannt: Für das Verschenken von Blumen, Süßigkeiten und anderen Aufmerksamkeiten, sowie für das Versenden von Grußkarten - sogenannte "Valentines" - mit romantischen Sprüchen. In anderen Teilen der Erde haben sich dagegen andere Traditionen etabliert.

Übrigens: Nicht nur der Valentinstag erfreut sich vor allem in den letzten dreißig Jahren in Deutschland großer Beliebtheit, auch der männliche Vorname Valentin ist und bleibt beliebt. Das hängt möglicherweise zusammen. Was jedoch kaum jemand weiß: Der Tag der Liebenden galt zunächst als Unglückstag, denn an ihm sollte der Verräter Judas Ischariot geboren worden sein.

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