Vornamen aus dem 17. Jahrhundert

Im 17. Jahrhundert war das Leben hauptsächlich ländlich geprägt. Da gab es viele Bauern, die in Leibeigenschaft lebten. Großfamilien, die sich selbst versorgten, waren die Regel. Außerdem war die Ständegesellschaft allgegenwärtig, sie erschien unveränderbar. Dabei regierten wenige Adlige den Großteil der Bevölkerung.

Vornamen aus dem 17. Jahrhundert © iStock, martinedoucet

Die meisten Menschen waren ungebildet und wenig aufgeklärt. So herrschten Aberglaube und immense Furcht vor jeglichem Unbekanntem.

Der Teufel wurde allgemein als real existierende Person angesehen. Diese Angst wurde in den kirchlichen Predigten weiter geschürt. Hexen wurde der direkte Kontakt mit dem Teufel nachgesagt.

Es gab zahlreiche Krisen: Vom 15. bis zum 18. Jahrhundert herrschten für die Landwirtschaft überaus schlechte klimatische Bedingungen; dabei waren die Temperaturen unterdurchschnittlich niedrig.

In diesem Zusammenhang spricht man sogar von einer "kleinen Eiszeit". Diese führte zu Missernten, das Leben der einfachen Leute wurde teurer und teurer.

Zudem verlangten die Lehnsherren immer höher werdende Abgaben, um einerseits ihren großen Wohlstand zu sichern und andererseits Kriege finanzieren zu können. Die vielen Kriege brachten im 17. Jahrhundert immer mehr Armut und Schrecken über das Land. Dabei handelte es sich meist um konfessionell ausgelöste Kriege, die aus der Aufspaltung der Kirche in Katholiken und Protestanten hervorgingen. Höhepunkt war der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648.

Krankheiten und Seuchen verbreiteten sich durch schlechte Hygiene rasend. Zudem war die damalige Medizin regelrecht hilflos – sie verschlimmerte die Situation oft unbewusst durch mangelnde Sterilität, durch Aberglauben und völlig unwirksame Heilmethoden.

Im Verlauf des 17. Jahrhunderts sah sich die Kirche zu Reformen gezwungen, nicht zuletzt, weil sie der massiven Kritik des Martin Luther Neuerungen entgegensetzen musste. Diese Gegenreformation verunsicherte die Menschen.

Auch das Rechtssystem wurde verändert: Das sogenannte Gewohnheitsrecht, das bis dato meist mündlich weitergegeben wurde, fand Ersatz in einem niedergeschriebenen, allgemeingültigen Recht.

Dem Volk ging es vor 400 Jahren alles in allem schlecht. Im 17. Jahrhundert mit seinem Aberglauben und den Hexenverfolgungen, mit grausamen Kriegen und großen Hungersnöten sorgten Wissenschaftler wie Isaak Newton, Johannes Keppler und Galileo Galilei, Komponisten wie Claudio Monteverdi, Antonio Lucio Vivaldi sowie Johann Sebastian Bach und aufgeklärte Philosophen wie Baruch de Spinoza oder René Descartes für den Silberstreif am Horizont - denn auch diese dunkle Zeit fand ihr Ende: Das 18. Jahrhundert war nachfolgend von der Aufklärung geprägt - dieses Jahrhundert war der Beginn der Moderne in Europa.

Die Vornamen im 17. Jahrhundert

Die Menschen gaben ihren Kindern die biblischen Vornamen des Alten und des Neuen Testamens. Dabei waren zwei Taufpaten für jedes Kind die gebräuchliche Regel und so erhielt es auch zwei Vornamen. In besonders katholisch geprägten Gegenden kam noch der Heiligenname des jeweiligen Geburtstages oder Tauftages dazu, wie er von den damals gebräuchlichen Heiligenkalendern vorgegeben worden war.

Beliebte weibliche Vornamen im 17. Jahrhundert

 

Beliebte männliche Vornamen im 17. Jahrhundert

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Kurz gegoogeld und "Craft" oder auch "Kraft" geschrieben, scheint tatsächlich ein beliebter Name im Spätmittelalter zu sein, hätte ich nicht gedacht.
Marie | am 25.11.2017 um 07:29 Uhr
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Recht merkwürdige Einträge dabei bei den Namen. "Craft" bezweifle ich schonmal sehr das dieser Name stimmt. Bei "Hayo" gibt es diesen Namen sowohl im japanischen als auch als Kurzform "Hajo" für Hans-Joachim. Ich bezweifle daher auch hier das der Name in dieses Jahrhundert gehört ....
René | am 13.10.2017 um 09:30 Uhr
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Manche von diesen Namen sind ok, andere wie Craft (what?) und Nopurg (Nope) sind echt... kurios.
Noa | am 08.01.2017 um 17:03 Uhr
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