Die beliebtesten Vornamen im Mittelalter

Von etwa 530 bis 1490 dauerte das Mittelalter in Europa. In seinen Anfängen lebten die Menschen noch in Stämmen, die überwiegend von Kriegsherren angeführt wurden.

Nachdem die Bevölkerungszahlen immer weiter zugenommen hatten, wurden Wälder gerodet, um Ackerland zu gewinnen.

Den Zeitraum zwischen etwa 1000 und 1500 nennt man Hochmittelalter. Um das Jahr 1500 bildeten sich die Staaten England, Frankreich und Spanien. Zugleich veränderte sich das Leben der Menschen in Europa grundlegend – das Christentum breitete sich über alle europäische Länder aus und der römische Papst wurde zum mächtigen und einflussreichen Herrscher. Die meisten Menschen aber waren arme Bauern, die von Kirche und von den Feudalherren beherrscht wurden.

Namensgebung geprägt von Kiche, Adel und Bauern

Unterteilt wurde die Mittelaltergesellschaft in den Stand der Kirche, den Stand des Adels und den Stand der Bauern. Auch die mittelalterliche Namensgebung veränderte sich nach und nach.

Waren Jahrhunderte zuvor lediglich Vornamen vergeben worden, wurden die im 12. Jahrhundert nach und nach um einen Beinamen ergänzt, aus denen sich durch Vererbung die späteren Familiennamen entwickelten.

Größte Bedeutung hatten die mittelalterlichen Vornamen, die durch ihre Form die Zugehörigkeit zu einer Sippe und einem Geschlecht erkennbar machten. Die beliebtesten mittelalterlichen Vornamen sind Heiligennamen christlichen Ursprungs. Viele von ihnen kennen wir noch heute:

Die beliebtesten Jungennamen im Mittelalter

Name Bedeutung
Alexander "der Männer Abwehrende, der Schützer"
Benjamin "Sohn meiner Rechten, Glückskind"
Christian "der Christ"
Curt "kühner Ratgeber", nach dem "Armen Konrad" aufständischer Bauern
Daniel "Gott ist mein Richter"
David "der Geliebte", nach König David, jüdischer Staatsgründer
Emil "der aus dem Geschlecht der Aemilier Stammende"
Erich "der allein Mächtige"
Fabian "der aus dem Geschlecht der Fabier Stammende"
Florian "der Blühende, der Prächtige", nach dem Heiligen Florian
Friedrich "der Friedenherrscher"
Georg "der Landmann", nach dem Heiligen Georg
Gottfried "Friede Gottes", nach dem Heiligen Gottfried von Amiens
Hans "Gott ist gnädig"
Hartmut "hartes Gemüt", nach Hartmut aus der Kudrunsage
Hubert "der im Denken Glänzende"
Immanuel: "Gott mit uns"
Jakob "Gott möge beschützen", Nachgeborener
Joachim "den Gott aufrichtet"
Johannes: "der Herr ist gnädig", nach Johannes dem Täufer
Joseph "Gott möge vermehren", elfter Sohn von Jakob
Karl "freier Mann", Kaiser- und Königsname
Leonhard "der harte Löwe", nach dem Heiligen Leonhard
Lucas "der aus Lucania Stammende", nach dem Evangelisten Lukas
Manfred "Mann, Schutz vor Waffengewalt", nach dem Stauferkönig Manfred von Sizilien
Markus "dem Mars geweiht", Sohn des Kriegsgottes Mars
Matthias "Himmelsgeschenk"
Nikolaus "Sieger des Volkes", nach dem Heiligen Nikolaus
Noah "Trost", Ruhe schaffen", mit der Arche Überlebender der Sintflut
Olaf "Nachfahre des verehrten Urahns", norwegischer Königsname
Otto "Erbgut, Besitz", deutscher Kaisername
Paul "der Kleine", nach dem Apostel Paulus
Robert "der Berühmte"
Rüdiger "Ruhm, Speer"
Stephan "Kranz, Krone", nach dem Heiligen Stephanus
Theodor "Gottesgeschenk"
Thomas "Zwillingsbruder", nach dem Heiligen Thomas
Ulrich "Erbgut, Heimat", nach dem Heiligen Ulrich
Valentin "gesund sein", nach dem Heiligen Valentin
Vinzenz "der Sieger", nach dem Heiligen Vinzenz von Saragossa
Waldemar "groß, berühmt"
Wilhelm "Wille, Schutz", nach Wilhelm von Orange

Die beliebtesten Mädchennamen im Mittelalter

Name Bedeutung
Agnes "die Keusche", nach der Heiligen Agnes, Patronin der Jungfräulichkeit
Angela "weiblicher Engel"
Barbara "die Fremde", nach der Heiligen Barbara
Bianca "die Weiße"
Brigitte "die Erhabene", nach der Heiligen Brigitte, Patronin Irlands
Camilla "die Altardienerin"
Dagmar "großer Tag", nach Königin Dagmar von Dänemark
Dorothea "Gottesgeschenk", nach der Heiligen Dorothea
Elisabeth "mein Gott ist Vollkommenheit", nach Elisabeth - Mutter von Johannes dem Täufer
Emma "die Erhabene"
Gerda "die Beschützerin"
Helene "die Sonnenhafte"
Ingrid "schöne Göttin"
Irene "Friedensgöttin", nach der byzantinischen Prinzessin Irene
Hildegard "der Kampf, der Schutz", nach der Heiligen Hildegard von Bingen
Ida "Patronin der Arbeit", nach der Heiligen Iduberga
Iris "Botin der Götter"
Judith "die Gepriesene, Frau aus Jehud, Jüdin"
Katharina "die Reine", nach der Heiligen Katharina von Alexandria
Klara "die Leuchtende"
Magdalena "die aus Magdala Stammende", Jüngerin Jesu
Maren "die am Meer Wohnende"
Margarete "Perle", nach der Heiligen Margareta von Antiochia
Maria "die Schöne, die Widerspenstige", Mutter Christi
Rebecca "die Schmeichelnde"
Ruth "die Freundschaft", Stammmutter des judäischen Königshauses
Sabine "die aus dem Geschlecht der Sabiner"
Sophia "die Weise", nach der Heiligen Sophia
Ursula "das Bärchen", nach der Heiligen Ursula
Veronika "die Siegbringende", nach der Heiligen Veronika von Jerusalem
Waltraut "walten, herrschen"
Walburga "herrschen, Burg", nach der Heiligen Walburg

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Kommentare

@ Hanna
"Danke"
von Sabine
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"Name der Nimpfe" Benannt nach den Sternen
von Lara
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Von den jungsnamen mag ich Theodor, Matthias, Vincent, Noah und Johannes. Ein Kind würde ich aber nur mit zweitnamen so nennen. Ich mag auch Ludwig und Konrad.
Mädchennamen gibt es kaum schöne!!! Von denen hier ist Bianca ganz schön, die andern sind blöd finde ich
von Hanna
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Agnes... Mh..... Das gefällt mir irgendwie. :) Klingt auch gar nicht altbacken!
Von den ganzen Namen dort mochte ich wirklich Agnes am meisten. Klingt stark und die Bedeutung hat irgendwie sowas reines, sanftes.
von Lars
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"Die Mutige"
von Verena
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Also da find ich Ronnie oder Chantal, Vladimir oder Olga um Klassen schlimmer.
Mein Name war in der Jugend auch nicht so schön, aber immerhin besser wie jeder zweite, Christian oder jeder dritte, Michael zu heißen.
Heute freu ich mich immer, wenn ich einen Namensvetter treffe; was selten ist.
Kopf hoch Walli.
von Jürgen
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@Walburg
ohje. Was haben sich deine Eltern nur gedacht?? Also ich würde mich umtaufen lassen oder meinen 2.Namen als Rufnamen nutzen, sofern du einen hast. Ich hasse Leute, die andere wegen ihres Namens mobben-.- man kann ja schließlich für seinen eigenen Namen nichts
von Lumi Marie
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@Walburg: da fragt man sich tatsächlich, was sich deine Eltern bei deiner Namensgebung wohl gedacht haben, du Arme... Würde mich umtaufen lassen!
von Susana
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Meine Eltern fanden den Namen Walburg schön. Ich werde damit in der Schule gemobbt :( Meine Eltern nennen mich Walli.
von Walburg
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